Kilimanjaro, via Marangu-Route


Published by aBart , 18 January 2016, 22h05.

Region: World » Tansania
Date of the hike: 4 August 2015
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Mountaineering grading: F
Waypoints:
Geo-Tags: EAT 
Time: 6 days

 Kilimanjaro Besteigung
 
Nach Dreivierteljahr Vorbereitung ging es, gleich anschliessend an unsere Höhentage im Wallis *hier, am 1. August endlich los. Unsere dreizehnköpfige Reisegruppe flog mit Qatar Airways via Doha zum Kilimanjaro Airport. Dort wurden wir von unseren Führern empfangen und zum Hotel in Marangu gefahren.
 
Nach einem Akklimatisationstag mit einer kurzen Wanderung in Marangu zur Farm, deren Gemüse und Früchte wir in den nächsten Tagen essen werden, erfolgt der Start am 4. August 2015
 
4. August 2015
Marangu Gate (1.840 m) – Mandara Hut (2.720 m), 9 km

Starker Regen weckt uns in unserem Hotel in Marangu. In der Nacht war es auch in den Zimmern kalt, so dass einige bereits hier ihren Expeditionsschlafsack verwendeten. Nach dem Morgenessen wird das Gepäck eingesammelt. Alle sind bereit und schon etwas nervös.
Die Fahrt zum Marangu-Gate erfolgt in Jeeps, die zum Glück eine Blache haben. Am Gate müssen wir noch warten bis aller Papierkrieg erledigt ist und wir uns einschreiben können. Wir sehen, wie die ungefähr dreissig Träger unser Gepäck und das übrige Gut verpacken und damit losmarschieren.
Nun geht's endlich auch für uns los. Im Regen gehen wir durch das Gate des National Parks und folgen dem Wanderweg durch den Urwald. Trotz des vielen Regens ist der Weg nicht schlammig und einfach zu begehen. Das Tempo ist am Anfang hoch und muss durch die Schweizer Bergführerin gebremst werden.
Nach rund eineinhalb Stunden Wanderzeit erreichen wir den Platz fürs Mittagessen. Dort hat es fest installierte Bänke und sogar eine Häuschen mit Steh-Toilette.
Der Weg führt weiter durch den Urwald, bis wir nach 90 Minuten zu einer Lichtung kommen, zur Mandara Hütte. Wie bei jeder folgenden Hütte werden wir mit einem Glas Fruchtsaft empfangen.  Unterwegs waren wir mit allen Pausen rund 4 Stunden.
Diese Hütten sind aber nicht mit SAC-Hütten vergleichbar. Es hat einige grössere Hütten zum Essen und kleinere für vier Personen zum Schlafen. Dort ist es bei Vollbesetzung ziemlich eng und ungeheizt. Hier zahlt es sich auch aus, wenn man sein Gepäck clever gepackt hat und weiss, wo sich was befindet.
Vor dem Nachtessen unternehmen wir noch eine stündige Wanderung zum Maundi Krater. Der Regen hat nun aufgehört, dafür hat es dichten Nebel. Daher keine Aussicht.
Das Abendessen wird zusammen in der Hütte eingenommen. Es gibt, wie auch die folgenden Tage, ein Häppchen, eine Suppe, Teigwaren, Kartoffeln und etwas Fleisch, zum Nachtisch Früchte.
 
5. August
Mandara Hut (2.720 m) – Horombo Hut (3.720 m), 12 km

Prächtiges Wetter beim Aufstehen. Nach einem feinen Frühstück und dem Einpacken der Lunchboxen geht's los auf die zweite Etappe. Der einfache Wanderweg führt wieder durch den Urwald, doch der lichtet sich rasch und schon bald sehen wir den Kilimanjaro zum ersten Mal. Der Weg dorthin, und auch zu den bereits sichtbaren Horombo Hütten, ist aber noch weit.
Wir treffen auf viele Träger, die uns entgegenkommen oder uns überholen. Heute nehmen wir uns etwas mehr Zeit beim Wandern, machen mehr Pausen und sind nach insgesamt 6.5 Stunden bei der Horombo Hütte. Diese sind ähnlich wie die Mandara Hütten, aber das Lager ist grösser.
Hier steigt der Nebel von unten hoch und es wird schnell kalt. Ich bekomme etwas Kopfweh, nehme eine Tablette, lege mich hin und gehe nach etwas gezwungenem Nachtessen früh zu Bett.
 
6. August 2015
Horombo Hut (3.720 m) - Kibosattel (4,400m) - Horombo Hut, 8.5 km

Am Morgen geht's mir wieder besser, dafür ist es draussen immer noch neblig und kalt. Wir müssen heute nicht packen, da wir nochmals in der gleichen Hütte bleiben. Der Tag ist als Akklimatisationstag gedacht. Wir machen eine Tour zu den Zebra Rocks und noch weiter zum Kibosattel. Auf der ganzen Tour hat es viel Nebel und ist kalt. Vom Kili sieht man nichts. Die ersten in unserer Gruppe haben Höhenprobleme, einer kehrt etwas früher um.
Insgesamt sind wir knapp 5 Stunden unterwegs.
 
7. August 2015
Horombo Hut (3.720 m) – Kibo Hut (4.703 m), 9.2 km

An diesem Tag herrscht wieder Traumwetter. Die Tour führt uns immer weiter hinauf, die Landschaft wird immer karger. Trotz der Höhe ist es einfach zu Wandern. Sehr schöne Aussichten auf den Kilimanjaro und den Mawenzi. Am Schluss zieht sich der Weg zur Kibo Hütte endlos hin. Es wird auch windiger und kälter. Insgesamt sind wir knapp 6 Stunden unterwegs.
Diese Hüte ist kompakt und besteht aus einigen Massenlagern und Essräumen. Weil alles zusammen ist, ist es auch wärmer in dieser Hütte. Jedoch ist jeder Schritt nun schwerer.
Wir legen uns etwas hin und haben noch ein frühes Abendessen. Danach werden bereits die Vorbereitungen für den Gipfeltag begonnen und gepackt. Die Nacht ist etwas unruhig und eine Person einer anderen Gruppe wird mit einer Barre in die Horombo Hut runter gerollt.
 
8. August 2015
Kibo Huts (4.703 m) – Uhuru-Peak (5.895 m) - Kibo Huts - Horombo Hut (3.720 m), 21 km

Kurz vor Mitternacht werden wir geweckt. Eine Person unserer Gruppe bleibt infolge Höhenprobleme liegen und kommt nicht mit hoch. Es gibt noch etwas Tee und Biskuits und schon treffen wir uns draussen. Es ist für mich zu Beginn nicht so kalt wie erwartet, so dass ich nur mit dünnen Fliesshandschuhen loslaufe. Meine Begleiterin hatte jedoch schon in der Nacht kalt und bekam auch beim Aufstieg nie mehr genug warm, was ihr schlussendlich zum Verhängnis wurde, da ihr während der Wanderung die Möglichkeit fehlte, sich rechtzeitig wärmer anzuziehen.
Wir gehen sehr langsam los. Vom Weg ist trotz Stirnlampen nicht viel zu sehen. Man verliert jegliches Zeitgefühl. Mit der Zeit wird es aber immer kälter und auch windiger, so dass ich schlussendlich die ganz dicken doppelten Handschuhe anhabe. Auch friert mir der Schlauch des Trinkbeutels ein, obwohl isoliert. Ich habe aber noch eine Thermoskanne dabei.
Obschon wir langsam unterwegs sind, überholen wir doch Gruppe um Gruppe. Dies fordert ihren Tribut. Einige in unserer Gruppe müssen umkehren, andere kämpfen sich hoch, müssen sich aber immer wieder übergeben. Ich kann jedoch dem Tempo des Führers problemlos folgen.
Der Weg wird vor dem Kraterrand etwas schwieriger. Einige Felsen sind zu überqueren. Im Dunkeln und mit den dicken Handschuhen gar nicht so einfach.
Als wir den Kraterrand bei Gilman's Point erreichen, geht die Sonne auf und es wird deutlich wärmer.
Der letzte Teil des Aufstieges geht nun dem Kraterrand via Stella Point entlang, bis wir schliesslich unser Ziel den Uhuru Peak erreichen. Was für ein unbeschreiblicher Moment!
Nach den üblichen Fotos geht es rasch wieder denselben Weg hinunter. Das Tempo ist jetzt merklich höherer. Nach Gilman's Point geht es in grossen Schritten den Kieshang gerade hinunter. Dies ist eine staubige Sache und man ist froh, über das Glas Wasser, welches einem in der Kibo Hütte gereicht wird.
Nach einer kurzen Pause nehmen wir dann noch den Rückweg zur Horombo Hütte unter die Füsse.
Insgesamt war ich 14 Stunden unterwegs. Was für ein Tag!
 
9. August 2015
Horombo Hut (3.720 m) - Mandara Hut - Marangu Gate (1.840 m), 21 km
Gemischte Gefühle begleiten uns, denn drei Personen unserer Gruppe haben den Gipfel nicht erreichen können. Letzer Tag unserer Tour. Es geht nur noch hinunter. Am Anfang noch tolles Wetter, mit manchem wehmütigen Blick zurück zum Kilimanjaro. Dann wird's wieder neblig und bei der Mandara Hütte holt uns der Regen ein. Der Weg ist nun deutlich schlammiger als beim Aufstieg und wir kommen dreckig aber glücklich beim Marangu Gate an. Wieder wartet der Papierkramm und ein Cola auf mich, bevor es zum Hotel zurück geht.
Zeitbedarf rund 6 Stunden.
 
Am Abend findet der Trägerabend statt. Die Träger singen und tanzen für uns, erhalten dafür während des Festes Bier, Kleidungsstücke und ein gutes Trinkgeld. Wobei die Verteilung afrikanisch zu und her geht.
 
Am nächsten Tag heisst es für uns Abschied nehmen, während der Rest der Gruppe noch aus Safari und nach Sansibar geht.
 
 
Fazit
Das Projekt Kilimanjaro war ein Abenteuer. Zusammen mit all den Vorbereitungstouren, dem gesamten Shopping und der Planung war es ein einmaliges Erlebnis. Wenn auch der Berg konditionell und technisch keine zu hohen Anforderungen stellt, macht es doch der schnelle Aufstieg (Höhe) und das ganze Rundherum nicht ganz einfach. Im Nachhinein würden wir die Reise in einer kleineren Gruppe buchen. Meine Begleiterin hätte mehr auf ihr eigenes Tempo achten müssen, was in dieser grossen, jungen und sportlichen Gruppe nicht wie versprochen möglich war.
Unsere intensive Vorbereitung haben wir nicht bereut, auch wenn es allenfalls auch anders gelingen kann. Zu viele Zu- und Zwischenfälle mag es bei diesem Projekt allerdings nicht leiden und etwas Glück gehört auch noch dazu.
 
Wir waren mit der Firma aktivferien.com aus Seuzach unterwegs.

Hike partners: aBart


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Comments (2)


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roger_h Pro says: Tolles Abenteuer
Sent 19 January 2016, 08h21
Gratuliere ganz herzlich zum Kili!

Gruss
Roger

aBart says: RE:Tolles Abenteuer
Sent 19 January 2016, 12h47
Danke !


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