Via SW-Grat auf Tomlishorn (2128), Stollenloch und Widderfeld (2076)


Published by jungens , 15 April 2017, 11h49.

Region: World » Switzerland » Obwalden
Date of the hike:29 March 2017
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-NW   CH-OW   CH-LU 
Time: 5:00
Height gain: 1200 m 3936 ft.
Height loss: 1200 m 3936 ft.
Route:13km
Access to start point:Mit PW zur Lütholdsmatt, mit ÖV nicht erreichbar
Maps:1170 Alpnach

Noch nie war ich auf einem Gipfel im Pilatusmassiv. Dies und die SW-Exposition des Tomlishorngrat-Aufstiegs, wo der Schnee im März dieses Jahr schon weggeschmolzen war, brachten uns auf diese Tour. Sehr hilfreich dabei war die im Bericht von Bergamotte auf einer Karte eingezeichnete Route, mit der wir sogar dem, an diesem Tag anscheinend nur im Pilatusgebiet hängenden, Nebel trotzen konnten. Des Weiteren eignet sich diese Region für jedermann, der Herden von Alpsteinböcken oder Steingeissen sehen möchte.

Man fährt mit dem Auto zur Lütholdsmatt (1146) bei Alpnach, marschiert von dort nach Fräkmünt und zweigt dann oberhalb davon nach links zur Alp Tumli ab. Von der Alphütte aus ist in östlicher Richtung eine Aussichtbank auf einem Felsplateau auszumachen. Diese erreicht wenn man nach besagter Hütte circa 50m weitermarschiert, bis man zu einem Fixseil kommt, das nach oben führt. Ab hier beginnt der SW-Grat, der meiner Meinung nach von da unten anspruchsvoller aussieht, als dass er dann tatsächlich ist. Während ungefähr 300 Höhenmetern befindet man sich im maximal II Schwierigkeitsgrad kletternd abwechslungsweise auf Gras und Fels. Die Ausgesetztheit der Kletterei hält sich hierbei in Grenzen, auch das in vielen Berichten erwähnte "Klettern auf Reibung" erscheint mir nicht allzu heikel. Die Schlüsselstelle (siehe Foto) ist nach einigen Zügen durchstiegen, mit wenigen Häcken versetzt, und könnte auch rechtsseitig umgangen werden. Ob dies jedoch viel einfacher ist, kann ich nicht garantieren. Die herrliche Ruhe bei diesem Aufstieg wird nur von Zeit zu Zeit durch ein vorbei huschendes Tier gestört.

Die letzten Meter auf dem Grat sind dann reines Gehgelände und münden in den Tomlishorn Wanderweg. Von dort stiegen wir in wenigen Minuten einfach auf den Gipfel und beobachteten Steinböcke die auf ausgesetzten Graten seelenruhig vor sich hin träumten. Dem gleichen Wanderweg folgend, steigt man zum wunderschönen Grat ab, der zum Widderfeld führt. Hier laufen wir einer ganzen Herde Steingeissen mit ihren Jungen über den Weg.

Am Ende des Grates steigt man leicht nach links ab und folgt unterhalb der grossen Widderfeldwand den Markierungen. Hier liegt noch Schnee und dieser Abschnitt muss vorsichtig begangen werden. Nach einer eindrucksvollen natürlichen Steinbrücke, folgt das Stollenloch, das durch die Felswand führt und ohne Stirnlampe begangen werden kann. Hier folgt man weiter den Markierungen und gelangt über nochmals steileres Gelände (T4) zum Widderfeld.

Über die Westflanke steigt man angenehmen Wegen entlang über Märenschlag wieder zur Lütholdsmatt hinab.

Fazit: Eine kurze aber spannende Genusstour im Pilatusmassiv mit viel Beobachtungspotential für wilde Tiere. Einziger Nachteil ist die Tatsache, dass die Route zu Beginn und am Ende der Tour einige Zeit über eher langweilige theoretisch befahrbare Strassen führt. Nichtsdestotrotz sehr lohnend.

Hike partners: jungens


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