Auf Hohen Wegen zur Widdersteinhütte


Published by Grimbart , 7 August 2016, 18h53.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Date of the hike:17 July 2016
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 4:45
Height gain: 640 m 2099 ft.
Height loss: 640 m 2099 ft.
Route:ca. 12,8km
Access to start point:Anreise mit PKW über den Bregenzerwald via L200 und Hochtannbergpass nach Warth; Anreise über das Klostertal via A14, S16 und L198 nach Warth. Parkplatz bei der Talstation der Jägeralpbahn.
Accommodation:Lech a. Arlberg, Warth, Schröcken
Maps:AV-Karte Nr. 3/2 Lechtaler Alpen/Arlberggebiet; F&B WK 5364 (Hinterer Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Damüls)

Nach der Oberzalimhütte am Vortag rundete eine weitere Hüttenwanderung das Wochenendprogramm ab. Diesmal ging's an die Erkundung der Höhenwege zwischen dem Koblat und dem Hochalppass. Eine Höhenwanderung mit feinsten Ausblicken zu den zentralen Allgäuern, den Lechtalern und ins Lechquellengebirge, die konditionell nicht allzu fordernd ist und daher zum Einstieg auch passend für die Freundin meines Wiener Spezis war. Eine Erweiterung mit dem Walser Geisshorn bot sich zwar an, doch bestanden bei ihr bei Anblick des schneebedeckten Gipfels gewisse Motivationsschwierigkeiten. Am Ende des Tages war ihr dann aber doch noch ein „Gipfelerfolg“ beschieden (So man den oberhalb des Hochalppasses gelegenen Seekopf als selbständigen Gipfel anerkennt).

 

Als besten Ausgangspunkt für die Rundtour im Reich des Widdersteins erschien mir die Jägeralpe bei Warth. Von dem im Sommer großzügig angelegt wirkenden Parkplatz bei der Talstation der Jägeralpbahn geht man zunächst einmal rechts um das „Gasthaus Jägeralpe“ herum und folgt dem dahinter beginnenden Sträßchen bis zur Drexelalpe. Gleich hinter dem Wirtschaftsgebäude weist der Wegweiser nach rechts auf einen Wanderweg. Auf diesem nun hinüber zur nahen L 200, welche sich entweder ober- oder unterirdisch (Unterführung) queren lässt. Danach wandert man gemütlich auf einem Fahrweg über schöne Bergmähder hinauf nach Tschirggen.

Von Tschirggen nun flach weiter bis links bei einem Bacheinschnitt ein Steig abzweigt. Hier verlässt man nun den Fahrweg und steigt steil im Zick-Zack über den Hang hoch. Nach Querung des Baches ignoriert man die alten Wegmarkierungen und bleibt dem deutlich ausgeprägten Weg treu. Dieser führt in mäßiger Steigung aus dem Bacheinschnitt heraus und trifft nach zwei Kehren wieder auf die alte Wegführung. Durch die neue Wegführung lässt sich der einzige Steilaufstieg der hier beschriebenen Rundwanderung doch erheblich verkürzen.

Weiterhin entlang der Bergmähder bei der Hirschgehrenalpe steuert man nach Osten die Staatsgrenze zu Deutschland beim Haldenwangerkopf an. Wo genau nun die grüne Grenze verläuft, läßt sich mangels Anhaltspunkten wie Grenzsteinen nicht so genau bestimmen. Nach einem Weidezaun folgt jedenfalls ein kurzer Abstieg hinunter zu einem Wegweiser. Hier nach links ab und über etwas felsigeres Terrain hinauf in ein Karsttälchen. Durch das Tälchen führt der Steig nun flach weiter bis zum Koblachpass.

Vom Koblachpass windet sich der Weg in zahlreichen Richtungsänderungen und in leichtem Auf und Ab über die Karstfläche des Gemstel-Koblach. Einer Abfolge von Wellen und Tälchen folgt schließlich ein felsdurchsetzter Abstieg ins sogenannte „Schärtle“. Aus dem Schärtle führt der Weg nun südlich (= links) um den Gemstelkopf herum zum Gemstelpass. Waren bislang die Wegverhältnisse als durchaus trocken einzustufen, so änderten sie sich auf diesem Wegabschnitt in das Gegenteil. Vom Gemstelpass ist es dann nicht mehr weit bis zur kleinen Widdersteinhütte.

Der Weg hinüber zum Hochalppass beginnt direkt hinter der Hütte und quert aussichtsreich unterhalb der wilden Schrofen des Widdersteins hindurch. Die Einblicke in die Aufstiegsschlucht darf man als famos bezeichnen. Einem Torwächterpaar gleich ragen die zwei Felspfeiler zu ihrer Rechten und Linken erhaben in den Himmel. Nach Querung einer direkt unterhalb der Schlucht gelegenen Bachrunse führt der Steig schließlich hinab zu einem grünen Sattel östlich des Seekopfs. Von hier aus könnte man nach rechts weglos zum Hochalpsee absteigen und den Seekopf nördlich (=rechts) auf Viehpfaden umrunden. Aber wir wollten an diesem Tag ja noch auf einen Gipfelerfolg anstoßen. Also hieß es über die Wiese hoch zum grünen Schopf des Seekopfs.

Vom Seekopf steigt man schließlich über die Alpmatten hinunter zur Hochalphütte. An dieser dann vorbei und auf einem ausgetretenen Pfad weiter hinab zum nahen, weitläufigen Hochalppass. Wer nicht ins Kleinwalsertal absteigen will, der hält sich beim Hochalppass links. Der Pfad führt ohne großen Höhenverlust, stets rechts von feuchten Weiden durch das Tal hinaus zum Ansatz des Höfergrats. Über den breiten Rücken geht’s im Anschluss hinunter zu einem Drehkreuz. Danach steigt man im Zick-Zack durch Erlengebüsch weiter abwärts. Zum Schluss leitet schließlich ein breiter Wiesenweg hinab zur Bushaltestelle beim Hotel Adler.

Wer sich die schnöden 20 Minuten bis zur Jägeralpe ersparen möchte kann die Strecke auch mit dem stündlich verkehrenden Lecher Ortsbus (Linie 3) oder der Landbuslinie 40a zurücklegen. Andernfalls gelangt man über den beim Hotel Adler beginnenden Wanderweg via Drexelalpe wieder zurück zur Jägeralpe.

Ein lohnenswerter Abstecher wäre noch der Gang hinauf zur Kapelle St. Jakobus. Diese am Simmel von den Walsern erbaute Kapelle geht auf eine ca. 1540 errichtete Wallfahrtskirche zurück und zählte bis zur Abwanderung der verarmten Bewohner und der Eingemeindung von Hochkrumbach nach Warth im Jahr 1884 zur höchstgelegenen Pfarre von Vorarlberg.


Gehzeiten:

Hochkrumbach, Jägeralpe – Tschirggen (ca. 45'') – Koblatpass (ca. 45'') – Gemstelpass (ca. 1' 15'') – Widdersteinhütte (ca. 15'') – Seekopf – Hochalppass (ca. 45'') – Hochtannbergpass (ca. 45'') – Hochkrumbach, Jägeralpe (ca. 20'')


Hike partners: Grimbart


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