Neue Alpinwander-Route über Moiryhütte und Col du Pigne


Published by Wanderer82, 26 March 2022, 18h03. This page has been displayed 1788 times.

Hallo

Als ich in der Moiryhütte war, habe ich gesehen, dass dort blau-weisse Markierungen weiterführen und viele Leute vom Moiry-Gletscher kamen. In der Hütte sagte man mir, der Weg über den Col du Pigne sei nur für Bergsteiger und kaum markiert, daher auch nicht ausgeschildert.

Nun, jetzt ist der Weg als Alpinwanderweg auf der Karte eingezeichnet und zwar über den Gletscher zur Moiryhütte und dann über den Col du Pigne mit Abstieg ins Zinal-Tal. Kann mir jemand sagen, ob dieser Weg nun problemlos begehbar (max. T4+) ist und wie die Begehung des Gletschers aussieht (gefährliche Spalten, Steigeisen nötig oder geht's auch ohne oder mit Grödeln?)?

Gruss und Dank
Thomas



Comments (35)


Post a comment

cardamine says:
Sent 26 March 2022, 19h01
Hey Thomas

Ich war letzten Sommer auf der Moiryhütte und bin den blau-weissen Weg von der Hütte zum Col du Pigne gegangen. Der Weg ist spärlich markiert, aber in dem Gelände ist es nicht so schlimm, wenn man mal vom Weg abkommt. T4 max. schneefrei würde ich sagen. Wirklich klettern muss man nirgends und ausgesetzt ist es auch nicht. Zum Abstieg nach Zinal kann ich leider nichts sagen. Zu dem Teil über den Gletscher: Ich habe niemanden gesehen, der den Alpinweg auf der westlichen Gletscherseite gegangen ist, alle gehen über den Hüttenweg zur Moiryhütte. Der andere Weg macht auch überhaupt keinen Sinn, da ist nur Geröll und man muss dann über die ziemlich steile Seitenmoräne auf den Gletscher runter und auf der anderen Seite wieder rauf. Die Gletscherzunge ist bis auf ein Loch in der Mitte recht spaltenlos, einige Familien turnten da unangeseilt rum. Denke, dass die meisten von der Hütte absteigen, um mal auf einem Gletscher zu sein und nicht den Alpinweg gehen. Der Gletscher ist flach, also ich würde da mit Wanderschuhen drüber.
In dem Bericht sind ein paar Fotos: https://www.hikr.org/tour/post165505.html

Hoffe, das hilft dir weiter.

Liebe Grüsse
Claudia

Wanderer82 says: RE:
Sent 26 March 2022, 19h16
Hoi Claudia

Vielen Dank für deine Einschätzung. Der Weg hoch scheint also für mich problemlos machbar. Jetzt muss ich noch jemanden finden, der auf der anderen Seite runter ist ;-)

Bezüglich des Gletschers dachte ich auch, dass man da wohl problemlos rüberkommt. Aber wie es die Hüttenwarte so haben, hat mir dieser davon abgeraten und ein wenig "Angst" gemacht. An diesem Tag kamen aber relativ viele über den Gletscher, auch wenn ich dir recht gebe, dass dieser Zustieg sicher nicht besonders attraktiv ist ;-)

LG
Thomas

Bergmax says: Steig
Sent 27 March 2022, 21h25
Hallo Thomas,

ich bin letzten Sommer von der Moiryhütte via Col du Pigne zum Pigne de la Le aufgestiegen.

- Von der Hütte zum Pass gelegentlich, aber nicht sehr üppig markiert, aber bestenfalls T4-. Keine Kletterei, recht oft begangen.

- Abstieg vom Pass nach Nordosten: sah nicht einladend aus. Ich weiß nicht, ob da irgendwelche Sicherungen usw. installiert sind. Sonst vermutlich nicht für T4 zu haben.

- Weg über den Gletscher: sah auch nicht einladend aus, weil jenseits des Gletschers lauter graue Schuttberge liegen. Kein Mensch ist da lang gegangen.

Die Pigne de la Le kann ich Dir sehr empfehlen, wenn Du Dir etwas Kraxelei (bis I+, nicht sonderlich exponiert) zutraust und wartest, bis die Verhältnisse sommerlich sind.

Viele Grüße

Max

Wanderer82 says: RE:Steig
Sent 27 March 2022, 22h10
Hallo Max und danke für deine Beschreibungen.

Nun, die Route (Gletscher + Übergang und Abstieg von Col du Pigne) sind erst seit diesem Jahr in der Karte als Alpinwanderweg eingetragen. Nun, ich kann es sicherlich probieren. Wenn der Abstieg nicht markiert oder sehr schwierig ist, kann ich immer noch umkehren. Bis zu einem nicht allzu schwierigen T5 (wenn ich gut drauf bin) geht für mich. Normalerweise gehen markierte Alpinwanderwege nicht über T5 hinaus. Ich kenne nur einen und der ist am Wegweiser sogar explizit als T6 ausgewiesen.

Beste Grüsse
Thomas

Sent 28 March 2022, 09h50
Auf die Schnelle hab ich dies und das das gefunden. Deepl hilft mit dem Franzöisch, falls nötig.

Auf der Hüttenwebseite der Cabane Petit Mountet ist der Weg textlich erwähnt und in einer Übersichtskarte eingezeichnet.
Bevor du gehst, lohnt sich wohl Anruf dort und/oder auf der Moiry.

Bin gespannt auf deinen Bericht,

G, Rise

t2star says:
Sent 28 March 2022, 10h27
Moin Thomas,
ich habe den Abstieg vor rund 5 Jahren begangen, da war die Route noch lange nicht in der Karte verzeichnet. Von der Moiry-Hütte bis in den Pass ist das völlig problemlos, das ist nicht mehr als ein guter T3. Der Abstieg zur Petit Mountet ist erstaunlich gut zu begehen. Am Anfang etwas steil (wir konnten Mitte August noch über ein paar Schneefelder surfen), dann wird es aber schnell harmloser. Etwas Routengespür war damals erforderlich, aber auch nur wenig. Im Gegensatz zur in der Karte eingezeichneten Route sind wir erst noch etwas weiter nach Norden gegangen und haben somit einen kleinen Bogen zur Petit Mountet Hütte gemacht. Wie auch immer, ist definitiv nicht mehr als in T4.
BG Bernd

Sent 28 March 2022, 12h18
Super, danke Bernd.

Ich danke allen für die raschen und hilfreichen Kommentare. Der Hüttenwart hatte mir eben letztes Mal Angst gemacht, aber das müssen die wohl, vor allem wenn die Route nicht markiert ist. Ob sie jetzt wirklich besser markiert ist, bezweifle ich. Es gibt durchaus in der Karte als Alpinwanderweg eingezeichnete Strecken, wo Markierungen ganz oder teilweise fehlen. Umgekehrt gibt es auch falsch blau-weiss eingetragene Passagen, die eigentlich rot-weiss sind. Auf Anfrage habe ich erfahren, dass anscheinend von den zuständigen Personen andere offizielle Angaben gemacht werden, als dann im Gelände vorhanden. Ein Beispiel ist das Refuge de Chalin. Lange war alles rot-weiss eingezeichnet, jetzt ist ein Abschnitt (der in der Realität überhaupt nicht markiert ist) blau-weiss, der Rest immer noch rot-weiss, obwohl im Gelände blau-weiss. Die Ausschilderung lässt aber vor Ort auch zu wünschen übrig. Da scheinen sich die Zuständigen und die Markierer anscheinend nicht einig zu sein. Für den Wanderer, der sich auf die Karte verlässt, ist das höchst unangenehm.

El Chasqui says: Gletscher
Sent 28 March 2022, 13h29
Hallo Thomas
ich habe den Gletscher schon zwei Mal überquert. Das Schwierigste war der Abstieg von der westlichen Moräne (schuttig) und dann wieder der Aufstieg auf der Ostseite. Der Gletscher war damals im August aper, die wenigen Spalten gut sichtbar. Steigeisen sind vorteilhaft.
Der Weg von der Cap de Moiry hinauf zum Col de Pigne geht gut, runter nach Zinal kenne ich nicht.
Etwas schwieriger und noch gerölliger wird der Aufstieg zum Pigne de la Lé.
Hier mein damaliger Bericht *Hochtouren um die Cabane de Moiry
Gruss Urs

N_Altitude says: Petit Mountet > Col du Pigne
Sent 30 May 2022, 23h13
Hoi,
ich bin vor 2 Jahren von der Petit Mountet Hütte auf den Col du Pigne aufgestiegen. Die Petit Mountet Hütte ist sehr empfehlenswert! - liebevolle familiäre Bewartung und sehr netter, auskunftsfreudiger Hüttenwart, ( FR-Kenntnisse vorausgesetzt ;) )

Im unteren Teil gingen wir (anfänglich auf Wegspuren, später weglos) eher in die Fläche südlich von Punkt 2536 (also südlich des auf der Karte eingezeichneten Bachs) und dann scharf "links" um die Kurve (um die untere leichte Felsbastion nordwestlich herum) in die schwach ausgeprägte Rampe, die ab ca. 2600m s/sw zum Col hinauf zieht. Danach weglos bis auf ca. 3000m, wo Markierungen mit gelben Punkten beginnen, die zum Schneefeld unterhalb des letzten steilen Aufschwungs zum Col du Pigne führen. Gemäss Hüttenwart Petit Mountet ist dieses Schneefeld meist das ganze Jahr da. Von unten gesehen holt man dann auf der rechten Seite des Schneefelds aus und quert dann von rechts nach links in eine mit Ketten versicherte steile Felspassage, die danach steil und etwas "brösmelig", aber gutmütig, zum Col hochführt. Ich kann natürlich nicht sagen, ob die Ketten noch da sind, aber ich bin überzeugt der Hüttenwart der Petit Mountet kann dazu Auskunft geben. Die Ketten machten einen ordentlichen Eindruck.

Ich fand diesen Aufstieg sehr schön, auch wenn zwischendurch mal etwas schuttig/sandig. Auf dem Col angekommen, hat man erstens ziemlich was geleistet und zweitens ist der Ausblick zum Zinalrothorn herrlich :)

Wanderer82 says: RE:Petit Mountet > Col du Pigne
Sent 1 June 2022, 12h35
Danke für die zusätzlichen Informationen!

Gruss
Thomas

Sent 3 September 2022, 17h47
Von der Hütte habe ich nun folgende Antwort erhalten:

"A priori le chemin en question ne figure pas encore sur les cartes de Swisstopo, il est en cours d'homologation.
Il est par contre tracé et marqué en bleu-blanc-bleu.
La trace visible sur certaines cartes (mais pas swisstopo) est probablement une trace mise en ligne par quelqu'un qui l'a relevée sur son GPS.
Je ne pourrais vous dire si elle correspond à celle que nous avons tracé, de même que la cotation, que je pense plus proche du T3 que du T5.
Le passage clé se trouve directement sous le Col du Pigne côté Zinal, raide, en partie en rocher/terrain instable, mais pourvu de chaînes.
Il faut ensuite chercher un peu le parcours et le marquage."

Wunderlich wie die Einschätzungen bezüglich der Schwierigkeit unterschiedlich sein können. Aber ich nehme an, dank der Ketten und der Markierungen wird es jetzt tatsächlich einfacher sein. Steht für nächstes Jahr auf meiner To-Do-Liste.

Zaza says: RE:
Sent 3 September 2022, 19h19
Ich war vor ein paar Tagen teilweise dort unterwegs: Guter Weg (blau-weiss markiert) von Petit Mountet nach Mountet. Die Abzweigung Richtung Col du Pigne ist nicht signalisiert und der erste Teil der Route weist weder Wegspuren noch Markierungen auf. Ich bin dann links weg zum NE-Grat des Pigne und habe den oberen Teil somit nicht gesehen. Auf der Moiry-Seite problemloser Weg und weiss-blau markiert.

Lg zaza

Wanderer82 says: RE:
Sent 3 September 2022, 19h47
Danke für die aktuelle Meldung.

Mal schauen, vielleicht sind sie noch nicht fertig mit Markieren. Aber ich muss sagen, es macht mich recht stinkig, wenn solche Routen auf map.geo.admin eingezeichnet und vor Ort weder ausgeschildert noch durchgängig markiert sind. Ich empfinde das schlicht als Frechheit gegenüber allen Wanderern, die extra dorthin fahren, nur um dann keinen offiziellen bzw. vollständig markierten und ausgeschilderten Weg vorzufinden. Wenn man schon markiert oder Wege in Karten einträgt, sollte man sich auch darauf verlassen können, dass dies offiziell und durchgängig ist. Eigentlich hoffe ich fast, dass da mal irgendwas passiert und die Verantwortlichen dann zur Rechenschaft gezogen werden.

eiv,mTn says: RE:
Sent 4 September 2022, 11h56
auf blau-weiss sind die Anforderungen so hoch, dass jeder selber verantwortlich ist. Deshalb sind sie ja eben nicht rot-weiss oder gelb markiert.

Auszug aus der SN 640 829a:

"7.10 Alpinwanderweg
Alpinwanderwege sind anspruchsvolle Bergwanderwege. Sie führen teilweise durch wegloses Gelände, über Schnee- felder und Gletscher, über Geröllhalden, durch Steinschlag- runsen oder durch Fels mit kurzen Kletterstellen. Bauliche Vorkehrungen können nicht vorausgesetzt werden und beschränken sich allenfalls auf Sicherungen von besonders exponierten Stellen mit Absturzgefahr.

7.10.1 Anforderungen an die Benützer
Benützer von Alpinwanderwegen müssen trittsicher, schwindelfrei und in sehr guter körperlicher Verfassung sein und den Umgang mit Seil und Pickel sowie das Überwinden von Kletterstellen unter zu Hilfenahme der Hände beherrschen. Sie müssen die Gefahren im Gebirge kennen. Zusätzlich zur Ausrüstung für Bergwanderwege werden Höhenmesser und Kompass, für Gletscherüberquerungen Seil und Pickel vorausgesetzt.
"

=>

"7.9.1 Anforderungen an die Benützer
Benützer von Bergwanderwegen müssen trittsicher, schwin- delfrei und in guter körperlicher Verfassung sein und die Gefahren im Gebirge kennen (Steinschlag, Rutsch- und Absturzgefahr, Wetterumsturz). Vorausgesetzt werden feste Schuhe mit griffiger Sohle, der Witterung entsprechende Ausrüstung und das Mitführen topografischer Karten."


tenor says: RE:
Sent 4 September 2022, 14h51
Zum Glück sind noch nicht alle Pfade der Alpen ausgeschildert und markiert...soll ja kein Disneypark werden!

Wanderer82 says: RE:
Sent 4 September 2022, 20h13
Es geht mir nicht darum, dass alles markiert und ausgeschildert ist. Aber WENN man etwas beginnt zu markieren, dann bitte offiziell und durchgängig mit Wegweiser, ansonsten hat das mit Sicherheit und Service Publique nichts zu tun.

tenor says: RE:
Sent 4 September 2022, 20h40
Was bitte schön sind offizielle Wege? Wenn ein Schild da steht?
Du schreibst, dass es dich stinkig machst, wenn auf map.geo.admin eine Weg eingezeichnet ist und du dann keine Markierungen und Schilder vorfindest.
Auf map.geo.admin siehst du doch einfach, ob da ein Weg oder Wegspuren vorhanden sind. Und Punkt. Ob da schöne Schilder stehen, das steht auf einem anderen Stern.
Und das mit durchgängig ist ja auch eine Sache. Alle 5 Meter oder alle 100m?
Ab T4 braucht es ganz einfach gutes Orientierungsvermögen, da sollten Schildli nicht mehr matchentscheidend sein.
Wenn ich Service Publique will, nehme ich den ÖV:)

Wanderer82 says: RE:
Sent 4 September 2022, 20h48
Wenn auf map.geo.admin ein Alpinwanderweg (blauer Strich) eingezeichnet ist, erwarte ich einen Wegweiser mit Zielangabe und wenigstens durchgehende Markierung (wo möglich und nötig). Ob T4 oder T6 ist doch völlig egal, wenn was markiert wird, macht es nur Sinn, wenn die Markierungen auch dort sind, wo man eben sonst den Weg nicht (so einfach findet), warum sollte man sonst überhaupt teilweise Markierungen abringen?

Offizielle Wege sind für mich Routen, welche offiziell markiert wurden (vom SAC, der Gemeinde etc.). Damit gehe ich als Begeher davon aus, dass hier bewusst eine Route markiert wurde und diese auch entsprechend begehbar und einigermassen nachvollziehbar markiert ist. Wenn Privatleute irgendwelche Markierungen anbringen, ist das natürlich eine andere Sache. Solche Routen sollten dann aber auch nicht auf einer offiziellen Karte erscheinen.

tenor says: RE:
Sent 4 September 2022, 20h53
Point taken.
Ich sehe schon, ich bewege mich in den Bergen einfach ganz anders. Diese farbigen Striche ignoriere ich und schaue nur das Gelände an auf der Karte und ob da ein Pfad oder Wegspuren sind. Alles andere ist mir egal:)
Und im allgemeinen: je weniger Markierungen desto mehr Spass hab ich.

eiv,mTn says: RE:
Sent 4 September 2022, 22h57
Deshalb gibt es eben die 3 Kategorien. Während Kantone und Gemeinden bei gelb und rot-weiss eine gewisse Verantwortung tragen, ist das bei blau-weiss explizit nicht der Fall.

siehe auch SN 640 829a / Seite 55:

"Alpinwanderweg [...]

Benützung auf eigenes Risiko [...]"

Da kannst du überhaupt niemanden haftbar machen.

Wenn du den Anforderungen nicht gewachsen bist, dann gibt es nur eins: Mach die Wanderung nicht.

Andernfalls kann es bei einem Unfall gar noch dümmer für dich rauskommen, wenn die Versicherung die Tour nämlich als Wagnis beurteilt, kann sie dir die Leistungen kürzen.

***

Generell halte ich es auch eher wie tenor und bevorzuge es, mich nach dem Gelände zu orientieren und zu bewegen, statt stur nach Wegen und Markierungen.

Schneemann says: RE:
Sent 12 September 2022, 12h17
So einfach ist das mit der Klausel "auf eigenes Risiko" aber nicht. Sowas kann leicht in einen Gesetzestext geschrieben werden, dadurch ist der Weg-Verantwortliche aber nicht immer aus der Verantwortung. Wenn bekannt ist, dass aktuell grosse Gefahren herrschen und der Weg weder gesperrt noch gesichert wird, dann kann hier durchaus auch die zuständige Behörde (Gemeinde, Kanton) verantwortlich werden.

War nicht auch das Unglück in Bondo mit den 8 Toten auf einem blau-weiss markierten Weg? Da wird heute noch drumm gestritten, ob nicht hätte gesperrt werden müssen. Und das obwohl dort meterhohe Warnschilder aufgestellt waren und jeder wusste worauf er sich einlässt.

Wanderer82 says: RE:
Sent 12 September 2022, 22h49
Und was stellst du dir unter 'Weg sperren' genau vor anstatt mit Zafeln den Durchgang zu untersagen? Soviel mir war, war das beim Weg in Bondo der Fall. Ich ging trotzdem durch und hatte - zugegebenermassen Glück.

Schneemann says: RE:
Sent 13 September 2022, 07h05
Meines Wissens war der Weg zum Zeitpunkt des Unglücks nicht gesperrt. Es gab nur Tafeln mit Warnungen. Und um diese Frage dreht sich wohl vor allem das laufende Gerichtsverfahren.
Eine Warntafel wird wohl eher ignoriert als eine Wegsperrung, bei der ein Verbot angeschrieben ist. Sicherlich werden auch Verbote ignoriert, aber die Hürde ist schon etwas grösser.

eiv,mTn says: RE:
Sent 13 September 2022, 08h24
So wie ich das anhand der spärlichen, im Internet auffindbaren, Infos sehe, waren die Wege im Tal und zu den Hütten aber alle rot-weiss und nicht blau-weiss.

Somit haben der Kanton und die Gemeinde tatsächlich auch eine weit höhere Verantwortung, als wenn es alles Alpinwanderwege sind.

NB: da wir in der Schweiz in einem Rechtsstaat leben, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Dinge, die in Gesetzestexte geschrieben sind, auch tatsächlich so sind.

Schneemann says: RE:
Sent 13 September 2022, 10h00
Ob der Weg blau-weiss war konnte ich leider nirgends rausfinden.

Gesetzestexte sind selten für den konkreten Fall eindeutig und müssen entsprechend ausgelegt und abgewogen werden. Bei der Verantwortlichkeit für Wanderwege spielen verschiedene Faktoren mit. Nach meiner Kenntnis sind vor allem folgende Aspekte abzuwägen: die Wegsicherungspflicht, der zumutbare Schutz vor Naturgefahren und die Eigenverantwortlichkeit. Der Verweis auf einen Aspekt alleine, hebelt nicht die übrigen Aspekte aus. Ein Leitfaden findet sich hier: Leitfaden

Bei Bondo stellt sich die Frage, ob Kanton und Gemeine beim Schutz vor bekannten Naturgefahren nicht zu nachlässig waren. Ich vermute eher nicht, weil zwar vlt. der Bergsturz prognostiziert war, aber nicht der Murgang. Das wird jetzt aber wohl nach dem Entscheid des Bundesgerichts nochmal neu aufgerollt...

eiv,mTn says: RE:
Sent 13 September 2022, 10h13
es geht und ging nie um Bondo, sondern einzig um die Verantwortung für Alpinwanderwege, welche der TO unrealistisch hoch ansetzte.

Wanderer82 says: RE:
Sent 13 September 2022, 13h35
Moment, es ging mir einzig und allein darum, dass es bei offiziellen blau-weissen Wegen (auf der Karte eingezeichnet) wenigstens einen Wegweiser gibt und eine einigermassen logische, konsequente Markierung. Mit unrealistisch hoch hat das meiner Meinung nach rein gar nichts zu tun.

eiv,mTn says: RE:
Sent 13 September 2022, 14h43
wie sich ja mittlerweile herausstellte, ist der Weg falsch eingezeichnet, somit erübrigt sich eigentlich die ganze Diskussion.

Wanderer82 says: RE:
Sent 13 September 2022, 15h53
Ja, so ist es. Interessant wäre jetzt, wie es diese falsche Route in die offizielle Karte geschafft hat.

Alpin_Rise says: RE:
Sent 6 September 2022, 14h27
> erwarte ich einen Wegweiser mit Zielangabe und wenigstens durchgehende Markierung (wo möglich und nötig).

Richtig, wenn eine Route in map.admin aufgenommen und somit "offiziell" ist, darfst du eine Signalisation nach der zitierten Norm erwarten. Die Kompetenz für die Umsetzung des FWG liegt in den Kantonen. Wer die gängigen Vorurteile über unsere Kantone geflissentlich pflegt, weiss auch, wo das Wegenetz gut gepflegt ist und wo weniger...

Aber: Neben dem "offiziellen", d.h. in den Richtplänen der Kantone festgelegten Wegnetz existieren viele weitere Markierungen von Vereinen oder Privaten. Wenn diese "ihre" Wege gelb, rot oder blau markieren, beginnt die Verwirrung. Umgekehrt kommt es vor, dass sich die Kantone weigern, traditionelle und manchmal gut markierte Wege ins offizielle Netz aufzunehmen. Die Tendenz geht IMOH dorthin, das Wegnetz auszudünnen, findet man doch immer wieder verblichene offizielle Markierungen im Gelände.

Nichtsdestotrotz hat die Schweiz ein weltweit einzigartiges FusswegNETZ, was es erlaubt, auch ausserhalb von Nationalparks oder Naherholungsgebieten ohne detaillierte Planung und Orientierungsmittel quer durchs Land zu wandern. In allen anderen Staaten, die ich kenne, ist das so nicht möglich.

G, Rise

Zitat FAQ Schweizer Wanderwege:

"Wer ist für die Wanderwege zuständig?

Gemäss Bundesgesetz über die Fuss- und Wanderwege FWG sind für Planung, Anlage, Unterhalt und Signalisation der Wanderwege die Kantone zuständig. In den meisten Kantonen werden diese Aufgaben jedoch an die kantonalen Wanderweg-Organisationen delegiert, welche aufgrund verbindlicher Richtpläne die Planung und die Signalisation der Wanderwege sicherstellen. Der Bau und der Unterhalt wiederum ist meist Sache der Gemeinden."

Schneemann says: RE:
Sent 12 September 2022, 01h40
Kann mich zaza anschliessen. Ich bin auch den die blau-weisse Route (Richtung Grande Moutet) abgelaufen. Es hat unten noch den Wegweiser Richtung Col du Pignet. Aber dort wo auf geo.admin.ch der Abzweig eingezeichnet ist, war für mich nichts zu erkennen. Keine Markierung, kein Pfad oder sonstwas.

Ich gehe davon aus, dass der Pfad auf geo.admin.ch falsch ist. Denn auf den Col ging vor kurzem ein skyrace hinauf und es muss dort aktuell pinke Markierungen haben. Auf der Webseite des Rennens ist ein GPX-Track aufgeschaltet, der vermutlich stimmt, und der weicht deutlich vom Weg auf geo.admin.ch ab:
trail du besso

Zaza says: RE:
Sent 12 September 2022, 12h38
Denke ich auch...vermutlich muss man zuerst dem Wanderweg Richtung Combette folgen und steigt dann über P. 2368 auf. Das habe ich gerade vor ein paar Tagen im Misox auch festgestellt, dass die Wanderwegmarkierung 100 hm weiter oben verlaufen kann als es geo.admin anzeigt. Vielleicht werden dort manchmal Projekte erfasst, die dann in Wirklichkeit etwas anders markiert werden?

eiv,mTn says: RE:
Sent 12 September 2022, 18h25
>Der Weg Cabane Le Petite Montet - Col du Pigne wurde verschoben (korrekte Route siehe https://www.traildubesso.com/trail-du-besso). Der eingezeichnete Weg ist nicht begehbar.


Post a comment»