Gipshorn 2814 m und Chrummhüreli 2666 m - Im goldenen Herbst unter grauem Himmel


Published by Ivo66 Pro , 1 October 2016, 19h18.

Region: World » Switzerland » Grisons » Albulatal
Date of the hike: 1 October 2016
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:15
Height gain: 1360 m 4461 ft.
Height loss: 1360 m 4461 ft.
Route:Monstein - Inneralp - Mäschenboden - Mäschenfurgga - P. 2696 m - Gipshorn (Nordostgrat) - Mäschenfurgga - Chrummhüreli P. 2666 m - Monstein
Maps:1:25'000 Scalettapass

Das Gipshorn ist ein wilder Dolomitgipfel auf dem Grat zwischen Büelenhorn und Älplihorn - durch das Val da Stugl von der Ducankette getrennt - oberhalb vom schmucken Walserdorf Monstein, welches bereits zur Landschaft Davos gehört. Es wurde bisher auf hikr.org nicht beschrieben; Zeit also für eine weitere kleine Premiere, denn der Föhn sollte in dieser Gegend bis zum Abend für trockene Verhältnisse sorgen.

Die Sonne hielt sich heute erwartungsgemäss vornehm zurück, dafür spielten heute die Farben am Boden: Der goldene Herbst hat in den Bündner Bergen in seiner ganzen Pracht Einzug gehalten, und unter dem meist dunkelgrauen Himmel kamen die satten Rot- und Gelbtöne sehr schön zur Geltung. Hätten wir für diese äusserst attraktive Bergtour gar noch Prachtswetter erwischt, wäre dies wohl zu kitschig gewesen; wir waren auch so begeistert vor der wilden Schönheit dieser uns eher wenig bekannten Gegend.

Im weglosen Aufstieg vom Mäschenboden oft über Schrofen und entlang von Dolomitfelsen wähnten wir uns im Unterengadin. Oberhalb der Mäschenfurgga zeigte sich dann deutlich, wie das Gipshorn zu seinem eigenartigen Namen gekommen ist: Die weissen Gipsfelder am Fusse des Nordostgrats liessen kaum eine andere Namensgebung zu.

Überrascht waren wir von den deutlichen Begehungsspuren: Zur Mäschenfurgga hinauf findet sich immer wieder ein deutlicher Pfad, zwischendurch gar in Bergwanderwegqualität. Auch auf dem Nordostgrat haben sich deutliche Wegspuren gebildet. Gemäss dem aus dem Jahre 1997 stammenden Gipfelbuch wird der Berg doch über 10 mal im Jahr bestiegen; heute trafen wir gar auf zwei Personen, welche sich im Abstieg vom Gipfel befanden.

Da der angekündigte stürmische Wind ausblieb und sich der kurze Nieselschauer bald verzog, beschlossen wir spontan, noch das benachbarte Chrummhüreli zu besteigen. Der Gipfelbereich bietet hier im Gegensatz zum Gipshorn sehr anspruchsvolles Gelände, welches insbesondere im Abstieg kaum einen Fehler verzeiht; es ist gleichermassen steil wie ausgesetzt und es liegt viel loses Material herum. Das Gipfelbuch hier weiss denn auch von weit weniger Einträgen zu berichten als jenes auf dem grösseren, zuvor bestiegenen Nachbarn.

Im Abstieg konnten wir dann wieder mal unsere Bergschuhe im feinen Schutt richtig malträtieren. Anschliessend liessen wir nur noch die schöne Herbststimmung auf uns wirken. Was für ein prächtiger Tag war das - trotz des weitgehend fehlenden Sonnenscheins.

Routenbeschreibung:

Monstein - Inneralp - Mäschenboden (T1)
Auf guten Natursträsschen führt die Route bestens ausgeschildert, meist nur leicht ansteigend an und führt zur schönen Alpsiedlung Mäschenboden

Mäschenboden - Mäschenfurgga (T3)
Unmittelbar nach Durchschreitung der Alpsiedlung beginnt der unmarkierte Teil der Route: Man biegt weglos nach Südosten ab und steigt entlang dem namenlosen Bach in gleicher Richtung weiter an (zwischendurch Pfadspuren). Von Vorteil überquert man den Bach und steigt entlang dessen nördlichen Ufers auf, bis das Gelände am Ende des riesigen Geröllfelds am südlichen Bachufer steil wird.

Hier wechselt man wieder auf das südliche Bachufer und folgt nun auf deutlichem Pfad weiter auf. Steinmänner markieren die Route. Im Schlussaufstieg zur Mäschenfurgga steigt man zunächst steil auf Schutt zu einem felsigen Bereich auf - linkshaltend, unter dem Chrummenhüreli durch. Man trifft auch hier wieder auf Pfadspuren, die sich vor der Mäschenfurgga verlieren - die Route ist dort aber offensichtlich.

Mäschenfurgga - P. 2696 m - Gipshorn (T4)
Wir stiegen über Schutt Richtung P. 2696 m auf (Pfadspuren), was wohl bequemer ist, als weiter unten über Geröll direkt das Gipsfeld anzupeilen. Es ist nur ein unbedeutender Gegenabstieg in Kauf zu nehmen. Ohne Schwierigkeiten erreicht man das Gipsfeld am Fusse des Nordostgrats.

Ein markantes Band sticht einem hier sofort ins Auge: Es leitet rechts hinauf auf den Nordostgrat. Die Begehung erfordert Trittsicherheit, ausgesetzt ist es allerdings nicht, aber es liegt viel loses Material herum.

Schliesslich folgt man meist guten Wegspuren über den Grat zum Gipfel, wobei ein Aufschwung am Grat ganz kurz abgeklettert werden muss (I). Anschliessend geht es ohne Schwierigkeiten zum Gipfel.

Besteigung des Chrummhüreli (T5)
Man könnte wohl direkt von der Mäschenfurgga über P. 2662 m zum Gipfelaufbau gelangen; wir stiegen jedoch noch etwas nach Norden ab und stiegen die rechte von zwei steilen Rinnen hoch bis zum Gipfelaufbau.

Hier querten wir zunächst auf einem recht ausgesetzten Schuttband etwas in nördlicher Richtung durch die steile Flanke und stiegen dort durch einen markanten Felsriss hoch zu einem kleinen Stand. Weiter stiegen wir in der Falllinie steil über Schrofen, einfache Felsen und Grastritte hoch. Schliesslich leitet ein ausgesetzter Wildwechsel (gute Tritte) nach rechts und erreicht dort einfaches Gehgelände, welches zum Gipfel führt.

Hike partners: Ivo66, Lena


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