Versuch Grossganderstock - auf den Spuren von Joe Simpson
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Letzten Sonntag schaute ich einen Dokumentarfilm über das Drama an der Eigernordwand von 1936 mit Toni Kurz und Andy Hinterstoisser, erzählt vom Extrem-Bergsteiger Joe Simpson. Joe Simpson selbst entging bei einem Absturz in den Anden in einem unglaublichen Überlebungskampf nur knapp dem Tod (Sturz ins Leere). Eine Aussage von ihm blieb bei mir besonders hängen. "Man will den Berg bezwingen. Nichts hält dich davon ab. Auch wenn die Gefahr droht überhand zu nehmen, treibt dich der Ehrgeiz und Leichtsinn weiter." Mit dieser Aussage konnte ich mich sehr gut identifizieren. Sicher, seine und meine Touren kann man nicht direkt vergleichen. Die Empfindungen aber schon.
Das seit Wochen anhaltende Herbstwetter sowie der fehlende Schnee trieb mich auf eine weitere Bergtour. Das eigentliche Ziel war der Grossganderstock. Ich wusste, es war aufgrund den Verhältnissen ein hochgestecktes Ziel. Ich konnte schlecht abschätzen, wieviel oder wenig Schnee in dieser Höhe tatsächlich lag. Der Weg führte als erstes zum bekannten Sunnig Grat. Wie immer, wenn ich alleine unterwegs bin, muss ich mir ständig selber etwas beweisen. Möglichst schnell das Ziel erreichen. Nach 1h habe ich die 700 Höhenmeter zurückgelegt. Auf dem Sunnig Grat angelangt nervte ich mich über mich selbst. Zwar war ich Stolz auf die Leistung, habe den Aufstieg aber so gut wie gar nicht genossen. Ich drosselte also das Tempo, liess das Sunniggrätli wortwörtlich rechts liegen und begab mich auf den Höhenweg Richtung Ruchälplistock. Bei der Weggabelung ins Leutschachtal/Kröntenhütte überlegte ich kurz, doch auf den Grossganderstock zu verzichten. Der Schnee nahm allmählich zu und war zudem ungemütlich hart und rutschig. Der rot/weiss-markierte Weg ins Leutschachtal langweilte mich aber. Also folgte ich weiter meinem Ziel entgegen. Nach weiteren 100 Höhenmeter konnte man das Gipfelkreuz gut erkennen. Ich war in einem schier verlassenen Tal angelangt. Kein Mensch weit und breit. Die steilen und dominanten Wände einer riesigen Bergkette schauten auf mich hinunter. Sie strahlen eine Gefahr aus, die mich sofort in den Bann zieht. Ich stellte fest, dass der weitere Verlauf nun wirklich gefährlich wurde. Vor mir lag eine seitliche Querung, komplett im Schatten und Schnee. Nach wenigen Metern gestand ich mir jedoch ein, das wird nichts. Einmal ausrutschen und ich stürze erbarmungslos ins Tal. Der Schnee bestand fast nur aus hartem Eis und meine Vernunft hat gesiegt. Ich kehrte um. Zum ersten Mal an diesem Tag genoss ich das wunderschöne Panorama und die Ruhe. Nur ich und der Berg. Der inbegriff von Freiheit. Auf dem Rückweg beschloss ich doch noch kurz das Sunnigrätli zu besuchen. Ich liess die traumhaften Eindrücke auf mich wirken, bevor ich mich wieder ins Tal begab.
In den Bergen werde ich von einem Zauber umgeben. Man glaubt alles erreichen zu können, fühlt sich frei. Sobald ich den Berg verlasse, verliert sich auch dieser Zauber. Mit jedem Höhenmeter. Ein wehmütiges Gefühl. Und doch, blickt man mit Stolz wieder hinauf und der Berg lacht dir zu. Der treibende Ehrgeiz kehrt wieder zurück und ist bereit für das nächste Abenteuer.
Das seit Wochen anhaltende Herbstwetter sowie der fehlende Schnee trieb mich auf eine weitere Bergtour. Das eigentliche Ziel war der Grossganderstock. Ich wusste, es war aufgrund den Verhältnissen ein hochgestecktes Ziel. Ich konnte schlecht abschätzen, wieviel oder wenig Schnee in dieser Höhe tatsächlich lag. Der Weg führte als erstes zum bekannten Sunnig Grat. Wie immer, wenn ich alleine unterwegs bin, muss ich mir ständig selber etwas beweisen. Möglichst schnell das Ziel erreichen. Nach 1h habe ich die 700 Höhenmeter zurückgelegt. Auf dem Sunnig Grat angelangt nervte ich mich über mich selbst. Zwar war ich Stolz auf die Leistung, habe den Aufstieg aber so gut wie gar nicht genossen. Ich drosselte also das Tempo, liess das Sunniggrätli wortwörtlich rechts liegen und begab mich auf den Höhenweg Richtung Ruchälplistock. Bei der Weggabelung ins Leutschachtal/Kröntenhütte überlegte ich kurz, doch auf den Grossganderstock zu verzichten. Der Schnee nahm allmählich zu und war zudem ungemütlich hart und rutschig. Der rot/weiss-markierte Weg ins Leutschachtal langweilte mich aber. Also folgte ich weiter meinem Ziel entgegen. Nach weiteren 100 Höhenmeter konnte man das Gipfelkreuz gut erkennen. Ich war in einem schier verlassenen Tal angelangt. Kein Mensch weit und breit. Die steilen und dominanten Wände einer riesigen Bergkette schauten auf mich hinunter. Sie strahlen eine Gefahr aus, die mich sofort in den Bann zieht. Ich stellte fest, dass der weitere Verlauf nun wirklich gefährlich wurde. Vor mir lag eine seitliche Querung, komplett im Schatten und Schnee. Nach wenigen Metern gestand ich mir jedoch ein, das wird nichts. Einmal ausrutschen und ich stürze erbarmungslos ins Tal. Der Schnee bestand fast nur aus hartem Eis und meine Vernunft hat gesiegt. Ich kehrte um. Zum ersten Mal an diesem Tag genoss ich das wunderschöne Panorama und die Ruhe. Nur ich und der Berg. Der inbegriff von Freiheit. Auf dem Rückweg beschloss ich doch noch kurz das Sunnigrätli zu besuchen. Ich liess die traumhaften Eindrücke auf mich wirken, bevor ich mich wieder ins Tal begab.
In den Bergen werde ich von einem Zauber umgeben. Man glaubt alles erreichen zu können, fühlt sich frei. Sobald ich den Berg verlasse, verliert sich auch dieser Zauber. Mit jedem Höhenmeter. Ein wehmütiges Gefühl. Und doch, blickt man mit Stolz wieder hinauf und der Berg lacht dir zu. Der treibende Ehrgeiz kehrt wieder zurück und ist bereit für das nächste Abenteuer.
Hike partners:
Zoraya

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