Chrachenhorn 2891 m - Nordwestgrat/Nordostgrat und ein Herbstfarbenfeuerwerk


Published by Ivo66 , 29 October 2016, 19h53.

Region: World » Switzerland » Grisons » Davos
Date of the hike:29 October 2016
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:00
Height gain: 1320 m 4330 ft.
Height loss: 1320 m 4330 ft.
Route:Monstein - Oberalp - Brand - Rügg - P. 2517 m - Nordwestgrat - Chrachenhorn - Ostgrat - Fanezfurgga - Fanezmeder - Oberalp - Monstein
Maps:1:25'000 Scalettapass

Das Chrachenhorn ist ein wenig bekannter Berg, der aber einige schöne Gratrouten zu bieten hat. Es liegt in der Landschaft Davos, ist vom malerischen Bergdorf Monstein leicht erreichbar und bietet eine herrliche Aussicht, wobei insbesondere der Blick zur benachbarten Ducankette beeindruckt. Jetzt - mitten im Herbst - bietet diese herrliche Berglandschaft ein tolles Farbenfeuerwerk dank der vielen Lärchen, welche unter dem blauen Himmel in schönstem Gold leuchten.

Die höheren Berggipfel sind im oberen Bereich - ab etwa 2700 m. ü. M. je nach Exposition - schon winterlich eingezuckert; ausser an den sonnenausgesetzten Ausrichtungen wird dieser Schnee auch kaum mehr wegschmelzen, weshalb etwas Umsicht bei der Tourenplanung von Nöten ist. Das Chrachenhorn sollte eine solche Alternative zu höheren Zielen sein, auch wenn wir beim Anblick des von unten winterlich anmutenden Schlussaufstiegs etwas überrascht waren.

Der wenige, aber hartnäckig liegende Schnee war dann aber kaum ein grosses Hindernis; im Abstieg über den im oberen Teil recht steilen Nordostgrat (im SAC-Clubführer als Ostgrat bezeichnet, was auch nicht falsch ist) waren wir über die mitgeführten Pickel nicht unglücklich - es wäre aber auch ohne gegangen. Der aussichtsreiche Nordwestgrat bot dann erstaunlicherweise überhaupt keine Schwierigkeiten und besteht durchwegs aus Gehgelände. Hier ist das "L" im SAC-Clubführer schon reichlich übertrieben. Nur ein ganz kurzer Abschnitt rechtfertigt hier die Bewertung T3. Wir begingen den Nordwestgrat auf seiner ganzen Länge, wobei der erste Teil lange auf einem breiten Rücken verläuft.

Überrascht waren wir, dass wir nicht ganz alleine unterwegs waren. Eine Dreiergruppe ist zuvor über den Nordostgrat auf- und wieder abgestiegen und auf unserer Aufstiegsroute kam uns noch ein weiteres Paar entgegen. Den eigentlichen Gipfel - der Gipfelsteinmann mit Büchlein befindet sich auf dem höchsten Punkt einige Meter westlich der grossen Wetterstation - liessen die anderen Aspiranten aufgrund der dort fehlenden Spuren im Schnee zu schliessen, allerdings aus. Das aus dem Jahre 2001 stammende und noch in Top-Zustand befindende Gipfelbuch ist erst zu einem Drittel gefüllt und dürfte damit auch noch die nächsten 30 Jahre überdauern.

Insgesamt lagen wir mit unserer heutigen Tour goldrichtig und dies aufgrund des vielen Lärchengolds im wahrsten Sinne des Wortes. Nur wenige Abschnitte verliefen im Schatten und meist wehte der Wind nur schwach oder es war gänzlich windstill, worauf die Temperaturen sofort in angenehme Höhen schossen.

Routenbeschreibung:

Monstein - Oberalp (T2)
Der Aufstieg - zunächst auf einem Fahrsträsschen, später auf gutem Wanderweg - ist ausgeschildert und nicht zu verfehlen.

Oberalp - Rugg (T2)
Unmittelbar nach den letzten Hütten der Oberalp steigt man auf zunächst nicht, bald aber gut sichtbarem Weg etwas ab zum Bach, der über eine einfache Holzbrücke (zur Zeit abmontiert, die Bachquerung bereitet aber auch so keine Mühe) überquert wird. Man folgt weiter dem guten Pfad in den Wald hinein.

Bei einer Stange mit weiss-rot-weisser Wanderwegmarkierung (in der Wandersaison ein Wegweiser?) verlässt man den guten Weg und steigt direkt in südlicher Richtung den bewaldeten Hang hinauf. Fehlen anfangs noch deutliche Wegspuren, trifft man mit etwas Umsicht (etwas im Zickzack suchen...) einen guten und deutlichen Pfad, welcher weiter den Wald hinaufführt. Er verliert sich erst auf dem Bergrücken, wo die Route aber ohnehin offensichtlich ist.

Rugg - Chrachenhorn (T2, ganz oben kurz T3)
Man folgt nun stets dem breiten Bergrücken, das Chrachenhorn bald einmal vor Augen. Die Route ist offensichtlich und bietet keine Schwierigkeiten, wobei ein längerer schuttiger Abschnitt etwas mühsam zu begehen ist. Kurz vor dem Schlussaufstieg wird der Grat in einem ganz kurzen Abschnitt etwas schmal, bietet aber bei schneefreien Verhältnisse keine Schwierigkeiten. Im oberen Teil sind ab und zu Wegspuren erkennbar.

Abstieg über den Nordostgrat (auch Ostgrat genannt) - Fanezfurgga (T4)
Man steigt über recht steiles Geröll zum von oben deutlich sichtbaren Grat ab, dem man weiter folgt. Die grossen Felsaufschwünge bei P. 2758 m umgeht man auf der Südostseite, wobei wir uns immer so nahe wie möglich an den Felsen bewegten. Nur im untersten Teil betritt man nochmals ganz kurz den hier breiten Grat bis zur Fanezfurgga.

Fanezfurgga - Monstein (T2)
Auf gutem, markierten Bergweg steigt man ohne Orientierungsschwierigkeiten nach Monstein ab.

Hike partners: Ivo66, Lena


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Open in a new window · Open in this window

T4
21 Jul 21
Chrachenhorn 2891 · leuzi
T3+
PD+
20 Feb 21
Älplihorn · MunggaLoch
D
T5

Comments (2)


Post a comment

Peter23 says: Chrachenhorn
Sent 31 October 2016, 18h11
Hallo Ivo und Lena

Fast zu schön, um wahr zu sein - und erst noch auf beachtlicher Höhe bei T4. Von unten betrachtet und leicht verzuckert täuschen Deine Fotos bzw. lassen einen höheren Schwierigkeitsgrad vermuten.
Beste Grüsse
Peter

Ivo66 says: RE:Chrachenhorn
Sent 1 November 2016, 18h02
Hallo Peter

Ja, das war ein Traum-Herbsttag. Schade geht die Alpinwandersaison nun wohl zu Ende.

Der Westgrat am Chrachenhorn ist tatsächlich mühelos zu begehen. Warum im SAC-Führer die Route mit einem Hochtouren-"L" bewertet wurde, wissen die Götter...

Herzliche Grüsse
Ivo und Lena


Post a comment»