Pitztal und Ötztal wollen zusammenwachsen ...


Published by silberhorn, 4 November 2019, 20h18. This page has been displayed 2092 times.

und ein Gletscher zum Skigebiet ausbauen.
Kaum zu glauben, dass an eine derartig Zerstörung in heutiger Zeit gedacht und erst noch geplant wird!!!

Artikel und Plan an prominenter Stelle bei Microsoft Edge.



Comments (67)


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Sent 4 November 2019, 22h00
Wirklich sehr schlimm! Ein ähnlich schlimmer Fall ist leider noch gar nicht lange her: Piz Val Gronda. Es zählt leider nur noch der Kommerz - wir rasen mit 200 Sachen auf die Wand zu...

Schneemann says: RE:
Sent 5 November 2019, 13h05
Immerhin wurde der Zusammenschluss von Kappl und Arlberg verhindert. Da wäre ich dann doch einigermassen guter Hoffnung, dass dieses Megaprojekt ebenfalls nicht durchkommt. Denn da wird noch viel mehr Fläche neu erschlossen...

jagawirtha says: Pitztal u. Ötztal
Sent 5 November 2019, 13h13
Das Thema ist schon einige Jahre auf der Agenda und nicht neu.
Nachfolgend ein Link mit einer Online-Petition dagegen.

https://mein.aufstehn.at/petitions/nein-zur-gletscherverbauung-pitztal-otztal

alpstein Pro says:
Sent 6 November 2019, 08h07
"Aufregen tun sich Menschen aus der Stadt, die aus romantischen Gründen oder schlechtem Gewissen gegen den Willen der Bevölkerung ständig Querschüsse liefern".

Zitat Franz Hörl, Sprecher der Seilbahnwirtschaft, gelesen heute im Südkurier, Weltspiegel S. 11

silberhorn Pro says: RE:
Sent 6 November 2019, 11h08
Wer statt des Gewissen Dollarzeichen in den Augen hat, kann die Situation so beurteilen.

alpstein Pro says: RE:
Sent 6 November 2019, 12h20
Der Link zum Südkurier-Artikel. Ich weiß allerdings nicht, ob er auch funktioiert, wenn man beim SK nicht angemeldet ist

silberhorn Pro says: RE: Südkurier
Sent 6 November 2019, 17h10
Hat ohne Anmeldung bei mir nicht funktioniert.
Dennoch danke.

sven86 says: RE:
Sent 6 November 2019, 22h40
Interessante Hintergrundinformationen zu den Machenschaften von Franz Hörl finden sich übrigends unter folgemdem Beitrag:

https://freieberge.wordpress.com/2019/02/21/mediale-hetzjagd-gegen-skitourengeher/#more-8088

Sent 6 November 2019, 11h14
jagawirtha.
Seit wie viel Jahren ist das Thema auf der Agenda?

In der Schweiz gibt es die Gletscher Initiative. Sie fordert u.a. das Erreichen von Null Emissionen bis 2050.

Deleted comment

jagawirtha says: RE:
Sent 6 November 2019, 12h28
Ich war Anfang 2015 am Pitztalgletscher bei Skifahren, da war das schon offiziell. Wie ich damals meinen Pensionswirt verstanden habe, versprechen sich die Pitztaler mehr vom zusätzlichen Tourismus, wobei ich denke dass der weiter im Ötztal bleibt und sich die Ötztaler nur ein noch höheres Gletschergebiet sichern wollen. Ich war heuer auf der Wildspitze und konnte beobachten, dass der Verbindungsgletscher zwischen Ötztal und Pitztal, also unter dem Tiefenbachkogel, eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist bzw. große Lücken aufweist. Also muss auch hier für den Saisonbeginn beschneit werden. Sicher wird man auch für das Vorhaben Subventionen beantragen, wobei ich das nur vermute.

Habe gerade auf der Seite des ÖAV entdeckt, dass die Piste jetzt über den Karlesferner Richtung Braunschweiger Hütte ausgebaut wird. 2015 hat mir der Wirt davon noch nichts erzählt.

Gruß Gerhard

Den Link brauchst du nur zu markieren und kopieren und dann einfügen.

silberhorn Pro says: RE:
Sent 6 November 2019, 17h22
Gerhard, für die Infos vielen Dank. Also bleibt noch eine kleine Chance, dass die Vernunft Oberhand gewinnen wird.

Kenne die Gegend nur von den groben Übersichten aus den Lenz Koppelstätter Krimis.

Das mit dem Link kopieren muss ich herausfinden wie das geht. Alpenorni hat einen Link mit guter Darstellung vom Geplanten gesetzt.

Gruess
maria

Sent 6 November 2019, 11h22
Hätte gerne den Link zum Bericht hinzugefügt. Die Adresse ist dermassen lang, dass ich sie bis vorhin nie ganz lesen konnte.
Soeben war der Artikel wieder auf der ersten Seite. Die Berichte wechseln quasi im Sekundentakt. Sind jedoch meist am selben Tag oder am nächsten zu finden.
Die Grafik finde ich sehr beeindruckend. Wie bedeppt muss man sein um z.B. beinahe einen ganzen Gipfel zu sprengen.

Sent 6 November 2019, 12h03
> Kaum zu glauben, dass an eine derartig Zerstörung in heutiger Zeit gedacht und erst noch geplant wird!!!

Geschieht auch in der Schweiz, jetzt und heute:
- Sedrun / Andermatt (schon genehmigt und im Bau)
- Hasliberg / Melchseefrutt / Engelberg (noch in der Planung)

sind die, welche mir spontan einfallen. Gibt aber sicher noch mehr.


silberhorn Pro says: RE: Geschieht auch in der Schweiz
Sent 6 November 2019, 17h40
… und, nicht nur im Skisport, auf dem ganzen Erdplaneten.

Andermatt/Sedrun. Wenn viel Geld und Skipromis wie Bernhard Russi und Co für Naturzerstörungen Werben sitzen Naturschutz Organisationen oft am kürzeren Hebel.

Kürzlich ohne Ortsangabe gelesen. Sawiris will in England ein Ressort bauen.

Sent 6 November 2019, 12h36
Ötz-Piztal: Flucht nach oben...?

Situation CH: Die Skigebiete gehören immer mehr irgendwelchen ausländischen "Investoren", werden von der einheimischen Bevölkerung oder von Idealisten getragen. Denn wer heute noch substanziell in ein Skigebiet unter 2500 m investiert, ist entweder blauäugig, halbschlau oder mit halblegalem Geld unterwegs.
Oder ist die öffentliche Hand, welche aus regionalpolitischen Gründen tote Skigebiede künstlich am Leben erhält.

Ironisch: Dieses Schicksal teilt die Skibranche mit den Investitionen in fossile Brennstoffe.

G, Rise


Alpenorni Pro says: Link
Sent 6 November 2019, 12h49
Hier ein hoffentlich funktionierender Link zum Vorhaben, auch u.a. mit Foto des wegzusprengenden Gipfels.
Au weia, da fällt einem wirklich nichts mehr zu ein, was für ein Wahnsinn !

Was würde eigentlich passieren, wenn man auf die Schnelle eine tolle Route auf das Gipfelchen mit roten Farbklecksen markiert und haufenweise Steinmänner da oben aufstellt, via Instagramm etc. entsprechenden Hype und Boom entfacht, so dass sich Hunderte Selfie- und HotSpot-Jäger dort tummeln ? ;-)
( Mit zu Tränen rührender Home-Story : Ein Alpengipfel kurz vor seinem Tod...)


silberhorn Pro says: RE:Link
Sent 6 November 2019, 17h50
Martin, Dir mein Dank für den funktionierenden Link mit guter Darstellung.

"Was würde eigentlich passieren …"
Humorvoller Gedankengang. Wer weiss, vielleicht ist dieser ein Anstoss zu einer Antwort ;-).

alpstein Pro says: RE:Link
Sent 6 November 2019, 18h07
Einen Wegpunkt scheint dieser Gipfel zu haben, aber noch keinen Bericht.

Der mit P. 3210 versehen Gipfel dürfte es sein.

Alpenorni Pro says: RE:Link
Sent 6 November 2019, 18h25
Ja, P.3210 scheint zu stimmen.

Na dann nun aber. auf zur Tat ! :

Hier harrt ein noch unbeschriebenes Gipfelchen seiner Erstbeschreibung, man könnte es vielleicht Fernerkögelchen taufen, das klingt auch gleich sehr zart und rührend angesichts seines womöglich baldigen Gesprengtwerdens.
Wer jetzt noch die Chance nutzt, kann vielleicht in ein paar Jahren von sich sagen, er habe vor kurzem einen Alpengipfel bestiegen, einen Dreitausender sogar, und jetzt sei da nur noch Luft, wo der Berg grad noch gewesen sei. ;-)







sven86 says: RE:Link
Sent 6 November 2019, 23h06
Naja, ich glaube der Wegpunkt wurde von einem Benutzer angelegt bei dem gefühlt 3,50 Meter Schartenhöhe schon zur Gipfeleigenschaft qualifizieren :)

derMainzer says: Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 13h44
Ein Gletschergebiet zum weltweit größten Skigebiet ausbauen und das mitten in Europa? Haben die Verantwortlichen Investoren und Projektleiter denn gar kein Gewissen mehr? Oder sind diese eher auf dem Niveau eines Donald Trumps? In den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnt wird der Klimawandel sich in Europa deutlich bemerkbar machen. Jeder künstliche Eingriff mit solchen Dimensionen in ein bestehendes sensibles ökologisches System, steht einem Kapitalverbrechen in nichts nach. Es ist bereits hinreichend bekannt, was für ökologische Auswirkungen verursacht werden, wenn die Investoren grünes Licht für ihr Megaprojekt bekommen. Glücklicherweise steht der DAV auf der Seite vom ÖAV und den Umweltorganisationen. Also Augen auf und die Online-Petition unterstützen. Keine Chance für solche Ignoranten wie u.a. Dopelmayr und Günther Aloys. @jagawirth: Vielen Dank für den Link auf die Online-Petition. @silberhorn: Bitte weiterhin Informationen zum Sachstand für den geplanten Ausbau. @hikrforum: Steht auf und kämpft für das, was euch am liebsten und Herzen liegt. Unterschreibt die Petition. Wenn das durchgeht, dann folgen noch mehr solche irrsinnigen Projekte im Alpinen Raum.

Gruß
derMainzer

Kopfsalat Pro says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 13h54
Piefke Saga Teil 4

sven86 says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 18h34
Solche Aussagen beweisen der Sache aber ehrlich gesagt einen Bärendienst. Das macht es den Projektbefürwortern ziemlich leicht, die Projektgegner als radikale Ökospinner darzustellen. Die rein biologisch-ökologischen Auswirkungen dürften vergleichsweise gering ausfallen; abgesehen von Gletscherflöhen ist da ja kaum Lebendmasse betroffen (die Biologen mögen mich korrigieren). Das Argument Klimawandel ist auch eher ein Argument der Befürworter, denn auf den Gletschern wird noch in einigen Jahrzehnten Skifahren möglich sein, wenn niedrigere Gebiete längst aufgegeben (und womöglich auch renaturiert) wurden.

Was bleibt ist ein massiver Eingriff in das Landschaftsbild (und insofern ist das Gelände dort deutlich sensibler als es in einer historischen Alm-Kulturlandschaft der Fall ist. Daher komme auch ich zu einer Ablehung. Aber ein wenig mehr Sachlichkeit würde hier sicherlich nicht schaden.

derMainzer says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 21h31
Servus Sven86,
wenn man von Aufstehen und Kämpfen spricht, heißt das noch lange nicht, dass man radikalisiert vorgehen soll. Da du die Zahl 86 in deinem Namen führst, gehe ich davon aus, dass du 1986 Jahrgang bist. Deswegen kennst du die Entstehung der ökologischen Alternativen Bewegungen in Deutschland, u.a. Greenpeace, (Die) Grünen, Anti Atomkraft- und Friedensbewegung (gab es schon in den 50zigern) nicht. Allein Greenpeace hat seit ihrer Gründung im Jahr 1971(in Vancouver/Kanada) viel für den Umweltschutz getan. Man erinnere sich nur an 1995 und den Sachverhalt mit der Ölplattform Brent Spa. Ohne das Einschreiten sogenannter radikale Ökospinner würden heute noch ausgediente Ölplattformen im Meer versenkt werden. Aber auch das das Umweltschutzabkommen zum Antarktisvertrag von 1991, das den kommerziellen Rohstoffabbau für mindestens 50 Jahre unterbindet. Die wichtigen Bestandteile von Greenpeace-Strategien sind Einschreiten, Bekanntmachen und Skandalisieren. Auf diese Weise will man Druck auf die Verantwortlichen ausüben und dadurch Veränderungen herbeiführen. Das verstehe ich unter Kampf! Wenn viele Menschen die Petition unterzeichnen, bleibt den Verantwortlichen nichts anderes übrig als darauf zu reagieren. Zu den biologischen ökologischen Auswirkungen auf den Gletscher verweis ich auf die Homepage des WWF. Dort steht unter dem Artikel Skifahren – Wintersport mit Folgen, “das die Schneekanonen viel Wasser und Energie verbrauchen. Pro Hektar wird bei der künstlichen Beschneiung jährlich etwa eine Million Liter Wasser verbraucht. Das entspricht dem Bedarf einer Großstadt wie Hamburg. In den Alpen führen einige Flüsse schon bis zu 70 Prozent weniger Wasser als vor Einführung der Schneekanonen.“ Informationen zum weiteren Ausbau von Skigebieten mit künstlicher Beschneiung, u.a. auch auf Gletschern und den daraus entstehenden ökologischen Folgen können auf der Internetseite gletscherarchiv.de entnommen werden. Auch der DAV hat auf seiner Homepage unter der Rubrik Natur, dem Piztal Öztal Gletscherausbau eine ganze Seite gewidmet. Auch dort wird auf die Online-Petition verwiesen. Also sich erst einmal informieren, bevor man was von sich gibt. Das Thema betrifft uns alle.

Gruß
derMainzer

sven86 says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 22h36
Ich sage ja nicht dass die Gegner des Projektes (zu denen ich selber auch zähle) Ökospinner sind, sondern nur dass man es der "Gegenseite" auch nicht zu leicht durch solche pauschalen Aussagen machen sollte. Ebensowenig hilfreich sind die an anderer Stelle verbreiteten Falschaussagen es würde ein ganzer Gipfel weggesprengt - es handelt sich ja tatsächlich "nur" um eine kleine Graterhebung. Schlimm genug, aber an dieser (bewusst gestreuten?) Falschaussage hängen sich bereits die Projektbefürworter auf, um die Gegner zu diskreditieren. Daher der Aufruf zur Sachlichkeit.

Die Beschneiung ist natürlich nochmal ein separates Thema. Das betrifft aber die meisten Skigebiete, wo in den letzten Jahren massiv in die Beschneiung ausgebaut wird und auch noch weiter wird. Auch das sehe ich ebenso kritisch, es scheint mir hier aber nicht der entscheidende Punkt zu sein (in tiefergelegenen Gebieten wird ja vermutlich deutlich mehr beschneit) bzw. ausschlaggebend ist für mich eben der massive Eingriff in das Landschaftsbild, wozu natürlich auch ein Speicherteich zur Beschneiung gehören würde.

jagawirtha says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 7 November 2019, 15h24
Servus Sven,

mit "pauschalen Aussagen" musst du selbst aber auch vorsichtig sein, denn es handelt sich nicht nur um eine "kleine Graterhebung" sondern man steht an der Stelle schon vor 40 bis 50 hm. Links und rechts von P. 3210 sind Gletscher, besonders der Karlesferner hat noch eine Menge an Spalten, die müssen für einen reibungslosen Skibetrieb alle weggefräßt werden. Eine Befahrung des Karlesferner mit LKW, die Schutt abtransportieren ist wegen der Steilheit nicht möglich. Wohin mit dem Abraum?
Wenn du willst kannst du auf meiner Seite den Kurzbericht über den Linken Fernerkogel ansehen, dort habe ich jetzt ein paar Fotos eingestellt, wo P. 3210 auch aus der Nähe zu sehen ist.

Liebe Grüsse
Gerhard


sven86 says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 7 November 2019, 17h41
Ok, dann nehmen wir das „kleine“ heraus :)

Schneemann says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 22h09
Grundsätzlich stimmt das schon - es lebt nicht viel auf dieser Höhe und daher kann man da auch nicht viel Flora und Fauna zerstören. Auch braucht man auf dieser Höhe viel weniger Kunstschnee und somit weniger Energie. Überhaupt ist der Trend zu weniger aber dafür grossen, verbundenen Skigebieten wohl öklogisch sinnvoller als die vielen kleinen Skigebiete. Letztere werden wohl zugunsten der Grossen langsam verschwinden - auch dank dem Klimawandel.

Dennoch finde ich dieses Projekt fatal. Man zerstört hier einzigartige Hochgebirgslandschaft von der es nicht mehr viel gibt. Man verschandelt die wenigen erhaltenen Gletscherregionen, die man noch hat.

Und ich sehe vor allem nicht den Nutzen für die Locals. Ein Skiort wie Sölden ist doch heute schon jeden Winter total überfüllt. Warum noch mehr Leute anlocken, wem nutzt das? Das Problem von Sölden (und ähnlich wohl auch im Piztal) ist doch eher, dass sie kaum Sommertourimsus haben - aber wer will denn überhaupt noch in solche Landschaften, die so total vom Skizirkus geprägt sind und komplett verbaut sind? Kein Bergsteiger will doch mehr in diese Region, wenn überal Gondeln baumeln. Ich versteh das irgendwie nicht und verstehe vor allem nicht warum die Tiroler Regierung das alles genehmigt...

yeti11 says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 23h41
Lieber Schneemann, eins vorneweg, ich bin nicht für den Bau neuer Skigebiete, ich bin Skitourengänger und gehe Pistengebieten weit aus dem Weg. Allerdings finde ich Dein Argument nicht richtig, "man zerstöre hier einzigartige Hochgebirgslandschaft." Diese ist dort nicht!!! Im Gegenteil. Vom linken Fernerkogel schaut man auf die beiden Skigebiete, Sölden und Pitztaler Gletscher. Am Fuss der geplanten Piste steht eine Hütte. Die ganze Umgebung ist jetzt schon verbaut! Die Idee beide Skigebiete zu verbinden gibt es seit 25 Jahren, es braucht dazu max. 2 Lifte. Interessant ist dies vorallem für das Pitztal. Deren Skigebiet ist langweilig und zu klein. Auch existiert keine echte Talabfahrt. Damit ist das Pitztal nicht wirklich wettbewerbsfähig. Flora und Fauna wird da oben auch nicht wirklich geschädigt.

Schneemann says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 7 November 2019, 15h55
Naja, ich kenne die Gegend nur von Bildern, einem früheren Skiurlaub (man verzeihe mir!) und ein paar Arbeitseinsätzen an der Öztaler Ache. Wenn es stimmt, dass die Ecke sowieso bereits verschandelt ist, dann sieht die Situation für mich anders aus - auf den Bildern erkenne ich das aber nicht. Vielleicht sollte man dem Skizirkus dann die Auflage machen, dass sie die Komission genau dann bekommen, wenn dafür woanders genausoviele Skilifte und Pistenkilometer geschlossen und rückgebaut werden - das wäre vermutlich ein Deal, der der Umwelt eher zugute kommt ;)

Schneemann says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 7 November 2019, 15h57
Konzession....nicht Kommission.

jagawirtha says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 7 November 2019, 18h13
Eine echte Talabfahrt ist auch bei dem Projekt auch nicht geplant und würde deshalb dem Pitztal gar nichts bringen. Außerdem welches Gletscherskigebiet, außer Ötztal und das auch mit künstlicher Beschneiung, haben eine "echte Talabfahrt"?

Gruß
Gerhard

alpstein Pro says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 8 November 2019, 17h08
>Dennoch finde ich dieses Projekt fatal. Man zerstört hier einzigartige Hochgebirgslandschaft von der es nicht mehr viel gibt. Man verschandelt die wenigen erhaltenen Gletscherregionen, die man noch hat.

Ich kenne sowohl den Rettenbach- als auch den Tiefenbachferner sowie den Pitztaler Gletscher vom Winter als auch Sommer. In den Anfängen des Sommerskigebiets Rettenbachferner war ich auch mal im Sommer dort zum Skifahren.

Im Gegensatz zum Winter hatte ich bei späteren Besuchen im Hochsommer nicht das Gefühl, mich in einer "einzigartigen" Hochgebirgslandschaft zu befinden. Die Gletscher grau, von Gletscherweiss unterhalb der 3000 m-Marke keine Spur mehr, nur Schutt und Geröll. Wenn die Gletscher erst mal noch ganz verschwunden sind, wird es noch trostloser dort. Einen so schlimmen zusätzlichen Eingriff in die Landschaft durch ein paar weitere Liftstützen sehe ich durch das Verbindungsprojekt nicht.

Sölden hat eine Gemarkungsfläche von 468 km² und ist damit die größte Gemeinde in Österreich. Die geplante Erweiterung soll 64 ha (0,64 km²) betragen.

Ich fände, dass ein bisschen mehr Sachlichkeit gefragt wäre. Aber heute ist es ja normal, dass egal bei welchen Projekten erst einmal der Empörungsreflex kommt, ohne die Fakten zu kennen.

Eine Eingriffs-/Ausgleichsbilanz auf örtlicher Ebene wird es nach EU-Recht sicher auch in diesem Fall geben.

silberhorn Pro says: RE:Gletscher zum Skigebiet ausbauen?
Sent 6 November 2019, 20h19
Sali derMainzer

An das Niveau Donald Trumps dachte ich heute auch.

Soweit mir bekannt ist können nur Erwachsene und Kinder welche in Österreich wohnen die Petition unterschreiben. Dies zu tun empfehle ich ihnen dringend.

Was den Sachstand zum geplanten Ausbau betrifft verfolge ich ihn nicht. Falls ich jedoch wieder darüber lese melde ich mich.

Gruess, silberhorn

alpstein Pro says:
Sent 7 November 2019, 05h31
....und wie sehen das die Skifahrer. Mal ein Link zum

alpinforum

in welchem ich zu Zeiten meiner alpinen Skifahrerei auch aktiv war. Der Thread zieht sich über 3 Jahre.

silberhorn Pro says: DAV
Sent 7 November 2019, 16h29
Nun will ich doch noch auf die Seite von derMainzer vom 6.November hinweisen. In ihr hat es ein Film der das Gebiet zeigt. Gefolgt von der Abfahrt vom Gletscher Ein Glaziologe erklärt das Ganze. Inklusive der nicht bewilligt erstellten Strasse..

alpstein Pro says:
Sent 9 November 2019, 11h27

Schneemann says: RE:
Sent 9 November 2019, 20h14
...die Argumente finde ich aber kaum überzeugend.

Z.B sowas wie "wenig Ressourcenverbrauch" ist doch ein Witz. Da wird nicht nur eine Verbindung der Skigebiete gebaut, sondern quasi gleich ein neues Skigebiet aus dem Boden gestampft. Der Ressourcenvebrauch ist gigantisch für eine Neuerschliessung. Das sucht wohl seinesgleichen in Hinblick auf den Ausbau von Skigebieten in den letzten Jahren. Was der Vergleich mit der ganzen Gemeindefläche überhaupt aussagen soll versteh ich schon gar nicht - vergleicht man es mit der Weltoberfläche ists noch weniger, aber was sagt das schon...

Und wie man angesichts des Verbaus, der Sprengung eines Gipfels, der Errichtung von Speicherseen und vielen Hektaren an Pisten behaupten kann es gäbe "keine Ausschlussgründe" ist schon ziemlich absurd.

Das einzige echte Argument scheint mir die Verbesserung der Attraktivität des Piztaler Skigebiets zu sein. Es ist bezeichnend das Sölden so gut wie nie erwähnt wird, eben weil das schon längst überfüllt ist und von der Grösse völlig ausreichend für einen Skiurlaub ist. Völlig missachtet wird hier auch der Verlust der Attraktivität für den Sommertourismus.

Ich finde diese Webseite argumentiet ziemlich schwach...aber gut, ich bin wohl auch nicht der Adressat dafür.

alpstein Pro says: RE:
Sent 9 November 2019, 20h56
>Völlig missachtet wird hier auch der Verlust der Attraktivität für den Sommertourismus.

Es sind wohl in erster Linie die Pitztaler, die ein besonderes Interesse an dieser Verbindung haben. Einen Verlust der Attraktivität für den Sommertourismus sehen sie wohl nicht, sonst würden sie das Projekt nicht so forcieren.

Wenn ich mich an den letzten Besuch am Pitztaler Gletscher im Sommer erinnere, ist das ohnehin kein Ort, wo man sich im Sommer gerne aufhalten will. Schutt und Geröll, dazu ein paar planierte Pisten und graue Gletscher. Ein Anblick zum abgewöhnen. Kein Vergleich mit dem Winter. Das dem Tourengeher attraktive Tourenziele verlorengehen, kann ich bei der mageren Anzahl von Berichten zum Fernerkogel auf HIKR oder im gipfelbuch.ch nicht feststellen.

Der Vergleich zu den Gemeindeflächen sagt doch aber aus, dass sich die Flächeninanspruchnahme im Vergleich zu 700 km² Gemarkungsflächen von Sölden und St. Leonhard marginal ist. Über Jahre hinaus kann auf den Gemarkungen jeder auf Tour gehen ohne mit dem Gletschergebiet überhaupt nur in Berührung zu kommen. Der Attraktionsverlust ist wohl mehr ein emotionales als tatsächliches Problem. Nebenbei bemerkt, fangen die meisten Skitourenberichte auf die Wildspitze nach Benutzung der Gletscherbahnen auf dem Pitztaler Gletscher an.

Neue Skiverbindungen in sensiblen Voralpenlandschaften, wie z.B. am Riedberger Horn im Balderschwanger Tal sehe ich da viel kritischer.

Hochhinauf says: Klares Nein!
Sent 10 November 2019, 13h51
Sölden hat schon genug verschandelt. Ein James Bond Museum auf einem 3000er, einen stählernen Steg, an dessen Ende die Aussicht auch nicht besser ist und eine Veranstaltung, an der sich unzählige Pistenraupen zur Bespaßung auf einem Gletscher drehen, names Hannibal, braucht auch niemand. Wie kann sowas schon genehmigt werden?
Die Verschandelung weiterer Landschaft muss ein Ende haben.

Die Wanderroute der bekanntesten Alpenüberquerung würde wohl komplett unattraktiv werden (Bauzeit alleine nicht weniger als 6 Jahre!).

Den Blick von der Terrasse der Braunschweiger Hütte reizt nach Abschluss der Maßnahme auch keinen mehr.

Bleibt zu hoffen, dass anhand des Widerstands aktuell keine Schmiergelder an die Personen fließen, die es letztendlich entscheiden werden.

Ich hoffe auf eine Entmachtung der Seilbahnbetreiber, denn denen ist zuviel ja nicht genug!



silberhorn Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 10 November 2019, 19h03
Sollte alles schief laufen und das Vorhaben ausgeführt werden, käme in mehr oder wenigen Jahren mit der Wasserknappheit das grosse Erwachen.

alpstein Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 10 November 2019, 19h11
Maria, das dürfte Dich vielleicht interessieren

Der Standard

und das vielleicht eher nicht ;-)

Seilbahnwirtschaft

Die Sektion Braunschweig schließt sich natürlich dem DAV an und wird später auf der Braunschweiger Hütte das Ganzjahresgeschäft mitnehmen (wie die Dresdner Hütte im Stubaital)

silberhorn Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 10 November 2019, 19h55
Doch, doch, Pro und Contra interessieren mich. Und wenn sich Werner Bätzing zu Wort meldet eh.

Den eine und anderen Artikel hatte ich schon gelesen. Vorhin einen zum zweiten mal.

Die Gletscher betreffend, denke ich, spielt die eventuelle Sprengung von 2/3 der Bergspitze eine Nebenrolle.
Kann nicht beurteilen was stimmt und was nicht.


silberhorn Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 10 November 2019, 20h31
Auch als nicht Skifahrerin verstehe ich, dass teilweise Leute die den Skisport lieben für das geplante Projekt sind.

alpstein Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 11 November 2019, 10h34
>Auch als nicht Skifahrerin verstehe ich, dass teilweise Leute die den Skisport lieben für das geplante Projekt sind.

Seit ich im Dezember 2008 Schneeschuhe gekauft habe, war ich kaum mehr auf der Piste. Das war für mich, wo ich fast 50 Jahre auf die Skiern gestanden habe, früher unvorstellbar. Da ich nun mehr Zeit habe, möchte ich das aber wieder aktivieren. Man getraut sich allerdings kaum, sich hier als Liftbenutzer zu outen ;-)

Aus der Brille des Skifahrers betrachtet, können das Söldner und das Pitztaler Gletschergebiet dem Stubaitaler oder Hintertuxer Gletscher nicht das Wasser reichen. Bei einem Zusammenschluss wird das Gebiet natürlich deutlich attraktiver.

Im Kaunertal geistert auch noch so ein Projekt herum. Dass muss aber wirklich nicht sein!


silberhorn Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 11 November 2019, 14h05
"Man geraut sich allerdings kaum, sich hier als Liftbenutzer zu outen ;-)"

Ist jemand für oder gegen etwas, beide werden angegriffen. Schlimm finde ich uflätige Kommentare und jene unter der Gürtellinie. Etwas mehr Anstand wäre in unserer dualen Welt öfter angebracht.

Pitztal, Ötztal, Kaunertal
da kommen mir jeweils die lokalen Krimis von Lenz Köppelstätter, die ich verschlinge, in den Sinn :-)

"Da ich nun mehr Zeit habe, …) Vorzeitig?

alpstein Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 11 November 2019, 15h54
>Ist jemand für oder gegen etwas, beide werden angegriffen.

ja, das ist leider so. Bei gewissen Leuten fällt es aber auch mir schwer sachlich zu bleiben ;-)

>Pitztal, Ötztal, Kaunertal
da kommen mir jeweils die lokalen Krimis von Lenz Köppelstätter, die ich verschlinge, in den Sinn :-)

Das Ötztal ist die erste Alpenregion, mit welcher ich schon als kleiner Bub in Kontakt kam und das lange Jahre das Urlaubsziel mit meinen Eltern war. Wenige Tage vor dem Ötzifund waren wir mit unseren Kindern dort im Urlaub.

Von Koppelstätter gibt es ja den Krime "Der Tote am Gletscher", wo es u.a. um "glühweinselige Touristen und die kriminellen Machenschaften eines Skiliftunternehmers" geht. Das passt gut zu unseren Diskussionen :-)

>Vorzeitig?

Ich habe die Chance wahrgenommen zwei Jahre vor der regulären Pensionsgrenze" zu gehen.

silberhorn Pro says: RE: Klares Nein!
Sent 11 November 2019, 19h22

Kürzlich konnte ich nicht mehr sachlich bleiben. Bevor an Gelassenheit zu denken, hat's mich vertätscht.

"Der Tote am Gletscher".
In Erinnerung blieben paar Szenen. Nach den Karten im Buch sollte der Ötzi in der Geschichte vorkommen. Da, wie du schreibst, der Krimi gut zu unserer Diskussion passt habe ich ihn zum Nachlesen schon hervorgeholt.

Vorzeitig?

Hattest dich seit einiger Zeit darauf gefreut. Freut mich für dich!



silberhorn Pro says: RE: Der Tote am Gletscher
Sent 15 November 2019, 21h25
"Das passt gut zu unserer Diskussion".

Dem stimme ich zu.

Pitztal und Ötztal

Ob die Täler auch einen Bürgermeister König wie im Krimi haben? Lokal erweiterter gibt es sie ja da und dort im ganzen Alpenraum.


Geplantes im Pitztal und Ötztal

Ist mir durch das Hirn gezogen.
Vielleich haben sowohl Gegner wie Befürworter ihre Aussagen ein kleines bisschen ihre Darstellungen zu ihren Gunsten ausgelegt.

jagawirtha says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 11 November 2019, 21h13
Danke Alpstein,

hiermit ist eine aufwendige Gegendarstellung zu deinen äußerst postiven und teilweise irreführenden Äußerungen zu dem sinnlosen Zusammenschluß hinfällig. Ich war der felsenfesten Meinung du bist an den Pitztaler Gletscherbahnen beteiligt.

Eines ist sicher, durch den eventuellen Zusammenschluß gibt es nicht mehr Schifahrer auf einem seit Jahren rückläufigen Markt und das angebliche größere Steueraufkommen für Österreich wird an anderer Stelle (kleine kostengünstigere Schigebiete) wegfallen.Das gleiche war bei uns in Passau als die Neue Mitte (Einkaufszentrum) geplant wurde, viele neue Arbeitsplätze wurden versprochen. Inzwischen ist die alte Füßgängerzone tot, die Geschäfte dort sind entweder pleite oder in der Neuen Mitte. Das mit den Arbeitsplätzen war letztendlich eine Nullrechnung auf einem gesätigten Markt.

Gleich vorab, ich habe nichts gegen Liftbesitzer auf bestehenden Anlagen, bin selbst Schifahrer, Tourengeher und Schneeschuhgänger. Ich würde das aber nie im Ötztal machen wollen, deshalb war ich bisher immer im Pitztal, weil es dort anders war, ruhiger und überschaubar!

alpstein Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 12 November 2019, 09h07
Danke Jagawirtha!

Dieses Projekt, so es nach Genehmigung und langjährigen Rechtstreitigkeiten überhaupt kommen wird, geht dann erst nach Beendigung meiner aktiven Zeit in Betrieb. Anteile an den Gletscherbahnen gehören mir nicht. Führt nicht der Eigentümer der Kaunertaler Gletscherbahnen die Regie.

Die Pitztaler sind von diesem Projekt überzeugt, nicht nur der Tourismus, sondern auch das Handwerk versprechen sich dadurch eine Sicherung von Arbeitsplätzen. Dem Skibetrieb auf dem Gletscher von Oktober bis Ende Mai steht eine relativ kurze Wanderzeit gegenüber, wobei ich mir zum normalen Bergwandern wirklich attraktivere Ziele, als das enge und tief eingeschnitte Tal vorstellen kann. Wenn die Prognosen zum Klimawandel zutreffen, wird sich der Skibetrieb immer mehr in höhere Regionen verlagern, was wohl auch "mit Flucht nach oben.." in diese Thread schon erwähnt wurde.

Die Erschließung dieses "Sandwich-Gletschers" zwischen den bestehenden Gebieten ist in erster Linie eine Sache der betroffenen Region und des Landes Tirol. In der Schweiz gäbe es über so ein Projekt eine Abstimmung. Eine Einmischung von außen würde man sich dort zu Recht verbieten.

Die Zusammenfassung einer 11000 Seiten starken Umweltverträglichkeitsuntersuchung kennst Du vermutlich. Fundamentale Gegner von solchen Erschließungen werden diese natürlich nicht akzeptieren oder sie für "geschmiert" halten. Letztlich werden Gerichte über eine noch zu erteilende Genehmigung befinden und diese Entscheidung ist dann zu akzeptieren.

Ob Dein Beispiel für Passau auf das Pitztal anzuwenden ist, wissen wir nicht. Hier in Radolfzell wurde auf dem Gelände des Wäscheherstellers "Schiesser" 5 Minuten von der Altstadt entfernt ein FOC gebaut, das nicht die von Dir beschriebenen Auswirkungen hat, im Gegenteil zu einer Belebung in den Ferienzeiten und an Samstagen und auch sonst geführt hat. Proteste gibt es hier derzeit gegen ein Erweiterungsprojekt unseres REHA-Zentrums und den Neubau eines Feriendorfes auf einer Sukzessionsfläche am Bodenseeufer, wo früher mal Bauschutt u.ä. abgelagert wurde. Sollen Gewerbegebiete geschaffen werden, wird protestiert, sollen Projekte entstehen, welche den Tourismus fördern, wird mit unsäglichen Argumenten dagegen protestiert. In einer Region, welche im Tourismus eine große Chance für die Zukunft sieht, ist das nur schwer verständlich.

Nun aber genug schwadroniert, nix für unguat :-)

Grüße nach Passau

jagawirtha says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 12 November 2019, 18h03
Servus,

da geb ich dir absolut Recht, entscheiden werden die Gerichte und wir hier auf HIKR können nur zusehen, so oder so!

Viele Grüße

Gerhard

Schneemann says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 12 November 2019, 23h37
"Ich würde das aber nie im Ötztal machen wollen, deshalb war ich bisher immer im Pitztal, weil es dort anders war, ruhiger und überschaubar!"

Leider geht der Trend vor allem in Tirol zu einem Mallorca im Schnee. Hauptsache viel Events, viele Pistenkilometer und Massentourismus. Umwelt, Nachhaltigkeit und der ursprüngliche Charakter gehen dabei komplett verloren. Im schlimmsten Fall endet es wie in den Retortendörfern wie Sölden oder Ischgl.

alpstein Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 08h40
Es wäre interessant mal schlaue Ratschläge zu hören, die den Pitztalern eine bessere Zukunftsperspektive geben würde als der Ausbau des Gletschergebietes. Ratschläge, die verhindern, dass junge Leute abwandern mit den negativen Folgen, wie z.B. sinkende Belegungen in den Kindergärten und Schulen, Schließungen derselben usw.

Mal von anderer Stelle hierher kopiert:

Weil es um unsere Zukunft geht

LebensraumPitztal·Donnerstag, 24. Oktober 2019·

Viel ist in den vergangenen Wochen und Monaten über das Pitztal geschrieben worden. Jede Gelegenheit wurde von den Projektgegnern genutzt, um am Beispiel des Pitztals die vermeintlichen Auswüchse und Verfehlungen des Tourismus festzumachen.

Wie aber die Menschen denken, die im Pitztal wohnen, die hier ihre private und berufliche Zukunft sehen, scheint niemanden zu interessieren. Dagegen wehren wir uns. Wir sind in diesem Tal aufgewachsen. Gleichzeitig müssen wir mitansehen, wie die Infrastruktur unseres täglichen Lebens immer mehr zurückgeht. Was es heißt, bis zu 35 km zur nächsten Apotheke, zur nächsten Tankstelle oder zu einem normalen, vollsortierten Supermarkt zu fahren, können sich Ortsfremde nicht vorstellen.

Stagnation & Abwanderung

Seit dem Jahr 2000 sind die Winterübernachtungen in St. Leonhard beinahe unverändert. Der Tourismus, die einzige wirtschaftliche Säule in unserer Gemeinde, stagniert. Viele Unternehmer stehen vor der Herausforderung, erhebliche Investitionen in den Erhalt und die Zukunft ihrer Betriebe zu stemmen, die dutzenden Menschen in unserer Gemeinde einen Arbeitsplatz vor Ort zu bieten. Gleichzeitig sinkt die Bevölkerungszahl in St. Leonhard, Menschen wandern ab und verlassen ihre Heimat. Mit welcher Rechtfertigung spricht man uns die Möglichkeit ab, unseren Wirtschafts- und Lebensraum so weiterzuentwickeln, dass auch unsere Kinder die Chance auf eine Zukunft im Pitztal haben?

Sinnvolle Weiterentwicklung unseres Lebensraums

Wir wissen sehr wohl, dass die Natur unser größtes Kapital ist. Daher pflegen wir auch mit großem Einsatz unsere Kulturlandschaft, mähen die Felder, erhalten die Almen und haben den überwiegenden Teil unserer Gemeindefläche als Naturpark unter Schutz gestellt. Der Tourismus hat einen bescheidenen Wohlstand ins hintere Pitztal gebracht. Noch vor 1980 war das Tal von ärmlichen Verhältnissen geprägt, während in anderen Regionen schon 30 Jahre oder noch länger ein florierender Tourismus herrschte. Gieriger Touristiker oder Massentourismus wird man in St. Leonhard nicht finden. Und das ist auch nicht das, was wir wollen. Aber auch uns muss man die Chance geben, unser Angebot und unsere Infrastruktur so auszubauen, dass Einheimische und Gäste gerne hier wohnen und Zeit verbringen.

Nur ein funktionierender Tourismus hält lokale Wirtschaftskreisläufe am Leben, schafft Arbeitsplätze, verschafft einheimischen Dienstleistern Aufträge und nimmt den Bauern ihre Produkte ab. Dieser Kreislauf ist in den vergangenen Jahren erheblich ins Stocken geraten. Eine sinnvolle Investition wie das Zusammenschluss-Projekt, das zu 100% von heimischen Privatinvestoren getragen wird, trägt zum Wohle aller in St. Leonhard bei.

Wir wollen hier im Pitztal leben, wir wollen nicht abwandern, sondern unseren Kindern eine Perspektive in diesem Tal geben. Der Zusammenschluss Pitztal-Ötztal ist der notwendige Impuls, den unsere lokale Wirtschaft braucht, damit wir auch in Zukunft unsere Betriebe erhalten und sichere Arbeitsplätze bieten können.

Wir setzen uns zu 100% für den Zusammenschluss Pitztal-Ötztal ein!

Gemeinschafts-Initiative für die Zukunft des Lebensraums Pitztal

Destination Performance, eine Wissenplattform für den Tiroler Tourismus

Kopfsalat Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 11h22
Die Frage ist eher, weshalb ist der Mensch überhaupt jemals in solch unwirtliche Gegenden gezogen?

Wohl weil es damals Vorteile hatte, dort zu wohnen.

Hat es diese Vorteile immer noch? Wenn nicht, wieso dann weiterhin dort wohnen?

alpstein Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 13h08
Den Kommentar finde ich jetzt etwas zynisch. In den Städten wären sie wohl nicht willkommen. Wo ich hinschaue, lese ich nur von Widerständen gegen den derzeitigen Bauboom, auch verursacht durch den Zuzug von außen, hohe Baukosten und Mieten, Verkehrsprobleme und so weiter. Baden-Württemberg hatte im Jahr 2015 einen Verbrauch an Siedlungsfläche von 5,2 ha am Tag! (Quelle Stat. Landesamt). In der Schweiz werden die Zahlen etwas verniedlicht in m²/sek. ausgedrückt.

Man könnte auch sagen, was regen sich die Leute überhaupt über dieses Projekt auf. Niemand muss in dieser Region Urlaub machen. Folglich sieht er es auch nicht und die Auswirkungen werden den Einzelnen auch sonst nicht wirklich beeinträchtigen.

Kopfsalat Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 15h10
> Niemand muss in dieser Region Urlaub machen.

Womit es noch weniger Grund gibt, Bergbahnen auszubauen. Die Argumentation beisst sich in den Schwanz.

Der Punkt ist nicht, ob man dort wohnen und leben kann, sondern, wie man dort wohnen und leben will.

> In den Städten wären sie wohl nicht willkommen.

Im Gegenteil, den Bauboom gibts ja (neben rein spekulativen Gründen) weil die städtisch/flachländische Wirtschaft brummt und Arbeitskräfte benötigt.

alpstein Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 16h50
Keiner, den die Erschließung stört, ist gezwungen dorthin zu fahren.

>Im Gegenteil, den Bauboom gibts ja (neben rein spekulativen Gründen) weil die städtisch/flachländische Wirtschaft brummt und Arbeitskräfte benötigt.

Dennoch hält dies Naturschutzverbände und gewisse Kreise der Bevölkerung nicht davon ab, jegliche Bautätigkeit, ob gewerb- oder wohnwirtschaftlich zu kritisieren und mit Einsprachen sowie Petitionen zu verzögern. Parallelen also zu dem Thread-Projekt.

Schneemann says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 12h59
Naja, da sind viele Punkte zum Einhaken dabei.

Was ist grundsätzlich das Problem an "stagnierenden Übernachtungszahlen"? Wieso muss man immer mehr Leute in diese abgelegene Region locken? Die Zahl der Skifahrer wächst seit längerem nicht mehr. Das Wachstum hin zum Massentourismus ist doch keine Lösung - jedenfalls nicht für die Umwelt und die Nachhaltigkeit. Ein Stagnieren ist doch erstmal nichts schlechtes. Andere Bergregionen kommen auch ohne 200 Pistenkilometer und Eventtourismus zurecht.

Und was die Abwanderung angeht. Viele junge Leute wollen heute einfach in der Stadt leben, das ist ein europaweiter Trend und nicht auf die Bergregionen beschränkt. Den wird man auch mit neuen Liften nicht stoppen können. Das Ziel muss ja eher sein denjenigen Jobchancen zu bieten, die gerne dort bleiben zu wollen. Und dass das ohne Massentourismus nicht möglich sein sollte bezweifle ich - in Sölden und Ischgl arbeiten eben auch überwiegend Saisonarbeiter oder Zugereiste, weil sich gar keine Einheimischen dafür finden.

Gegen "funktionierenden Tourismus" spricht das alles m.E. aber nicht. Vielleicht sollten sie eben auch den Sommertourismus im Auge behalten und mehr auf umweltverträglichen Tourismus setzen, der ohne die Massen auskommt - seis Bergsteigen, Tourengehen, Langlauf oder ähnliches. Man kann Naturparks einrichten und Naturbeobachtungen oder geführte Flora&Fauna-Touren anbieten. Indem man das eigene Kapital - nämlich die intakte Umwelt - zerstört, schafft man dagegen keinen nachhaltigen Tourismus. Und ich finde man erhält auch nicht die Orte im Piztal, wenn man diese zu Retortenstationen ausbaut, die im Sommer komplett aussterben...


derMainzer says: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 16h30
Servus Schneemann,

vielen Dank. Endlich mal eine klare Stellungnahme hier zum Thema. Was du geschrieben hast, hat auch Prof. Dr. Werner Bätzing in einem Interview zum Thema Alpen und erweiterter Tourismus wieder gegeben. Ich habe das Interview am 22.02.2019 in der 3 Sat Sendung makro gesehen. Dort war die Aussage von Herrn Dr. Bätzing, das durch den demographischen Wandel, es im Winter immer weniger Gäste in die Skigebiete treibt, da sie älter werden und die jüngeren Generationen immer weniger Zeit auf der Piste verbringen. Die Urlaubsorte setzen deshalb verstärkt auf asiatische Gäste, insbesondere aus China. Das kann man auf der Homepage von 3Sat entnehmen. Herr Dr. Bätzing sagt auch im Interview aus, das die Chinesische Regierung versprochen hat, das bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking, 250 Millionen Chinesen Skifahren können sollen. Damit ist wohl klar, warum immer mehr ein weiterer Ausbau von Hochgelegen Skigebieten forciert wird. Auf diese Ausländischen Gäste setzt die Tourismus Branche in den Alpen, den diese sollen den stagnierten Wintertourismus wieder ankurbeln. Wer von diesem Massentourismus profitiert ist auch ganz klar. Die von Familien geführten Hotels und/oder kleine Pensionen wohl eher kaum. Diese müssen sogar um ihre Zukunft bangen, da im Sommer die Gäste dann ausbleiben. Wer will den schon im Sommer auf planierten Skipisten unter Skiliftsäulen bergsteigen und wandern.

Gruß
derMainzer

silberhorn Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 17h18
Möchte nochmals auf das dünne Tb von Werner Bätzing "Zwischen Wildnis und Freizeitpark - Eine Streitschrift zur Zukunft der Alpen" hier im Rotpunkt Verlag aufmerksam machen.

alpstein Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 13 November 2019, 17h48
Danke, Maria

Ich habe das Buch schon bestellt.

silberhorn Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 14 November 2019, 17h53
Gerne gelesen.

alpstein Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 15 November 2019, 17h55
Heute Vormittag habe ich das Werk in der Buchhandlung geholt und jetzt auch gelesen. Wirklich eine interessante Lektüre, welche die ganzen "Probleme" der globalisierten Welt für die Alpen aus den unterschiedlichsten Richtungen beleuchtet. Der Tourismus ist dabei nur einer von vielen Aspekten. Im Wesentlichen geht es aber ja um den Alpenraum an sich und nicht nur um ein paar Touristikzentren in den Alpentälern. Die Alpen selbst stellt er „als insgesamt dünn besiedelt" dar und die "Verwilderung" würde voranschreiten. Die Auswirkungen auf die Alpen durch sonstige wirtschaftliche Entwicklungen oder den Siedlungsbrei, der entlang der Hauptverkehrsachsen entstanden ist, werden, sofern ich es richtig verstanden habe, als ein viel größeres „Problem“ gesehen.

In den Diskussionsforen stehen aber wohl eher „Sehnsuchts-Ideologien“ einer heilen Bergwelt im Vordergrund, welche heute mit dem, was vor Jahrhunderten vorhanden war, eine Wildnis, bestehend aus Wäldern, Hochgebirge samt Gletschern, ohnehin nichts mehr gemein hat. Den Begriff „Sehnsuchts-Ideologie“ verwendet Bätzing ja selbst, in dem er die Kritik anderer Gelehrter an seinen Lösungsansätzen erwähnt.

silberhorn Pro says: RE: Klares Nein! "Liftbesitzer"
Sent 17 November 2019, 15h24
Leider habe ich das im Frühjahr 2015 gelesene Büchlein verlegt. Hätte es vor dem Antworten gerne nochmals getan.

Absatz 1
Gaukelt mir die Erinnerung nichts vor zeigt Werner Bätzing mögliche Lösungen auf. Auch gegen die Vergandung der Alpen.

Absatz 2
Nach meinen Überlegungen hätte das nicht realisieren des Zusammenschlusses nichts mit "Sehnsuchts-Ideologie" zu tun, sondern mit Schonung der sensiblen gefährdeten Gletscher, dem grössten Wasserreservoir der Alpen.

Etwa im selben Zeitraum war im Internet bei irgend einem TV-Sender ein Dokumentarfilm zu sehen der nicht nur den liegenbleibenden immensen Abfall thematisierte. Sondern auch was hinter den Kulissen abläuft. Zum Beispiel in Bergasthäuser was die Besucher nie zu Gesicht bekommen inklusive bedenklicher Personalpolitik. Oder Sichtbar die Beschneiung der Skipisten mit dem enormem Wasserverbrauch der nicht wahrgenommen wird.
Leider fand ich den Film trotz langer Suche nicht.

Gibt man in der Google Suche in etwa "Skipisten und Umwelt" ein wird Verschiedenes Thematisiert.

Klimaerwärmung. Wenn der Permafrost taut und die Berge bröckeln ...

Hochhinauf says: Null Verständnis für neue Lifte!
Sent 13 November 2019, 18h48
Liebe Befürworter im Pitztal: Genau, als erstes die Berge verdrahten, damit sich danach der Bau der Tankstelle im Talschluss auch lohnt. So ists richtig rum.
Kopfschütteln!
Den E5 gehen bis dato im Sommer täglich bis an die 1000 Leute. Für die wirds ein 6-jähriger Graus, dieses Mahnmal der Zerstörung aus nächster Nähe betrachten und hören zu müssen.
Hm, was könnte die Lösung sein? Vielleicht eine Entwicklung hin zu funktionierendem Tourismus und zu Kriterien für Bergsteigerdörfer. Aber da hat man sich vor Ort mehrheitlich fürs Gegenteil entschieden.
Dieses Megaprojekt hat nunmal das Zeug zum Symbolcharakter mindestens für Tirol und Österreich. Daher danke ich dem Ersteller der Petition, denn dies ist aus der Ferne die einzige Möglichkeit die Projektgegner zu unterstützen.

Ich stehe für das, was sich nebem dem Logo von hikr.org befindet.


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