Hoher Ifen Extended - Part I: Prolog mit Steinmandl


Publiziert von Grimbart , 4. Oktober 2015 um 19:56.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:26 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1140 m
Abstieg: 1140 m
Strecke:ca. 13,8 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von der A14 bei der Ausfahrt Dornbirn-Nord auf die L 200 und über Egg nach Bezau. Vor Reuthe links ab auf die L 28 nach Bizau und auf der Mautstraße nach Schönenbach-Vorsäß.
Unterkunftmöglichkeiten:Gasthaus Egender in Schönenbach (privat); Schwarzwasserhütte (DAV); Neuhornbachhaus (privat)
Kartennummer:Kompass WK-Nr. 03 (Oberstdorf, Kleinwalsertal); F&B WK 5364 (Hinterer Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Damüls)

Der Hohe Ifen, ein Berg von magischer Anziehungskraft. Unvergleichlich in seiner Form und Pilgerstätte für Wanderer aus dem Kleinwalsertal. Letzteres sorgt insbesonders an Wochenenden für ausgebuchte Hütten und erfordert Flexibilität bei spontanen 2-Tagestouren. Genau wegen so einer lag mir mein Wiener Spezi schon seit geraumer Zeit in den Ohren. Die Umrundung des Hohen Ifen ab Schönenbach schien mir dafür prädestiniert. Zu meinem Bedauern war die Schwarzwasserhütte aber bereits ausgebucht, also hieß es auszuweichen auf das Neuhornbachhaus. Damit verlängerte sich die Gehzeit am zweiten Tag um eine gute Stunde und für den ersten Tag musste eine neue Route gefunden werden: Von Schönenbach über den Gerachsattel zur Schwarzwasserhütte und schließlich über das Steinmandl zum Neuhornbachhaus.

 

In Schönenbach angekommen genehmigten wir uns zunächst im Gasthaus Egender einen Espresso. Danach ging's dann los, wobei die erste Stunde hinein zur Miesbodenalpe wenig spektakulär verläuft. An der Ifer- und Fellifluh zogen Nebelbänke umher und der Hohe Ifen mit seiner NO-Wand gab nur sporadisch sein Antlitz frei. Vom imposanten Talschluss war so nicht viel zu sehen.

Nach der Miesbodenalpe folgt man dem Fahrweg noch bis unter die Felsabstürze. Jetzt beginnt der Steilaufstieg hinauf zur Ebene der Halden-Hochalpe, dem Quellgebiet der Subersach. Über eine steile Rampe steigt man auf einen Rücken hoch. Die Abzweigung hinüber zur Oberfellealpe ignoriert man. Auf schmierigem und felsigem Steig geht’s danach im Zick-Zack hoch bis zu einem Durchschlupf in den Felsen. Hier hat sich die Subersach ihren Weg in den Fels gegraben. Durch die Engstelle hindurch öffnet sich einem ein kleines Alp-Paradies. Von Stein- und Kreuzmandl überragt liegt einem die Ebene der Halden-Hochalpe zu Füßen. Ihr inmitten die mäandrierende Subersach.

Nun führt der Weg stets links der Ebene flach hinüber zu einer Wegverzweigung unterhalb des Steinmandls. Nach rechts wäre es zum Neuhornbachhaus noch eine gute Stunde gewesen. Da wir aber durchaus gut in der Zeit lagen, blieben wir bei unserer ursprünglichen Routenwahl. Wir folgten nun links dem Steig hinauf zum Gerachsattel, wobei im unteren Teil nicht ganz klar war, ob wir in einem Bachbett oder auf einem Steig zur neuen Alphütte hochstiegen. Der Wintereinbruch zu Mitte der Woche sorgte jedenfalls für reichlich feucht-rutschige Bedingungen. Diese herrschten übrigens das ganze Wochenende vor und stellten insbesonders am Steinmandl und am Hohen Ifen eine Herausforderung dar. Regelmäßiges Säubern des Profils war daher angesagt.

Oben am Gerachsattel empfing uns ein frisches „Lüfterl“ und eine zähe Hochnebeldecke. Aber die Schwarzwasserhütte war ja nicht mehr allzu weit entfernt. Über wellige in Herbstfarben getünchte Feuchtwiesen steigt man zu dieser hinunter. Besonders feuchte Stellen sind dabei mit Holzplanken entschärft.

Draußen auf der Terrasse „wuselte“ es uns aber zu sehr, sodass die warme Stube uns da schon heimeliger erschien. Doch auch dort herrschte reges Treiben. Ein Plätzchen war aber dennoch gefunden. Gestärkt durch eine Gulaschsuppe wartete nun das „Grande Finale“ des ersten Tages: das Steinmandl, das an diesem Tag den Namen „Lehmmännli“ mehr verdient hätte.

Von der Schwarzwasserhütte auf bekanntem Weg zurück bis zur nahen Wegverzweigung zum Steinmandl. Hier nun nach links und durch eine Mulde an den Fuß des O-Rückens. Über diesen steigt man gesäumt von Buschwerk hoch bis kurz unter den N-Grat. Der Aufstieg glich dabei phasenweise einem Gang über Schmierseife. Unterhalb des N-Grats schwenkt der Steig in die O-Flanke ab und führt schließlich durch diese hinauf zum „Stuomännli“. Die Schuhe von den Letten befreit, ging's gleich wieder an den Abstieg.

Für ein kurzes Stück führt der Steig über den Grat hinab und danach nach rechts durch Heidelbeeren und Alpenrosen hinunter ins Kar der Althornbachalpe. Der Steig präsentierte sich im oberen Teil weiterhin schmierig und rutschig, sodass wir es vorzogen unseren eigenen Weg durch die Alpenrosen und Heidelbeeren zu suchen. Im offenen Gelände angelangt besserten sich die Verhältnisse zwar zusehends, doch war von einem durchgehenden Steig nicht mehr viel zu sehen. Ein paar Markierungen im Gelände und das war's.

So ging's dann eben weiterhin Querfeldein abwärts. Im Karboden angelangt trafen wir dann wieder auf Steigspuren. Diesen folgend nach rechts über einen Boden hinaus zu einer Geländeschulter und sich eher links haltend über eine kleine Anhöhe hinweg. Danach den von der Althornbachalpe herüberziehenden Fahrweg anvisierend, schräg durch die Hänge zu diesem hinunter. Hat man diesen erreicht, ist das Neuhornbachhaus nicht mehr weit. Um eine Geländekante herum, hat man die Hütte schon im Blickfeld. Allerdings wartet nach der Neuhornbachalpe noch ein kurzer Gegenanstieg.

 

Gehzeiten:

Schönenbach, Parkplatz – Schönenbach-Vorsäß – Miesbodenalpe (ca. 1' 10'') – Halden-Hochalpe (ca. 1' 25'') – Gerachsattel – Schwarzwasserhütte (ca. 45'') – Steinmandl (ca. 1' 00'') – Neuhornbachalpe – Neuhornbachhaus (ca. 1' 00'')


Tourengänger: Grimbart


Galerie


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