Piz Surgonda 3196 m - Einsame Tour nach dem Wintereinbruch


Publiziert von Ivo66 Pro , 26. September 2015 um 19:38.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:26 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1060 m
Abstieg: 1060 m
Strecke:Parkplatz Julierpassstrasse 2195 m - P. 2865 m (Fuorcla Alva) - Südgrat - Südwesthang - Piz Surgonda Ostgipfel (P. 3196 m) - P. 2980 m - Val d'Agnel - Parkplatz Julierpassstrasse
Kartennummer:1:25'000 Bivio

Der Piz Surgonda ist ein Gipfelziel, welches rund um das Jahr bei fast allen Verhältnissen immer erreichbar ist und kaum je ernsthafte Probleme bietet. Und dies, obwohl er mit einer Höhe von knapp 3200 m. ü. M. nicht gerade zu den Zwergen in Graubünden gehört und eine Top-Aussicht bis zu den Walliser Alpen bietet. Der Wintereinbruch vor einigen Tagen im Oberhalbstein schränkte die Auswahl der Gipfelziele stark ein - aber eben: Der Surgonda geht immer, und so erreichten wir diesen tollen Gipfel heute bereits zum 13. Mal und wie immer waren wir begeistert.

Der Schnee hält sich ziemlich hartnäckig und macht unter der immer schwächer werdenden Sonne kaum Anstalten zu schmelzen. Stellenweise sind wir heute doch bis zu den Knien eingesunken - an anderen Stellen apert es aber allmählich auch wieder aus. Einige Tage Sonnenschein braucht es nun aber schon, um wieder ohne grössere Einschränkungen Berge zu besteigen. Der Schlussaufstieg zum Vorgipfel und Gipfel gestaltete sich heute aber aufgrund der gut begehbaren Schneedecke bedeutend bequemer als bei aperen Verhältnissen, wenn es hier gilt, eine mühsame Schutt- und Geröllhalde hochzusteigen.

Herrlich war nebst der atemberaubenden Landschaft die völlige Ruhe in den Bergen. Nur ganz vereinzelt waren andere Bergwanderer in weiter Ferne unterwegs; der Piz Surgonda scheint seit längerer Zeit verwaist zu sein. Winterlich war nicht nur die Unterlage am Boden, auch die Temperaturen machten heute keine Höhensprünge. Da es am Gipfel fast windstill war, konnten wir die unglaubliche Aussicht dennoch in Ruhe - und wie in der Zeit von Juni bis November hier üblich - auch ganz alleine geniessen.

Im Abstieg lockte das romantische obere Val d'Agnel mit seinen vielen Bergseen, welche teilweise bereits am Einfrieren sind. So bestiegen wir erstmals noch den namenlosen Gipfel P. 2980 m nahe dem Corn Alv; wie sich herausstellte ein lohnender Abstecher auf einen zwar bedeutungslosen Berg ohne Namen, von dem man aber das tolle Ambiente in dieser Gegend aus ungewohnter Perspektive geniessen kann.

Routenbeschreibung:

Parkplatz Julierpassstrasse 2195 m - Piz Surgonda Ostgipfel (T3)

Man folgt etwas dem Wanderweg Richtung Fuorcla d'Agnel, verlässt diesen aber bald und steigt in nördlicher Richtung den recht steilen Hang auf, wo man auf einen recht gut erhaltenen, unmarkierten Steig trifft, der weiter nach oben in ein Hochtal leitet. Man wandert auf dem in der Folge sich etwas verlierenden Pfad, der später aber wieder sehr deutlich wird, am Fusse des Corn Alv entlang, wo man die Fuorcla Alva erreicht. Von dort aus weglos zu P. 2865 m nördlich des Corn Alv.

Man folgt nun dem ausgeprägten, teilweise felsigen Kamm über Schutt in nördlicher Richtung, P. 2920 m überschreitend. Im oberen Teil quert man den steilen Südwesthang unter P. 3160 m (in aperem Zustand auch Wegspuren im Schutt) und erreicht die Grathöhe. Dort steigt man über Geröll einfach über einen kleinen felsigen Vorgipfel zum höchsten Punkt auf dem Piz Surgonda (Ostgipfel P. 3196 m) auf. Das Gelände ist insgesamt kaum ausgesetzt, aber doch recht steil.

Abstieg durch das Val d'Agnel (T3, unten T2)

Man kann vom Fuss des Bergs - je nach Verhältnissen - beliebig ins Val d'Agnel absteigen (T3), wo man früher oder später und je nach Variante den Bergwanderweg Julierpassstrasse - Fuorcla d'Agnel (T2) erreicht.

Variante über P. 2980 m (T4)

Wir stiegen heute noch zum namenlosen Gipfel P. 2980 m auf. Ohne grossen Höhenverlust erreichten wir dazu seinen gut begehbaren, kaum ausgesetzten Südgrat, auf welchem wir zum Gipfelaufbau folgten. Der Schlussaufstieg erfordert etwas den Gebrauch der Hände und ist in einem kurzen Abschnitt etwas ausgesetzt.

Anschliessend stiegen wir gut 200 Meter nördlich des Gipfels durch die steile Westflanke ins Val d'Agnel ab, wo wir beim namenlosen See auf ca. 2830 m. ü. M. den Bergwanderweg erreichten.

Tourengänger: Ivo66, Lena


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