Schottische Nebelgratwanderung vom Diedamskopf zum Steinmandl


Publiziert von Andy84 Pro , 26. Januar 2016 um 13:31.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:27 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: ZS - Fahrtechnisch anspruchsvoll
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1650 m
Abstieg: 1650 m
Kartennummer: AV BY 2 Kleinwalsertal Hoher Ifen, Widderstein

Das Gebiet um die Schwarzwasserhütte kennen wir mittlerweile sehr gut, aber interessanterweise nur im winterlichen Kleid. Dort ist im Winter immer einiges los, kein Wunder, gibt es dort einige sehr nette und einfache Skitourengipfel und mit der Schwarzwasserhütte auch noch eine tolle Hütte zum Einkehren.
Heute wollen wir uns die Gegend mal ohne Schnee ansehen, zumal uns dort auch noch ein paar Gipfel fehlen.
In der Früh haben wir noch die Webcams angeschaut und es war nur ein bisschen Nebel im Tal zu sehen, die Gipfel waren auf den Webcambildern komplett wolken- und nebelfrei.
So machen wir uns auch noch nicht wirklich groß Gedanken als wir am Parkplatz der Auenhütte eintreffen und alles im Nebel liegt. Weiter oben wird es schon frei sein.. Naja, heut haben wir uns mal getäuscht.
Aber der Reihe nach.

Diedamskopf    

Mit dem Bike geht es  hinein ins Schwarzwassertal, bis zur Melköde geht dies noch ohne Probleme und es ist leicht zu Radeln. Direkt hinter der Alpe Melköde geht es dann zunächst sehr steil hinauf, der weitere Weg ist dann auch sehr mit großen Wurzeln bedeckt und sehr schlecht zu fahren.
Nach einer Brücke geht nichts mehr mit Fahren, schieben ist angesagt.
Irgendwie hatte ich gedacht das der Sommer und Winterweg identisch verlaufen, leider ist dies nicht ganz der Fall.
So deponieren wir die Bikes ein Stück unter der Schwarzwasserhütte im Wald und gehen zu Fuß weiter.
Die Hütte lassen wir links liegen und gehen direkt weiter in Richtung Gerachsattel. Und von der Sonne ist weit und breit nichts zu sehen. Vom Gerachsattel geht es nun hinunter in die kleine Hochebene und wir sind sofort mit den Gedanken in Schottland. Durch den Nebel, die Farben und auch das kleine Bächlein erinnert hier sehr viel daran. So geht es gemütlich weiter Richtung Kreuzle, eine kleine Schulter im  Nordwestgrat des Falzer Kopfs. Ab hier beginnt nun der Anstieg auf den Diedamskopf welcher sich komplett in Wolken befindet. Hier merkt man auch sofort das sich eine Seilbahn in der Nähe befindet, trotz des schlechten Wetters ist hier einiges los. Über breite Wege und später auch einer Fahrstraße geht es zur Bergstation und an dieser vorbei die restlichen Meter hinauf zum Gipfel.
Hier hat es eine überragende Aussicht, mehr als 5 Meter sind nicht zu sehen.
Also nur kurz am Kreuz abklatschen und zurück zur Bergstation.
Da wir nur mit kurzer Hose unterwegs sind ist es doch etwas frisch und so gönnen wir uns im Bergrestaurant eine sehr überteuerte und nicht gerade leckere heisse Schokolade.

Falzer Kopf über Nordwestgrat   

Über die Fahrwege und Wanderpfade geht es nun zurück zum Kreuzle.
Hier ist ein rotes Warnschild angebracht mit dem Hinweis, den Nordgrat zum Falzerkopf wäre ein schwieriger Klettersteig und nur mit einem Bergführer und entsprechender Ausrüstung zu gehen. Selten so gut gelacht. Ein kleiner Pfad führt zunächst sehr gutmütig an die erste kleine Steilstufe, die Spuren leiten in die Nordflanke. Über eine Rinne gelangt man wieder auf den Grat und auf diesem geht es weiter. Es folgen 2 weitere kleine Steilstufen, es sind sogar Haken zur Sicherung angebracht. Dies ist aber sicher nicht notwendig, auch auf schmierigen Untergrund und nur mit Laufschuhen ist es gut zu gehen.  Am Gipfel des Falzerkopfs findet man nur einen Wegweiser, das Kreuz ist nach Südwesten vorgelagert. Leider haben wir überhaupt keine Sicht, deswegen nur kurz was trinken und schon geht es weiter.

Kreuzmandl

Auf guten Wegspuren geht es nun hinunter in das Neuhornbachjoch und von diesem direkt weiter und auf schönem Pfad Richtung Kreuzmandl. Bei schönem Wetter und guter Sicht sicherlich ein schönes flanieren auf dem Grat, bei uns gibt es leider nur dichtes Weiß und Grau zu sehen. Da lohnt es sich auch nicht die Kamera rauszuholen, es wäre eh nix zu sehen. Auf dem Kreuzmandl steht ebenfalls nur ein Wegweiser, dieser sagt nun für den weiteren Wegverlauf einen „alpinen Steig“ voraus.

Steinmandl

Auch der weitere Gratverlauf ist sicherlich bei schönem Wetter ein toller Flaniergrat, bei uns heute wirkt er auf eine andere Weise. An einigen Stellen schnürt sich der Grat schön zusammen und durch den Nebel wirkt das ganze sehr interessant. Schwierig ist der Übergang nirgends, etwas Trittsicherheit sollte aber schon vorhanden sein. Auch ist evtl. ab und an der Einsatz der Hände notwendig. Bei uns gilt das Ganze als reines Spaßgelände.
Am Steinmandl angekommen entschließen wir uns dann gegen den weiteren Gratübergang zum Grünhorn, uns ist nicht wirklich warm und vor allem die Lust nach dem leckeren Kaiserschmarrn in der Schwarzwasserhütte ist zu groß.
Und da man ja sicher nicht zum letzten Mal in dieser Ecke ist heben wir uns das wahrscheinlich schönste Gratstück für eine Tour bei besserem Wetter auf.
Abstieg
So geht es nun auf dem Wanderweg hinunter zur Hütte und nach einer längeren Einkehr weiter bis zum Bikedepot. Mit normalen Mountainbikes ist der weitere Weg hinunter zur Alpe Melköde schon eher schwer zu fahren, vorallem wenn die ganzen Wurzeln auch noch nass sind. Ab der Melköde ist es dann ein gemütliches Radstück, wir bekommen einige neidische Blicke von den anderen Wanderern zugeworfen ;-)
 
Zeiten und Schwierigkeiten

Auenhütte Schwarzwasserhütte 45 min L    bis Meldköde
ZS   danach
Schwarzwasserhütte Diedamskopf 100 min T2
Diedamskopf Falzerkopf 50 min T2     bis Kreuzle
T4+, I   Nordgrat
Falzerkopf Kreuzmandl 20 min T3+
Kreuzmandl Steinmandl 20 min T4,
Steinmandl Schwarzwasserhütte 30 min T2
Schwarzwasserhütte Auenhütte 25 min ZS


Fazit:
Leider hat uns heute das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Runde, so ruhig wird man es dort sicher nicht oft haben. Der Diedamskopf reicht auf jeden Fall einmal, durch die Seilbahn ist dort einfach zu viel los. Der Gratweg vom Kreuzle bis zum Steinmandl ist sehr interessant und nie wirklich schwer. Das letzte Gratstück zum Grünhorn wird sicherlich mal nachgeholt.

Tourengänger: Andy84, Diana


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