Winterliche Tour auf den Rossstock (2461 m)


Publiziert von Uli_CH Pro , 25. September 2015 um 21:03.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:25 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   CH-UR 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Sisikon an der Axenstrasse über schmale, gewundene Strasse ins Riemenstaldnertal bis zum Weiler Chäppeliberg. Kostenfreier Parkplatz. Mit der Luftseilbahn Chäppeliberg-Spilau bis zur Bergstation (14.- retour).
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch/, 1:20'000 zum Selberdrucken

Seit 1999 war ich nicht mehr im Lidernengebiet. Nach Rossstock und Chaiserstock hätte diesmal der Fulen an der Reihe sein sollen, der damals noch nicht mit einem markierten Steig erschlossen war. Doch der Wintereinbruch dieser Woche machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Die Seilbahn (Abfahrt alle halbe Stunde) bringt mich bis an den Rand der Schneefallgrenze. Ich bin bei der Bergstation kurz in der Morgensonne, bevor ich mich auf den schattigen Weg zur Lidernenhütte mache. Es liegt etwas Raureif, die Pfützen und der Boden sind teilweise gefroren. Nach zehn Minuten lasse ich die Hütte links liegen und nach weiteren zehn Minuten erreiche ich die Verzweigung beim Ober Hüttli in der Sonne. Der Weg selber ist noch weitgehend schneefrei, die Umgebung aber schneebedeckt.

Der Weg steigt rechts zum Mälchbödeli an, das in einem Sattel liegt. Der Weg und die Markierungen sind trotz Schnees gut sichtbar. Ab dem Sattel geht es anfangs auf einem Grat südostwärts und später in einer Senke zwischen Chli Tisch und Gross Tisch stetig aufwärts.

Unterhalb von P. 2254 wird das Gelände flacher. Der Boden ist jetzt durchgehend schneebedeckt. Ein Steinmann am südlichen Ende des flachen Abschnitts ist das Letzte, was ich eine zeitlang vom Wanderweg sehe. Jetzt geht es wieder steiler aufwärts und das stete Einsinken in den Schnee kostet Kraft. Ich gehe etwas zu weit ostwärts. Nach einem längeren Anstieg steige ich auf eine flache Platte und sehe plötzlich oberhalb den Wegweiser am Abzweig zum Rossstockgipfel. Die dort angegebenen 15 Minuten auf den Gipfel schaffe ich trotz Schnees.

Von der Lidernenhütte habe ich zwei Stunden bis auf den Gipfel gebraucht. Ich bin der erste, der sich seit dem 21.09. in das Gipfelbuch verewigt. Jetzt sehe ich auch die auf der Karte eingezeichnete Wegspur, die westlich des Wanderwegs führt und nahe P. 2254 wieder in diesen einmündet. Derweil gibt es an der Rossstocklücke einen Massenauflauf von Bergwanderern, die von Süden gekommen sind und dort Rast halten. Ich bin gespannt, wohin sie aufbrechen werden.

Nachdem ich den Gipfel verlassen habe und am Wegweiser Richtung Rossstocklücke abgebogen bin, komme ich an die Schlüsselstelle: ein mit Ketten versicherter Kamin durch ein Felsband. Ich versuche, die Felsen, durch die der gesicherte Steig führt, vom Schnee zu befreien, aber schliesslich entschliesse ich mich, direkt im Kamin auf dem Schnee abzusteigen. Vorsichtig trete ich ihn platt, um nicht in einem Loch stecken zu bleiben, und stehe kurze Zeit später am Fusse des Kamins.

Die Wandergruppe ist mittlerweile wieder auf dem gleichen Weg von der Rossstocklücke nach Süden abgestiegen. Als ich an der Rossstocklücke ankomme, stelle ich fest, dass sowohl der Steig auf den Fulen als auch der Weg zurück zur Lidernenhütte nach dem Schneefall nicht begangen wurden. Ich gehe ein paar Schritte auf dem Steig zum Fulen, aber nachdem der Weg vom schneebedeckten Hang in die Felsen wechselt, gebe ich das urspüngliche Ziel auf und kehre um.

Die Wandergruppe hat den Abstieg von der Rossstocklücke plattgetrampelt, so dass ich auch diesen Weg wähle mit dem Ziel, wieder zum Spilauer Grätli aufzusteigen. Am Fuss des Rossstockmassivs wende ich mich gleich nach Südwesten anstatt den Pfad weiter abwärts bis zur Abzweigung zu folgen. Die erste Hälfte gehe ich direkt am teilweise überhängenden Bergfuss in der Hoffnung, dass weder Steine noch Schnee auf mich fallen. In der zweiten Hälfte gehe ich auf einer Wegspur direkt Richtung Gipfel des Spilauer Grätlis, den ich eine knappe halbe Stunde nach Beginn des Abstiegs von der Rossstocklücke erreiche.

Der abschliessende Abstieg zum Spilauersee geht aufgrund des Schnees relativ rasch und weglos. Nach einer guten halben Stunde stehe ich am Südufer des Sees, gehe an seinem Westufer entlang und erreiche einen Wegweiser an seinem Nordufer. Ich sehe Wegspuren, die Richtung Mälchbödeli führen, aber nicht auf der Karte verzeichnet sind. Ich schlage den Weg zur Bergstation ein, die ich nach 20 Minuten kurz vor Abfahrt der Bahn erreiche.

Orientierung: Aufgrund der Unübersichtlichkeit des Geländes generell nicht einfach. Der Weg und die Markierung ist bis unterhalb P. 2254 sichtbar. Anschliessend sieht man schon den Gipfel des Rossstocks und darf sich nicht zur sehr im Osten halten. Der Weg vom Rossstock über die Rossstocklücke bis zum Spilauer Grätli ist nicht schwierig zu finden. Der Abstieg zum Spilauersee ist weglos und unmarkiert, aber problemlos. Ab dem Nordufer des Sees wieder Wegweiser und Markierung bis zur Bergstation der Seilbahn.

Ausrüstung: Alpinwanderausrüstung, inkl. fester Bergschuhe, Teleskopstöcke, Handschuhe (für die Kette beim Abstieg vom Rossstock), Gamaschen nützlich.

(Dies ist ein Tourenbericht. Es handelt sich daher um meine persönlichen Gehzeiten und meine subjektive Einschätzung der Schwierigkeit ohne Anspruch auf Objektivität. Jeder, der diesen Tourenbericht als Basis für eine eigene Unternehmung verwendet, ist persönlich für seine eigene Sicherheit verantwortlich.)

Tourengänger: Uli_CH


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