Chamanna Segantini (2731 m)


Publiziert von Renaiolo , 29. September 2015 um 14:38.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:25 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 401 m
Abstieg: 1029 m
Strecke:8.9 km: Bergstation Muottas Muragl - Margun - P. 2647 - Chamanna Segantini - Unterer Schafberg - Pontresina
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Emgadinbus bis Talstattion Punt Muragl
Unterkunftmöglichkeiten:Viele Hotels in Pontresina, unser Favorit
Kartennummer:Swis Map online

Gestern Donnerstag, unserem Anreisetag, unternahmen wir eine kurze Einlauftour ab Pontresina, vorbei an den Auffangdämmen „Val Giandains“ über Tegia Muragl (2095 m), dann hinunter zur Talstation Punt Muragl - von dort mit dem Engadinbus zurück nach Pontresina. Der Schnee vom Vortag war weitgehend weggeschmolzen. Das motivierte zur heutigen Tour.
 
Dank morgendlicher Webcam-Konsultation waren wir sicher, die auf etwa 1800 m.ü.M. liegende Hochnebeldecke auf der Bergfahrt unter uns zu lassen. Die sonst nicht gerade günstige Bahnfahrt (Fr. 24.60 für eine einfache Fahrt) kostete uns dank Gästekarte nichts - toll! Nach dem Startkafi im Panoramarestaurant kurzer Blick durch das Teleobjektiv - ja die Fahne weht in der Bise! Der Anruf eines Restaurantmitarbeiters auf der Chamanna Segantini war vorerst wenig ermutigend: der Aufstieg sei vollständig unter Schnee und teilweise vereist - man rate von einem Hüttenbesuch ab. Solche Ratschläge nehmen wir zwar ernst, auch wenn diese nicht für alle Berggänger gleichermassen gelten. Der Pfad war gut einzusehen, bis zur Verzweigung bei P. 2364 sollten wir uns nicht sorgen. Also machten wir uns auf den leicht absteigenden, teilweise schneebedeckten, aber gut begehbaren Wanderweg nach Margun hinunter. Beim P. 2364 war die Ova da Muragl zu überqueren. Wenige hundert Meter vor uns zwei Paare, welche sich ebenfalls für den steilen Aufstieg zur Chamanna Segantini entschieden haben. Diese Talseite war schon vollständig besonnt, so dass wir erwarteten, über Schnee zwar, nicht aber auf Eis, hochzusteigen. So war es dann auch! Nun gut, auf den knapp 370 Aufstiegsmetern war Schneestampfen angesagt - fast schon bereuten wir es, unsere Schneeschuhe nicht dabei zu haben. Jedenfalls ganz schön kräftezehrend, manchmal bis zu den Knien einzusinken. Mit der nötigen Vorsicht und Trittsicherheit meisterten wir den Aufstieg schliesslich ohne Probleme und sturzfrei. Schliesslich profitierten wir auch von der guten Spuranlage einer vor uns einzeln aufgestiegen jungen Frau (danke schön!!). Ungefähr ab P. 2647 - also etwa 90 Hm unterhalb der Hütte - wurde ich dann „bestraft“ für die eigenwillige Routenwahl; auf der flachen Kuppe beim Munt da la Bès-cha (Schafberg) sank ich in den Verwehungen bis zur Hüfte ein - vorwinterliches Gefühl! Ein letzter Aufschwung - das bekannte Schwizerhüsli bereits im Visier - schon standen wir vor der Hütte; für den Aufstieg benötigten wir eindreiviertel Stunden. Der Welschtiroler Künstler Giovanni Battista Emanuele Maria Segantini hat an diesem formidablen Aussichtspunkt auf dem oberen Schafberg u.a. sein Alpentriptychon geschaffen und ihr auch seinen Namen gegeben. Das neue Mobiliar (schön, aus Massivholz!) auf der von den beiden sympathischen Martina und Anselm Tscharner bewarteten Hütte lud geradezu ein, hier etwas länger zu verweilen. Voll an der Sonne (gefühlte 35°!), genossen wir die schmackhafte Gerstensuppe. Eigentlich beabsichtigen wir über den Steinbockweg zur Alp Languard abzusteigen. Aufgrund der Schneelage (>50 cm) verwarfen wir diesen Gedanken rasch - schliesslich war keine Spur auszumachen. Und das Risiko, an einer der ausgesetzten Stellen abzurutschen, wollten wir nicht eingehen. Auch die Route über den Klimaweg mieden wir. Also entschieden wir uns für den Abstieg über den unteren Schafberg. Auch wenn an einigen Stellen noch immer unter Schnee liegend, war diese Streckenwahl letztlich richtig. Erst nach der Durchquerung der Lawinenverbauungen war der Pfad schneefrei. Erst säumten Legföhren die Spur, später dann Föhren und Lärchen. Ein paar Meter oberhalb des Bergrestaurants Unterer Schafberg (2230 m.ü.M.) hätten wir auch den Panoramaweg zur Alp Languard hinüber nehmen können. Dort werden wir morgen schon sein - also weiter absteigen - achtlos vorbei an der Beiz. Nach wenigen Minuten erreichten wir den Hang oberhalb der eindrücklichen Auffangdämme - einem Jahrhundertwerk, mit welchen sich Pontresina schützt vor Lawinen, Steinschlag und Murgängen. Der Weiterweg etwas oberhalb des Dorfes führte bis zur Kirche Sa. Maria, und vorbei am Tuor Spaniola.
 
Fazit:
Trotz der Schneelage eine sehr reizvolle Bergwanderung in einer Bilderbuchgegen im Oberengadin. Dass unsere Entscheidung, von der Chamanna Segantini nicht den Rückweg über die Aufstiegsstrecke gewählt haben, richtig war, bestätigte uns ein Paar, welches wir am Abend beim Nachtessen wieder sahen; sie berichteten von vier Stürzen…

Parameter:
Strecke: 8.857 km
Aufstieg: 401 m
Abstieg: ca. -1029 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 09 Min. (viel Zeit für den Genuss des Superpanoramas!!)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 08 Min.
Schwierigkeit bei trockenen, schneefreien Bedingungen T2, heute T3
 
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4
Ausgewertet mit GPS-Track-Analyse

Tourengänger: Renaiolo


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Geodaten
 27334.gpx Track 25.09.2015 - Chamanna Segantini

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Kommentare (2)


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passiun_ch hat gesagt:
Gesendet am 29. September 2015 um 17:50
... mal eine anstrengende Version auf den Engadiner Logenplatz
LG Michael

Renaiolo hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. September 2015 um 18:10
Anstrengend und deshalb noch lohnender! LG Ruedi


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