Familien-Sommerberglager 2015 mit dem SAC in der Glärnischhütte


Published by Ka , 11 July 2016, 21h35.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:12 July 2015
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Mountaineering grading: PD-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 

Mit meiner Tochter (7,5 Jahre) durfte ich eine ganze Woche in den Bergen verbringen!

Mit dem SAC geniessen wir eine geführte, sehr gelungene Woche in der Glärnischhütte.
Vielen Dank an alle!

Auf einer Höhe von 1990m.ü.M an der Südflanke des Glärnischmassivs bietet uns die Hütte ein guter Standort zum Klettern, Kraxeln, Bouldern, Eispickeln, Abseilen und ein wenig Bergsteigen. Hier folgt nun ein Erlebnisbericht:
 
Hüttenzustieg:
Wir reisen ab dem Klöntalersee ein Stück mit dem Alpentaxi bis Chäseren.
Der Weg ab Chäseren geht mit Gepäck für eine ganze Woche beladen zwar steil hinauf, dafür mit wenig Distanz, so dass wir nach ca. 4 Stunden in gemütlichem Tempo und einigen Pausen die Hütte erreichen. Das schwerste und meiste Gepäck trage ich für uns beide, jedoch bin ich stolz, was meine Tochter bereits tragen mag.
 
Erlebnisse um die Hütte: Spielen, Kraxeln, Bouldern, Abseilen, Tirolienne...
Um die Hütte herum gibt es viele kleinere und auch grössere Felsbrocken. Mit Kreide wird ein Parcours gekennzeichnet und die Kinder lernen, wie man sich in solchem Gelände bewegt und verhält. Meine Tochter erkennt z.B. fasziniert, dass wenn sie mit ganzer Sohle aufsteht, viel besseren Halt auch auf sehr schrägem Untergrund findet, als wenn sie nur mit den Zehen absteht.
Ebenfalls erlernen und üben die Kinder den Umgang mit dem Seil, die Grundlagen für das Klettern.
Es wird emsig geknüppelt, unermüdlich abgeseilt, der Selbstaufstieg geübt und eine Tirolienne/Seilbahn ist dann doch das Highlight für meine Tochter...
 
Klettergarten Steintäli, Schwierigkeitsgrad 3-7:
Der Zustieg zum Klettergarten ist leicht und kurz. Einen ganzen Tag verbringen wir da.
Für meine Tochter sind die meisten Routen noch zu schwierig, jedoch ist die Wiederholung der 2-3, welche sich für sie anbieten wohl nie langweilig. Zudem kann man gut im Gelände rundherum etwas kraxeln, spielen und vieles beobachten.
 
Kletterpfad Morla, Schwierigkeit 2-3:
Eine einfache Mehrseillängenroute befindet sich ebenfalls in der Nähe. Mit Kindern wäre diese gut machbar. Meine Tochter schafft es aber noch nicht, die Expressen im Nachstieg zuverlässig zu öffnen und mitzunehmen. Deshalb wird dieses Unterfangen mit den Jüngsten abgebrochen und als Alternative werden mit Blumenführer nach bestimmten Blumen gesucht oder Gefundene und Unbekannte bestimmt.
 
Erste Gletschererkundung:
Mit Grödeleisen ausgerüstet (für Grösse 29 gibt es noch keine Steigeisen ;)), geht es in Richtung Glärnischfirn. Die Wanderung zu diesem ist abwechslungsreich und schön, für meine Tochter an einigen Stellen etwas abenteuerlich und spannend. Geht es kurz ein wenig steil und „kraxelig“ hinauf und einem kurzen Felsband entlang. Es ist schön, zu sehen, wie die Kinder aufmerksam aufeinander schauen und sich in solchem Gelände vorsichtig und doch immer sicherer bewegen lernen. Unsere Bergführer und Tourenleiter leiten und begleiten die Kinder sehr gut!
Fast ein ganzer Nachmittag wird dann die Gletscherzunge erkundet, Eisschrauben eingeschraubt, sich angeseilt, gepickelt, Eisbäche umgeleitet und gestaut, kleinere Spalten begutachtet, in eine kleine Spalte abgeseilt, das Gletschertor gefunden und bestaunt.
Sicherlich eines der faszinierendsten und schönsten Erlebnisse zusammen in den Bergen für uns beide als Mutter und Tochter.
 
Vrenelisgärtli:
Für meine Tochter ist eine solche Tour noch nicht möglich. Sie verbrachte den Tag mit der anderen Gruppe und wurde von anderen Eltern betreut. So durfte ich also auch mit aufs Vrenelisgärtli. Damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet, war ich einfach mit meiner Tochter in den Bergen und habe mich auf Erlebnisse ausschliesslich mit ihr zusammen eingestellt. So war ich umso mehr darüber erfreut!
Dies ist ein Erlebnisbericht und kein Tourenbeschrieb:
Mit der halben Kindergruppe starten wir zeitig und erreichen in gutem Tempo bald den Glärnischfirn. Es werden die Steigeisen montiert und angeseilt. Man verhält sich nach Lehrbuch und ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst. Stetig geht es hinauf über den Glärnischfirn und so erreichen wir den Schwandergrat P2860. Dort legen wir eine kurze Pause ein, deponieren die Steigeisen, Pickel und Rucksäcke. Nun folgt eine steil abfallende Felsstufe am Schwandergrat. Diese ist gut mit Haken und Ketten gesichert und kann problemlos zusätzlich abgesichert werden. Ab- und Aufstieg sind getrennt und erfolgen auf verschiedenen Routen. So werden wir von unserem Bergführer ca. 30m abgeseilt. Danach geht es vorsichtig am kurzen Seil über den schmalen Verbindungsgrat und gelangen so zum schuttigen und brüchigen Gipfelaufbau des Vrenelisgärtli,welchen wir mit leichter Kraxlerei überwinden.
Das Gipfelglück wird gefeiert!
Danach geht es auf  gleichem Weg zurück zur Hütte, alle sind sehr zufrieden, stolz und natürlich auch etwas müde.
 
Hüttenleben:
Die Glärnischhütte wird sehr liebevoll geführt!!!
Sehr sympathisch, unkompliziert und ideenreich.
Zum Abschluss der Woche gibt es noch ein Freiluftkino mit grosser Leinwand und Glace für alle.
 
Schwierigkeiten:
Hüttenzustieg: T2
Klettergarten Steintäli: 3-7
Kletterpfad Morla: 2-3
Vrenelisgärtli: WS- / I
 
Fazit:
Meine Tochter gehörte zu den jüngsten Teilnehmern dieser Woche. Sie konnte sehr viel Wertvolles und Unvergessliches erleben. Für einige Unternehmungen war sie noch zu jung und oder zu fein, aber gestört hat dies nicht.
Die Leitung durch die beiden Bergführer und Tourenleiter des SAC war sehr kompetent und feinfühlig!
Wir haben es sehr genossen!

Hike partners: Ka


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