Druesberg Südkante und Forstberg-Band


Published by Nik Brückner , 29 August 2016, 23h34. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:23 August 2016
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SZ   Östliche Sihltaler Alpen   Nördliche Muotataler Alpen   Zürcher Hausberge   Westliche Sihltaler Alpen 
Time: 4:45
Height gain: 850 m 2788 ft.
Height loss: 850 m 2788 ft.
Route:9km
Access to start point:Mit dem Auto nach Hoch-Ybrig, mit der Seilbahn hinauf zur Bergstation Sternen.
Accommodation:Im Tal, aber auch einige im (Ski)gebiet Hoch-Ybrig.

Zweiter Urlaubstag! Und nach der Überschreitung des Chratzerengrats am Vortag war ich faul. Was Kurzes also - kurz und scharf allerdings. Schließlich war ich nicht in die Schweiz gekommen, um hier Wege zu gehen, die es woanders auch gibt!

Druesberg Südkante.

Ich fuhr mit der Seilbahn hinauf zur Bergstation Sternen (1810m) und nahm von dort aus den unteren Weg Richtung Twäriberglücke (2029m), das ist der Sattel zwischen Twäriberg und Druesberg. Von hier aus wollte ich eigentlich absteigen, und über die Hunde auf die Chläbdächer. Doch die Landschaft sieht auf Bildern schöner aus als in Wirklichkeit, insbesondere die Hunde sind nicht so attraktiv. Und so beschloss ich, mir die zu schenken, und stieg auf gutem Weg direkt auf die Chläbdächer.

Bergstation Sternen - Chläbdächer: T3,1:45


Hier pauste ist erst einmal - ich hatte ja Zeit - bevor ich über den Westgipfel (2138m) zum Hauptgipfel (2175m) ging. Dabei muss man drei, vier Felsstufen abklettern, die man meist frontal nimmt (I, II, nicht rechts auf Bändern umgehen! Heikel!). Das Gipfeltürmchen wird offenbar viel bestiegen, mit Vorsicht, wie immer betont wird - ich ließ es der Originalität halber aus.

Die Hunde turnten mich auch von hier aus nicht an, und so kehrte ich zurück in die Scharte zwischen den Chläbdächern und dem Druesberg.

Drei Jahre später kam ich über die Hunde hierher, und sah, dass diese Wegstrecke im Gegenteil sogar ziemlich klasse ist!

Hin und her auf den Chläbdächern: T4/II. 30 Minuten


Nächste Pause.

Ich war offenbar ein bisschen unschlüssig. Aber dann lief ich doch hinaus auf's Druesbergband. Es geht immer am oberen Rand entlang, meist über Gras, oft aber auch über unangenehmen Schotter, von dem es hier mehr als genug gibt. Bald hat man die Stelle erreicht, von der aus man zum ersten Mal den Forstberg sieht: Die Südkante des Druesbergs.

Druesbergband: T5-, 25 Minuten


Es geht genau auf der Kante bergan, hin zu den ersten Felsen. Dort wird das Gras dann erst einmal spärlicher. Gelangt man an die Felsen, hält man sich links der Kante, steigt auf einen ersten Absatz und quert dann weiter links hinauf, bis man unter einer Felswand auf ein grasiges Band gelangt. Auf diesem geht es nun nach rechts, wieder hinauf auf die Kante.

Hier befindet sich die Schlüsselstelle der Tour: Eine kurze, vielleicht drei Meter hohe und leicht überhängende Felswand, die eigentlich eine III wäre, aber mit einer Kette entschärft wurde. Hier heißt es: Füße in die Felswand gestemmt und hochgemuskelt.

Auf grasig-erdigen Tritten lässt man die Stelle hinter sich. Ich geriet am Ausstieg ein wenig nach links und musste mich dann wieder nach rechts orientieren, wo man auf einer steilen Rippe im 50°-Bereich auf guten Tritten bis auf dem Gipfelgrat hinaussteigen kann. Die Tritte werden nach oben hin ausgeprägter, weil die Rippe hier schmal ist, und sind dort entsprechend erdig. Deshalb muss es hier unbedingt knochentrocken sein, nicht auszudenken, was passieren kann, wenn die Tritte feucht und schmierig sind.

Das Gipfelkreuz rechts oben fest im Blick (ab und zu jedenfalls) geht es dann hinauf und hinaus auf den Gipfelgrat, auf dem man dann auf den Wanderweg stößt. Ein paar Schritte nach rechts, und man steht auf dem Gipfel des Druesbergs (2282m).

Druesberg Südkante: T6, 45 Minuten


Auch hier hab' ich mir erst einmal Zeit gelassen, und dabei den Hikr Axel_M kennengelernt, den ich zuvor schon am Gipfel des Twäribergs gesehen hatte. Wir unterhielten uns eine Weile. ich wanderte auf dem Gipfelgrat noch ein wenig nach Osten, wo ich einen Steinbock entdeckte, dann stieg ich auf dem Normalweg in die Scharte zwischen Druesberg und Forstberg ab.

Eigentlich wollte ich ja auf den Forstberg hinauf, dann entdeckte ich jedoch gute Wegspuren, die auf einem Band in dessen Südflanke hinausführten. Noch ein Abenteuer? Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete, aber probieren wollte ich's. Und ich kam tatsächlich auf dem Band um den gesamten Forstberg herum, und gar nicht mal schwer (T4). Erst später erfuhr ich, das ich das Forstberg-Band begangen hatte! Sehr schöne Ergänzung meiner Tour!

Auf der anderen Seite traf ich Axel_M wieder, und wir wanderten auf dem oberen Weg über alles rüber bis zu Gipfelstation der Sesselbahn Sternen (1810m).

Rückweg einschließlich Forstbergband: T4, 1:20


Hier war ich kurz versucht, die längste Seilrutsche der Welt (2,3km!) zu benutzen, aber die Schweizer Preise (70 CHFr/70€) überzeugten mich davon, das Geld für etwas anderes auszugeben.

Drei Pizzas zum Beispiel, die kosten dort das Gleiche.

Also konventionell runtergebaumelt! Die Seilbahnen kann man sich ja immerhin leisten.


Fazit:

Schöne Tour mit spektakulären Aus- und Ansichten. Insbesondere der schiffartige Druesberg mit seinen scharfen, schmalen Kanten ist eine Schau. Als Route aber eher so lala, abgesehen von dem Druesbergband (das dafür nicht besonders gemütlich zu begehen ist), hat sie irgendwie von allem zu wenig.


Ausrüstung:

C-Schuhe, Stecken, Helm; einen Pickel hatte ich dabei, hab ihn aber nicht gebraucht.

Hike partners: Nik Brückner


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Comments (8)


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Felix Pro says:
Sent 30 August 2016, 07h08
da hast wieder eine exzellente Tour ausgewählt - und die heiklen Stellen bestens dokumentiert - Gratulation!

lg Felix

(das Forstbergband wäre mir wohl zu abschüssig ...)

Nik Brückner says: RE:
Sent 30 August 2016, 07h45
Hi Felix!

Merci nochmal! Ja, das Band, das ist ziemlich abschüssig, aber es geht schon. Bis auf die eine etwas heiklere Stelle ist es eigentlich ganz einfach. Deutlich besser zu begehen als das Druesbergband. Es hat halt keine richtige Wegspur, wie z. B. der Schnüerliweg an den Churfirsten. Für mich bestand die Schwierigkeit v. a. darin, dass ich nichts über die Route wusste, und nicht wusste, ob ich herumkomme.

Probier's ruhig mal, ist wirklich gar nicht so wild.

Gruß,

Nik

Felix Pro says: RE:
Sent 30 August 2016, 11h10
Danke - auch für deine Aufmunterung ;-)

lg Felix

Nik Brückner says: RE:
Sent 3 September 2016, 16h39
Ja gern. Gehst mal die ersten 100, 200 Meter, wenn dir das taugt, kannst Du weitergehen. Schlimmer wird's nicht.

Und wenn's Dir dann sogar Spaß macht: Schnüerliweg!

Gruß,

Nik

Felix Pro says: RE:
Sent 3 September 2016, 19h58
ja, das wär dann die Steigerung ...
hab die Fotos betrachtet; Ursula war ja auch schon drüber ;-(

lg Felix

Nik Brückner says: RE:
Sent 3 September 2016, 21h14
Schaffst Du! Ganz sicher! Fang in der Stollenfurgge an, dann wird's in der Folge sofort leichter.

Gruß,

Nik

Felix Pro says: RE:
Sent 5 September 2016, 10h44
Danke ;-)

lg, Felix

Nik Brückner says: RE:
Sent 5 September 2016, 11h15
Aber gern!

Gruß,

Nik


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