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Piz Calderas 3397 m - Einsam auf dem Dach des Oberhalbsteins


Published by Ivo66 , 23 August 2016, 20h11.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:23 August 2016
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 8:00
Height gain: 1485 m 4871 ft.
Height loss: 1485 m 4871 ft.
Route:Alp Flix - Tellers Davains - Nordwestcouloir - Piz Calderas
Maps:1:25'000 Bivio

Der Piz Calderas ist der höchste Berg des Oberhalbsteins. Er überragt sogar noch den Piz Platta auf der gegenüber liegenden Talseite um 5 Meter. Die Aussicht vom Gipfel ist gewaltig und sucht seinesgleichen. Hier erhält man zunächst einmal richtig den Überblick, wie offen die Talschaft des Oberhalbsteins gestaltet ist. Bei guter Fernsicht, wie dies heute der Fall war, ist das Gipfelpanorama unglaublich umfassend: Die Walliser Viertausender mit dem Monte Rosa-Massiv sind ebenso gut zu erkennen, wie die Gletschergipfel des Südtirols. Sogar der Säntis im Alpstein ist deutlich zu erkennen, wie auch die Berner Alpen.

Lange haben wir uns nicht an den Piz Calderas herangewagt. Einzig die Normalroute macht in der Literatur einen vernünftigen Eindruck, doch ist sie mit einer Hüttenübernachtung verbunden. Also galt es, nach möglichen Alternativen zu suchen.

Schon länger beschäftigte mich das Geröllcouloir, welches sich aus der Moränenmulde Tellers Davains in einem Linksbogen durch die steile, felsige Nordwestflanke zur Grathöhe hinaufzieht. Es ist beispielsweise von der Falotta gut einsehbar, macht aber einen ziemlich abweisenden Eindruck. Der Blick in die Landkarte bestätigte, dass es nach dem ersten Drittel durchwegs sehr steil ist. Ob da überhaupt ein Hochkommen wäre, bei schneefreien Verhältnissen? Djenoun meisterte den Auf- und Abstieg dort bei etwas Schnee letzten November.

Heute war also der Tag für einen Calderas-Versuch gekommen. Wenn wir nie dort hinaufsteigen, werden wir auch nie erfahren, wie die Route aus der Nähe aussieht - im SAC-Clubführer ist sie nur in einer kurzen, wenig aussagekräftigen Randnotiz erwähnt.

Das Geröllcouloir war im unteren, weniger steilen Teil tatsächlich mühsam zu begehen. Auch grössere Blöcke zeigten sich nicht immer stabil. Besser ging der Aufstieg dort entlang der Felsen, die etwas Halt boten. Zu meiner grossen Überraschung änderte sich das Szenario im oberen, sehr steilen Teil zu unseren Gunsten. Denn was auf der Landkarte aussieht, wie eine Schuttrinne, bestätigte sich nur zur Hälfte: Rechts (in Aufstiegsrichtung gesehen) dominierte tatsächlich Schutt und Geröll, doch links davon ermöglichten schön gestufte Felsplatten einen angenehmen Aufstieg.

So erreichten wir ohne die erwarteten grossen Schwierigkeiten den Grat, welcher ohne Kletterstellen zum Gipfel führt. Als 7. in diesem Sommer trugen wir uns im aus dem Jahre 2004 stammenden Gipfelbuch ein. Die Anzahl der Skitourengänger überwiegt auch auf diesem Gipfel stark. Von der Aussicht waren wir überwältigt. Es gibt wohl wenige Berge, welche ein derart umfassendes Panorama bieten.

Im Abstieg folgten wir den von mir gelegten Steinmännchen, konnten aber an vielen Stellen vom Schutt profitieren, der zum Absurfen einlud. Wieder mal ist ein grosser Traum in Erfüllung gegangen in Form einer Gipfelbesteigung, die noch vor wenigen Jahren ausser unserer Reichweite schien.

Routenbeschreibung:

Alp Flix - Tellers Davains (T3)
Vom gebührenpflichtigen Parkplatz (CHF 12.00 für 12 Stunden) folgt man dem Strässchen in einem Bogen zur Siedlung Tgalucas, von wo man zunächst dem Bergwanderweg Richtung "Piz Colm" folgt. Unmittelbar vor der Brücke bei P. 2072 m steigen unmarkierte Pfadspuren gerade hoch (rechts des Bachs). Der Pfad zweigt bald nach rechts ab und wird vorübergehend sehr breit. Bald danach wird er schmal, bleibt aber meist deutlich und führt in die Mulde von Tellers Davains hinein. 

Tellers Davains - Nordwestcouloir - Piz Calderas (T5)
Man steuert nun das offensichtliche, breite Geröllcouloir an über zum Teil mühsam zu begehenden Moränenschutt. Man steigt von Vorteil aber der Hälfte des unteren nach Süden hinaufführenden Couloirs links entlang der Begrenzungsfelsen auf. Das Gelände ist dort weniger rutschig. 

Nach der Linksabbiegung in den oberen, nach Osten führenden Teil des Couloirs wechselt man so bald wie möglich in den angrenzenden Felsplattenbereich linkerhand. Diese ermöglichen einen recht angenehmen Aufstieg. Zwischendurch ist das Gelände auch hier schuttig und gegen den Grat dominiert wieder Geröll. Die obersten, brüchigen Felsen umgingen wir auf der Nordseite in steilem Geröll und Schutt. 

Zuletzt folgt man dem breiten Grat durchwegs in Gehgelände über Schutt und Geröll. Die markanten Felsen in der Gipfelflanke umgeht man am besten rechts und geht in der Folge zum Teil auf Wegspuren im Schutt und Geröll zum höchsten Punkt.

Abstieg (auf gleicher Route): Im Gegensatz zum zuvor begangenen Aufstieg in den Felsplatten im oberen Couloirteil, steigt man besser früher in den Schutt ein, der im Abstieg leichter zu begehen ist.

Hike partners: Ivo66, Lena


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Comments (4)


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StefanP says:
Sent 23 August 2016, 22h20
Herzliche Gratulation zum Piz Calderas! Super Berg, super Wetter und super Leistung. Perfekt
Gruess
Stefan

Ivo66 says: RE:
Sent 23 August 2016, 22h34
Vielen Dank Stefan. Tatsächlich habe ich bei den letzten Schritten vor dem Gipfel laut vor mir her gesprochen: "Mein Gott, an einem solchen Tag steigen wir auf den Calderas"...

Viele Grüsse
Ivo

Djenoun says: Gratulation!
Sent 24 August 2016, 08h56
Coole Route auf einen tollen Gipfel, gell! Müsste bei guten Verhältnissen auch mit Ski Spass machen...

Lg Michael

Ivo66 says: RE:Gratulation!
Sent 24 August 2016, 18h49
Hallo Michael
Vielen Dank. Ja, ein absoluter Hammerberg! Mit den Skis habe ich ihm eigentlich auch noch auf dem Plan.

LG Ivo


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