Pizza Grossa 2939 m - Über den Ostgrat


Published by Ivo66 Pro , 14 November 2015, 19h38.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:14 November 2015
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 7:30
Height gain: 1750 m 5740 ft.
Height loss: 1750 m 5740 ft.
Route:Tinizong - Val d'Err - Alp Viglia - (Ragn da) Cotschna - Furnatschs - P. 2666 m - Ostgrat - Pizza Grossa
Maps:1:25'000 Savognin

Der Pizza Grossa ist ein etwas eigenartiger Berg im Oberhalbstein, der von allen Seiten einen anderen Charakter zeigt. Flankiert von den mächtigen Bergüner Stöcken präsentiert er sich aus dem Val d'Err oberhalb von Tinizong als riesige Graspyramide, deren enorme Steilflanken weit über 1000 Meter in die Tiefe fallen. Aus der unvergleichlich schönen, offenen Geröllwüste am Fusse des Piz Ela wirkt er fast unscheinbar als morscher Schuttkegel. Alleine der Blick zum nahe gelegenen Piz Ela lohnt eine Besteigung, denn von kaum einem anderen Berggipfel zeigt sich der zweithöchste Dolomitberg der Alpen so eindrucksvoll und nahe.

Vom Talboden aus sind allerdings über 1700 Höhenmeter zu bewältigen, bis man auf dem schönen Gipfel steht. Das erklärt wohl auch, weshalb wir diesen von uns aus nahe gelegenen Berg bisher erst 5 Mal bestiegen haben. Wir wollten heute noch ein letztes Mal in diesem Jahr einen Blick ins Gipfelbuch werfen und beschlossen, den Pizza Grossa auf uns bisher unbekannter Route - über den Ostgrat zu besteigen.

Der untere Teil des Aufstiegs lag heute lange Zeit im Schatten - auch die Temperaturen erinnerten daran, dass es bereits Mitte November ist. Nicht so die Schneeverhältnisse: Südseitig sind die Hänge bis über 3000 m hinauf schneefrei - selbst die Normalroute zum Corn da Tinizong war heute frei von jeglichen Schneeresten.

Kurz nach der Alp Viglia erreichten wir endlich sonnendurchflutetes Gelände. Bald konnten wir auch entscheiden, wie wir zum Ostgrat aufsteigen wollten. Die Grashänge und die Geröllhalde unterhalb von P. 2666 m - der Einsenkung zwischen dem Pizza Grossa und dem Piz Furnatsch machte einen gutmütigen Eindruck, weshalb wir bald den Wanderweg verliessen und weglos durch das komplett verdorrte Gras aufstiegen. Das Gelände erwies sich durchwegs als weniger steil, als es das Bild auf der Landkarte vermuten liess.

Wie immer wenn wir in dieser einmaligen Gegend unterwegs sind, waren wir auch heute wieder überwältigt von den landschaftlichen Schönheiten. Wir schienen heute das ganze Oberhalbstein für uns zu haben - nirgendwo waren andere Berggänger auszumachen, auch die Wanderwege blieben heute weit herum leer.

Der Aufstieg über den Ostgrat erwies sich als unproblematisch. Er ist kaum ausgesetzt und nur an wenigen Stellen etwas steil, allerdings liegt wie in dieser Gegend üblich sehr viel Schutt herum - damit muss man einfach klar kommen: Eine Grundvoraussetzung für Bergtouren im Oberhalbstein.

Seit unserem letzten Besuch dieses Bergs vor zwei Monaten ist im Gipfelbuch kein weiterer Eintrag hinzu gekommen. Nun kann das Büchlein den Winterschlaf antreten.

Wir stiegen auf gleicher Route wieder ab und aufgrund des etwas späten Aufbruchs und der langen Tour erreichten wir Tinizong bereits im Dunkeln. Im unteren Teil des Abstiegs half ein kleines Taschenlämpchen und dasjenige im iPhone, den schmalen Pfad nicht zu verfehlen.

Routenbeschreibung:

Tinizong - Alp Viglia - Cotschna (T2)
Auf markierten Bergwegen, vielerorts auch auf Fahrsträsschen erreicht man das Hüttchen auf der Alp Viglia, in dem man der ausgeschilderten Route Richtung "Val d'Err / Fuorcla da Tschitta" folgt.

Unmittelbar nach der kleinen Brücke hinter dem Hüttchen kann man den Wanderweg etwas abkürzen und auf einer zunächst undeutlichen Spur das Strässchen nach links verlassen. Das Wegtrassee wird bald deutlicher und man erreicht bald wieder das Natursträsschen, welches in die Hochebene Cotschna leitet.

Cotschna - P. 2666 m (T3)
Man verlässt den markierten Weg bald nach links und steigt rechts des (in der Landkarte nicht eingezeichneten) Bachs auf einer deutlich ausgeprägten Grasrippe auf. Man erreicht auf offensichtlicher Route in der Folge eine lange Schutt- und Geröllhalde und steigt zur Einsattelung P. 2666 m auf.

P. 2666 m - Ostgrat - Pizza Grossa (T4)
Ziemlich genau auf der meist wenig ausgeprägten Gratschneide steigt man beliebig dem Grat entlang hoch, der gegen oben steiler wird. Man kann ausgesetztere oder steilere Stellen auch gut links umgehen, allerdings in der Regel in sehr schuttigem Gelände. Zuletzt führt der Grat flach und kaum ausgesetzt zum Gipfel.

Hike partners: Ivo66, Lena


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