Pizzo Fiorasca


Publiziert von Zaza , 25. September 2015 um 23:06.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:25 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo Castello   CH-TI 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1600 m
Kartennummer:1271, 1272

Die Überquerung von Fontana im Valle Bavona nach Prato-Sornico im Valle Lavizzara gehört zu den schönsten markierten Bergwanderungen im Tessin. Auch wenn man sie schon mehrfach begangen hat, lohnt sich der Besuch immer wieder, zumal auch einige Varianten möglich sind. Der interessante Teil ist besonders die Bavona-Seite und hier ist es gut zu wissen, dass der Alpweg einst ganz anders verlief als heute. Die heute markierte Route wurde nämlich erst 1952 von Olimpio Dalessi errichtet, während der Weg früher auf einem längeren Abschnitt quasi im Talbett des Ri di Larèchia blieb und auch ab Larèchia tiefer verlief als die heutige Route (die Ausgabe 1969 der LK 1:25000, Blatt 1271 zeigt diesen Wegverlauf noch präzise an).  

Ich marschiere zuerst der Strasse entlang von Bignasco bis Fontana, weil mir der erste Bus zu spät scheint und folge dann dem markierten Weg mit seinen zahlreichen schönen Treppen. Bei P. 978 findet sich die gut sichtbare und mit einem Steinmann markierte Abzweigung des einstigen Pfades, der taleinwärts führte. Auf etwa 1600 m verlasse ich den markierten Pfad und folge dem leicht absteigenden Weg zur schönen Häusergruppe von Larèchia. Bei den obersten Gebäuden setzt eine recht gut erkennbare Spur an, die leicht ansteigend taleinwärts führt (auch viele ältere Schnittspuren). Kurz vor den Ruinen von Cortitt ist ein Plattenschuss zu queren. Er ist derzeit nass, aber dank der Tacche (alten, eingemeisstelte Tritte) ist die Querung trotzdem möglich. Einst gab es auch ein Drahtseil, aber davon sind nur noch die Verankerungen übrig. Danach quere ich auf undeutlicher Spur weiter bis zu einer nächsten, sehr zerfallenen Ruine (einst als Piscett bekannt, 1737 m). Nun noch etwas weiter queren und aufwärts zu den diversen Ruinen von Corte Ladoi, die auf der Landeskarte nicht eingetragen sind (ca. 1840 m). Nach einem Schwenker nach rechts kann ich nun zur Häusergruppe der Alp Fiorasca mit dem schönen Rifugio aufsteigen. 

Statt der Markierung Richtung Bocchetta N di Fiorasca zu folgen, bleibe ich mit etwas Auf und Ab auf dem Weg zu den Cascine di Piei. Hier staune ich nicht schlecht, dass ein schöner Weg mit zahlreichen Treppen zur Bocchetta S di Fiorasca neu hergerichtet wurde (er führt dann vermutlich in die Gegend von Cantone weiter). Der Weg führt knapp oberhalb des tiefsten Punktes auf den Grat. Nun kraxle ich über den Grat zum Pizzo Fiorasca, was meist problemlos ist, aber an einer Stelle einen etwas kniffligen Abstieg verlangt. Der oberste Teil führt über eine recht steile Platte. Gesamthaft scheint mir der Aufstieg schon recht anspruchsvoll für die Bewertung L+. 

Die Idee ist nun, über den Nordgrat abzusteigen, ist ja auch bloss L+!  Aber schon der Abstieg vom Gipfelkopf scheint mir haarig und sehr ausgesetzt. Kurz darauf folgt eine weitere sehr exponierte Stufe und der Weiterweg sieht ebenfalls ungemütlich aus (vermutlich eher WS+, wenn auch kurz...gescheiter wäre gewesen, den Bericht von Tapio vorher zu lesen!). So klettere ich lieber wieder vorsichtig auf den Gipfel zurück, um dann zum südlichen Pass abzusteigen. Von hier führt eine sehr undeutliche Spur (mit ein paar kleinen Steinmännern markiert) auf der Lavizzara-Seite abwärts. Bald verliert sich die Spur und ich steige durch mühsames Gelände soweit ab, bis ich den Sporn von P.2206 an seinem Fuss umgehen kann. So komme ich zurück zum markierten Weg und folge ihm bis P. 1429. Nun nach Cortino und auf einem interessanten Pfad, der mit roten Zeichen markiert ist, über Baite nach Monte dell'Ovi. Von hier schraubt sich der Pfad steil in die Tiefe nach Peccia und führt erfreulicherweise direkt zum schönen Grotto Pozzasc. 


Tourengänger: Zaza


Galerie


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