Auch im 3. Versuch klappt es nicht: Augstbordhorn - Dreizehntenhorn - Schwarzhorn


Publiziert von Tugark , 28. September 2015 um 21:56.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:25 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:15
Aufstieg: 1627 m
Abstieg: 1627 m
Strecke:24.03km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Die Moosalp ist sowohl mit Auto als auch ÖV gut erreichbar - mit dem ÖV könnte es aber zeitlich relativ knapp werden, evtl. muss dann nach Törbel oder Bürchen abgestiegen werden.

Einleitung. Seit ich 2011 zum ersten Mal in der Augstbordregion war, wollte ich die drei Gipfel Augstbordhorn, Dreizehntenhorn und Schwarzhorn in einem Rutsch mitnehmen. Bis anhin habe ich es 2x versucht; 2012 musste ich auf dem Augstbordhorn abbrechen, weil ich von dort schon sehen konnte, dass es auf den anderen Hörnern zu viel Schnee hatte; und 2014 musste ich auf dem Augstbordpass umkehren, weil ein Gewitter aufzog - und bei solchem Wetter will ich definitiv nicht auf dem Schwarzhorn stehen!

Kurzum habe ich etwas Zeit freischaufeln können und entschied mich, trotz des Neuschnees einen Versuch zu wagen, zumal laut SNL im Wallis auch "nur 5-10cm Schnee" fallen sollten. Aller guten Dinge sind 3, dachte ich mir, doch leider hat es auch im dritten Versuch nicht ganz geklappt.

Anreise. Am Donnerstag fuhr ich in unserem selbst zum Camper umgebauten Peugeot Expert auf die Moosalp, wo ich für 5 Franken ein Tagesbillet löste und mich zum Übernachten einrichtete. Da ich früh los wollte, hiess es bereits um 10 Lichter löschen. Warm eingepackt (mangels Daunenschlafsack in 2 Schlafsäcken mit Komfortzone um 0°C) liess es sich gut schlafen.

Moosalp - Augstbordhorn. Als ich um 5 Uhr verwachte, habe ich mich leider vom kuschelig warmen Schlafsack überreden lassen, noch eine Stunde Schlaf anzuhängen. Um 6 Uhr ging's dann aber auch aus den Federn und die Kälte überraschte mich doch ein wenig. Schnell warm angezogen, ein kleines Frühstück eingeworfen und dann gings schon los.

Die Route aufs Augstbordhorn ist hier schon oft beschrieben. Es gibt zwei Wege, wobei einer Rot-Weiss markiert ist, der andere gelb. Ich wähle den Rot-Weissen Weg und steige relativ steil zunächst einem Feldweg folgend, danach über zunehmend steilere, schmale Bergwege auf. Die Tiefblicke ins Rhone-Tal mit seiner Nebeldecke waren fantastisch! Unterhalb des Augstbordhorns beginnt der steile Aufstieg über Blockgestein, und hier lag auch der erste Schnee - allerdings noch unproblematisch wenig. Nach gut 2 Stunden erreiche ich das Augstbordhorn und geniesse die phänomenale Aussicht.

Augstbordhorn - Dreizehntenhorn. Ich war etwas stutzig, weil ich mich von meinem letzten Besuch auf dem Augstbordhorn erinnern konnte, dass der Weg aufs Dreizehntenhorn als Rot-Weiss markiert war. Jetzt prangte dort aber ein Blau-Weisser Wegweiser, mit der mir unglaublich grosszügig bemessen erscheinenden Zeitangabe von 2h 40min. Ich meine, man sieht ja das Dreizehntenhorn, und es sieht echt nicht weit aus. Weit gefehlt...

Zunächst steigt man einige Höhenmeter ab, bevor man auf den Augstbordgrat wechselt. Und dieser hatte es dann doch in sich, da es immer wieder auf und ab ging und weitestgehend weglos und spärlich markiert war. Zudem ist der Grat an einigen Stellen relativ ausgesetzt und nirgends gesichert. An vielen Stellen braucht man auch die Hände und muss zum Teil relativ mühsam um Blöcke herumsteigen, während man mit den Füssen auf kleinen Felsvorsprüngen balanciert. Der Neuschnee an vielen Stellen macht das ganze nicht angenehmer, sondern es wurde dadurch zu einer Rutschpartie. Vielleicht deshalb und weil ich wirklich sehr vorsichtig lief, benötigte ich doch fast 2 Stunden bis aufs Dreizehntenhorn. Der Schlussanstieg ist dann nochmals relativ steil, und dort lag nun wirklich viel Schnee - an einer Stelle versank ich über die Knie im Schnee, weil der Neuschnee eine Lücke im Blockgestein verdeckt hat...

Dreizehntenhorn - Unteres Säntum - Moosalp. Obschon der Panoramablick auf dem Dreizehntenhorn wahnsinnig schön war, merkte ich beim Anblick des Schwarzhorns sehr schnell, dass es mir heute wieder verwehrt bleiben würde. Das Couloir, durch welches man das Felsband überwinden kann, sah von weitem schon dermassen zugeschneit aus, dass ich mich dazu entschied, es bleiben zu lassen. Kommt man dort ins Rutschen, geht es nämlich ziemlich weit runter.

Also mache ich mich an den Abstieg, um via Grosser See und Unteres Säntum wieder auf die Moosalp zu gelangen. Diesen Weg habe ich bereits damals eingeschlagen, als auf dem Augstbordhorn Schluss war, und ich wusste noch von dort, wie mühsam und langweilig dieser Weg ist. Vom Dreizehntenhorn zum Grossen See lag zudem sehr viel Schnee im Hang, und auch hier verdeckte der Schnee viele Löcher. So kam es, dass ich mit einem Bein in ein solches Loch abrutschte, während das andere Bein nachrutschte. Dabei verdrehte ich mir das rechte Knie ziemlich fest, und von da an war runterlaufen eine Qual. Und ich hatte noch über 1000 Höhenmeter nach unten vor mir...

Kurz um - der Weg ist mühsam. Bis zum grossen See ist der Weg zwar eigentlich noch schön, aber ab da geht es mehrheitlich dem Skilifttrassee entlang bist zum unteren Säntum. Und von dort braucht man nochmals gut 90 Minuten bis zur Moosalp, wobei es zunächst gut 300 Höhenmeter nach oben geht, um diese dann kurz vor der Moosalp extrem steil wieder zu vernichten.

Nach 8:45 Minuten Marschzeit komme ich mit schmerzendem Knie bei der Moosalp an - und das dortige Rehpfeffer entschädigt für die Strapazen und den verpassten Gipfelerfolg.

Schwarzhorn - nächstes Jahr musst du definitiv dran glauben! Oder übernächstes Jahr...

Fazit: Eine sehr schöne und lohnende Tour, wobei der Abstieg via unteres Säntum relativ zäh und nicht sehr spannend ist. Allerdings ist zu beachten, dass der Weg via Augstbordgrat doch etwas ausgesetzt ist, wobei bei schneefreien Verähltnissen das Ganze vermutlich weniger gefährlich ist. Den Augstbordgrat stufe ich entsprechend als T4- ein, der Rest ist T3 (vom inneren Säntum auf die Moosalp aber maximal T2!).

Tourengänger: Tugark


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