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Les Trois Cols


Published by FJung , 6 May 2017, 17h49.

Region: World » France » Haute-Savoie » Massif du Mont Blanc
Date of the hike:15 June 1971
Waypoints:
Geo-Tags: F   CH-VS 

Mit den Bergkameraden vom CAS Montreux fuhren wir bei schönem Wetter mit der Luftseilbahn hinauf von Argentière nach Lognan. Hier wechselten wir die Kabinen und kamen hinauf bis zur Aig. des Grands Montets in 3297 m  Höhe (fast dem höchsten Punkt unserer Wochenendtour!) 
Schnell gingen wir auf den kleinen Gipfel, denn nun kamen von überall Wolken, und während wir von der Kette der Aig. Rouges schon nicht mehr viel sahen, standen neben uns die beiden Drus, daneben die Aig. Verte, darunter der Glac. d'Argentière, auf der anderen Seite die Aig d'Argentière und Aig. du Chardonnet, und dazwischen wollten wir morgen weiter gehen, um auch  die beiden anderen Pässe zu überqueren. 
Einen Blick wagten wir noch auf den Montblanc, der sich in Wolken einzuhüllen versuchte, dann stiegen wir die Treppen hinab und traten auf den Gletscher, auf dem Sonnenhungrige in Liegestühlen lagen und ganz Wilde die Abfahrt nach Lognan wagten.
Der Schnee war schon wer und faul, selbst beim Abfahren sackten wir immer wieder etwas ein, so daß die Kurven sehr vorsichtig genommen werden mußten und mir bald das Fußgelenk weh tat, aber nach einigen Minuten waren wir schon auf den Glac. d'Argentière angekommen. Her holten wir unsere Felle aus den Rucksäcken  und schritten dann gemächlich zum nahen Ref, d'Argentière .  Es  war keine Hütte im SAC-Sinne, eine große Metallbüchse, mehr nicht,  es fehlte die Gemütlichkeit. Aber trotzdem freundeten wir uns bald mit den Gegebenheiten an, und weil wir noch den Nachmittag zur Verfügung hatten, gingen wir hinter die Hütte in die Felsen, um ein bischen zu trainieren Mir machte es sehr viel Spaß, aber bald mußten wir wieder in die Hütte, weil es zu  regnen begann. Beim Nachtessen schneite es, und wir schauten uns verwundert an. Was sollten wir anderes tun, als bald in die Lager zu gehen?

Am Morgen waren wir wieder zuversichtlich, denn der Mond und die Sterne schienen auf die Eislandschaft rund um Les Courtes und Les Droites, Mont Dolent und Aig. de Triolet. 
Mit steifen Gliedern fuhren wir den hartne Schnee hinab, bis wir die Skier auf die Schultern nehmen und die linke Seitenmoräne des Glac. du Chardonnet hochstiegen.  Auf dem Gletscher legten wir die Felle an und stellten die Bindungen auf "Marsch", aber das war bei mir nicht so einfach. Die Schraube, die ich mit einem Schraubenzieher umdrehten mußte, war schon vereist, da half auch die größte Kraft nichts mehr. Die ersten waren schon mit ihren Brettern unterwegs, ich hantierte immer noch an der Bindung herum, bis einem Kollegen die Idee kam, doch die beiden Schrauben, um die die die Bindung hinten geschlossen wird, zu lösen. So stand es zwar nicht im Prospekt meiner Bindung, aber es ar im Moment die einzige Lösung. Beim Laufen lösten sich immer wieder die Riemen, so daß ich die Felle immer wieder verlor. Pierre ging immer hinter mir her (wir waren sowieso die letzten) und zog bei Bedarf die Riemen wieder an.
Der Gletscher war sehr steil, der Neuschnee lag wie kleine Eiskugeln darauf, und ich hatte Schwierigkeiten, nicht bei jedem Schritt wieder zurückzurutschen, zumal die Spur nicht immer waagerecht gehalten werden konnte, weil der Schnee zu hart war. So versuchte ich, die Vorderleute wieder einzuholen, und Pierres Nerven strapazierte ich auch. Aber auch dieses erste, steile Stück des  Gletschers überwanden wir, nun ging es sin einer Mulde hinauf zum Paß. Die Sonne beschien schon die Aig. du Chardonnet, mir blieb leider nicht viel Zeit, um mich umzudrehen und auf die Aig. Verte zu schauen, deren Eiskappe rosarot zu uns hinüberleuchtete. 
Auf dem Paß (Col du Chardonnet) machten wir Rast, die Sonne bestreichte nun auch uns, wir schmierten unsere Haut mit Sonnencreme ein, tranken Tee und aßen Schokoloade. Hinab ging es zum Glac. de Saleina, den wir erreichten mußten, in die Nordwand der Aig. d'Argentière und gewahrten den Nordwestgrat, der zu dessen Gipfel von diesem Paß führte. 
Keine Wolke war am Himmel. Es wurde schon sehr heiß´. Vincent bereitete mit Claude schon den Abstieg vor. Dazu wurde ein Seil an ein Ski gebunden, der wiederum tief in den Schnee gesteckt wurde. Der erste knotete an das Seil noch ein 40-m-Seil, und nun konnten die Nachfolgenden sich an dem Seil festhalten und diesen steilen Berghang hintergehen. Auch ich kam so ins Gletscherbecken, konnte die Skier wieder anschnallen und weiterfahren. Aber immer wieder mußte ich mich umschauen, um die Seraks, die in genügendem Abstand von uns waren, zu bestaunen und die Aig. d'Argentière zu bewundern. Die Sonne verwandelte alles in eine Theraterkulisse, und wir waren nur Marionetten.
Aber auch Marionetten müssen manchmal schwitzen, denn bald mußten wir wieder die Felle anschnallen, um hinauf zum Fenetre de Saleina, 3261 m, zu gelangen. Aber diese kleine Abfahrt machte uin uns wieder ungeahnte Kräfte frei, und in einem schnellen Tempo kamen wir bis kurz unter den Paß, wo wir die Skier wieder auf den Rücken nahmen und die letzten Meter zu Fuß gingen.
Vor uns ar nun die Aig. du Tour und das Plateau du Trient, eine mir schon bekannte Gegend, aber deswegen war ich doch wie früher von dieser Landschaft begeistert. Nochmal warfen wir einen Blick zurück auf den Gl. de Saleina, auf den Tour Noir und all die Aiguilles, dann schritten wir um den Tete Blanche herum und kamen so in wenigen Minuten zum Col du Tour, 3281 m. Rechts von uns lag nun die Aig. duTour, und es hätte mich wirklich noch gereitzt, sie noch einmal zu besteigen, aber wir wollten auch noch gute Schneeverhältnisse bei der Abfahrt haben, uns so setzten wir unsere Füße heute auf den fünften Glescher, auf den Glac. du Tour. 
War der Schnee herrlich! Wir fuhren rassige Kurven, hielten an und schauten nun auf den Zackengrat der Aig. du Chadonnet und die Felsenseite der Aig. du Tour.
Eine geringe Neuschneemenge lag über dem Altschnee, und ich fühlte keine Aufstiegsbeschwerden mehr, es war alle so herrlich. Links von uns waren riesige Seraks, auch einige Spalten mußten wir auf sicheren Brücken überqueren, und unter dem Ref. Albert I. versammelten wir uns wieder. Wir fuhren an ihr vorbei und zwischen der Seitenmoräne und den Felsen weiter hinab. Es war herrlich, auf die Moräne zur fahren und auf die Eistürme und spalten zu schauen. Ein irres Durcheinander lag dort unter mir, denn der Gletscher drückte hier immer wieder neue Eismassen nach unten über die Felsen, so daß das Eis sich spaltete, abbrach und von nachfolgendem Eis nachgeschoben wird. Wir nutzten noch die letzten Schneereste aus, dann begann unser Weg mit den Skiern auf dem Rücken den Berghang hinab nach Le Tour. Natürlich machten wir dort noch eine lange Rast, streckten unsere Glieder aus, sonnten uns, leerten unser Rucksäcke von Eßsachen, und nun kamen auch wieder Wolken, so daß wir den steilen Weg schnell weiter hinabstiegen in das Tal, in dem die Kühe weideten und wir uns schon auf das Bier freuten.
Aber es war erst elf Uhr am Morgen, als wir im Dorf ankamen, und wegen der Messe waren die Gasthäuser geschlossen!
Die Autobesitzer holten von Argentière ihre Autos, wir setzten uns auf den Dorfplatz und schauten noch einmal hinauf zum Gletscherabbruch, der uns so ganz gefangen hielt, doch dann fuhren wir bald wieder zurück nach Montreux. 
 

Hike partners: FJung



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