Von Sainte Croix nach Le Pont - Etappe 12-14 Jura Höhenweg


Publiziert von Krokus Pro , 26. September 2015 um 14:04. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Waadt » Waadtländer Jura
Tour Datum:20 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VD 
Zeitbedarf: 3 Tage
Unterkunftmöglichkeiten:Alpage Grange Neuve Gîte du Passant, Yverdon-les-Bains
Kartennummer:241 Val de Travers, 251 La Sarraz

CampoTencia Jura Höhenweg Etappe 12
Ste-Croix ­- Aiguilles de Baulmes - Le Suchet - Grange Neuve

Bericht zu unserer Reko-Tour dieser Etappe
  
Nach einer 3-stündigen Fahrt treffen wir in Yverdon-les-Bains ein und steigen in das Schmalspurbähnli nach Ste-Croix ein. Eine halbe Stunde lang führt es uns durch eine wilde Landschaft 600 Hm den Berg hinauf zu unserem Ausgangsort.
 
Wir folgen einmal mehr nicht dem Original-Höhenweg (vgl. dazu unseren Bericht). Die Aiguilles de Baulmes liegen so verlockend neben der Route, wir müssen einfach da rauf und nahe dem felsigen Abbruch immer wieder die Aussicht geniessen! Steil, aber problemlos geht es nach dem Fussballplatz auf einem guten Weg durch den Wald hoch. Nach einer knappen Stunde kehren wir im Rest. Mont de Baulmes ein und gönnen uns einen Kaffee.
 
Beim schön gelegenen Aussichtspunkt Puits de Jacob nützt uns der Alpenzeiger nicht viel, die Berge stecken in den Wolken. Aber der Blick in die Felsabbrüche ist gewaltig und wir machen uns mit guter Laune auf den Weiterweg über die Aiguilles de Baulmes. Nirgends ist es steil und immer wieder wird uns ein Ausblick aus dem Wald in die schroffen Südwände gewährt. So gelangen wir bald zur Cave Noir, einer Höhle, die man über ein gesichertes Felsband erreicht. Aber ohne entsprechende Höhlen­ausrüstung lohnt sich ein Besuch nicht.
 
Je länger wir unterwegs sind, umso mehr steigt der Nebel auch zu uns auf. Auf dem Gipfel bieten die Nebelschwaden ein schönes Schauspiel, aber es ist uns kein Blick auf den Le Suchet im Süden gegönnt, ständig ist der Gipfel in den Wolken.
 
Wegen der Nässe sind Wurzeln und Steine rutschig und wir wählen entgegen unseren Plänen, auf dem Normalweg abzusteigen. Der steile Weg durch die Schlucht wäre jetzt zu riskant. Auch so ist es nicht für alle ohne Ausrutscher abgegangen. Auf der Waldstrasse geht es dann aber entspannt weiter und alle sind entschlossen, den Le Suchet über den Gratrücken zu bezwingen. In einem grossen Bogen, möglichst mit wenig Höhenverlust, erreichen wir die Abzweigung, wo es wie durch einen Märchenwald aufwärts geht, mal fast flach, mal stärker ansteigend. Auf etwa 1400m verlassen wir den Wald und schaffen bald einmal den Gipfel, den höchsten Punkt des heutigen Tages. Rundumblick, Gipfelfoto, und wir machen uns auf den Abstieg. Im Wald dann wiederum die glitschigen Steine und Wurzeln, aber schliesslich erreichen alle die Alpwirtschaft Grange Neuve, wo wir zuerst von glücklichen Schweinen begrüsst werden. Bald sitzen wir beim Apero mit Boxer-Bier und einer herrlichen waadtländer Croûte au frommage.
 
Das Stalldach gehört uns ganz alleine. In einfachstem Wohnstil stehen einzelne Bettgestelle da, bestückt mit Matratze und Militärdecken. Licht scheint es keines zu geben, dafür kommt genügend frische Luft durch die vielen Ritzen. Wir nehmen es mit Humor und der Appetit auf Fondue oder Croûte au frommage scheint nicht darunter zu leiden.
 

 
Krokus Jura Höhenweg Etappe 13
Alpage Grange Neuve – Grotte de l'Orbe – Vallorbe
 
Bericht zu unserer Reko-Tour dieser Etappe

Mit einem reichhaltigen Frühstück am offenen Kaminfeuer können sich alle vom eher kühlen und zugigen, aber sauberen Nachtlager erholen. Wir verabschieden uns von den freundlichen Wirtsleuten.
 
Die Elitegruppe steigt hinauf zum Nebengipfel des Le Suchet, wir anderen unten durch. Bei den Panzersperren auf der Alp La Poyette treffen wir uns wieder. Auf Wiesenwegen gelangen wir zum schönen Jurahof La Languetine und erreichen bald die Alp La Tiole. Hier werden gerade Vorbereitungen für die Alpabfahrt getroffen. Die Tiere spazieren gemütlich dem Stalle zu. Wir ziehen die heimelige Alpstube vor und geniessen einen feinen Kaffee und ein Gläslein aromatischen Vieille Prune. Die Preise sind hier nicht mal halb so hoch wie in unserem Heimatkanton.
 
Auf Bewirtschaftungsstrassen kommen wir zum Hof Pré Magnin und auf einem Waldfussweg hinunter nach Ballaigues, wo wir an einem Dorfbrunnen Mittagsrast halten.
 
Steil geht es jetzt hinunter an die aufgestaute Orbe und flussaufwärts zur schon von weitem sichtbaren hohen Eisenbahnbrücke. Über einen steilen Pfad steigen wir hinauf aufs Fussgängerzwischendeck, wo sich gerade zwei Jumper für ihren Brückensprung vorbereiten. Mutig sehen sie aus, die jungen Burschen.
 
Wie in einem Laubengang flanieren wir in beachtlicher Höhe über die Brücke, um am rechten Ufer gleich wieder an die Orbe hinunter zu steigen. Dieser entlang wandern wir, vorbei am Eisenmuseeum, ins Städtchen Vallorbe. Leider ist der Fussweg zu der Grotte gesperrt und wir müssen auf die Fahrstrasse ausweichen.
 
Die Grotten von Vallorbe (s. Bericht) sind einen Besuch wert, auch wenn sie nicht in der Route des  Jurahöhenweges enthalten sind. Sie gehören zu den schönsten Europas. Stalaktiten und Stalagmiten, Sintersäulen und andere Formationen sind im raffinierten Spiel des Lichtes  eine grandiose Kulisse. In einer Nebenhöhle befindet sich auch eine Mineraliensammlung aus aller Welt.
 
Nach der Besichtigung der Grotte machen wir infolge heute nicht fahrender Busse eine einstündige Panoramabahnfahrt nach Yverdon. Hier gibt es endlich das ersehnte Bier und anschliessend suchen wir unser Übernachtungslokal Le Gîte du Passant auf, wunderbar gelegen und sehr zu empfehlen.
 
 
 
Krokus Jura Höhenweg Etappe 14
Von Vallorbe nach Le Pont
 
Bericht zu unserer Reko-Tour dieser Etappe

Ausnahmsweise serviert uns der zuvorkommende Hauswirt der Herberge wegen des bevorstehenden Wetterwechsels das Frühstück schon vor sieben Uhr. So können wir in Yverdon noch den Proviant ergänzen. Mit dem Schnellbus fahren wir als einzige Fahrgäste zurück nach Vallorbe.
 
Ein Gruppenmitglied hat andere Pläne. Wir restlichen sechs wandern durchs Dorf hinunter zu den Messehallen, dort über die Orbe und auf schönem Wanderweg über Grands Crêts den Wald hinauf, über die letzten 70 Höhenmeter bis Le Voué auf steilem Bergweg. Ein kurzes Stück folgen wir jetzt der Strasse, dann auf einem ausgefahrenen Wiesenweg  bis P.1350. Ab hier wird es mit dem Bergweg und einigen Aussichtspunkten auf der Krete endlich interessanter. Im steilen Schlussanstieg erfreuen wir uns am Anblick zweier Gämsen und hören das Scheppern des Windes im hohen Antennenmast. Eigentlich glaubten wir, der Ton komme von einem schlecht geölten Weidetor. Kaum auf dem Gipfel der Dent angekommen, zerzaust uns der stürmische Ostwind. Noch ein staunender Blick hinunter zum nicht blauen, sondern grauen Lac de Joux. So schnell wie möglich speedet dann jeder die 50 Hm hinunter in die warme Stube des Chalet de la Dent de Vaulion. 10 Minuten später ist der Dent de Vaulion vom Nebel verhüllt und zeigt sich nicht mehr.
 
Wieder aufgewärmt, weichen wir von der Originalroute ab. Wir wandern westwärts zum Petit Dent und kürzen dann alle Strassenkehren über die abgeweideten Wiesen ab bis hinunter zur Alp La Dent. Wir folgen der Alpstrasse bis zur Abzweigung des Wanderweges. Über Sagne-Vuaguard  und eine kurze steile Schlucht erreichen wir le Pont und den sturmgepeitschten, tosenden Lac de Joux. Aus einem Gasthaus ruft uns das fehlende Gruppenmitglied zu. Während wir die Spezialitäten des Lokals geniessen, öffnet Petrus seine Schleusen.
 
 
>Alle unsere Etappen des Jura Höhenweg

Tourengänger: CampoTencia, Krokus


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Geodaten
 27261.gpx Ste-Croix - Grange Neuve
 27262.gpx Grange Neuve - Vallorbe
 27263.gpx Vallorbe - Le Pont

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