16 Gipfel (4) : ST - Brocken


Publiziert von frmat , 25. September 2015 um 11:57.

Region: Welt » Deutschland » Westliche Mittelgebirge » Harz
Tour Datum:24 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:26,5km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW nach Ilsenburg, Parkplatz im Ilsetal, gebührenpflichtig (3€/Tag)

Nachdem ich gestern bereits einen tollen Wandertag am *Wurmberg hatte, stand heute mit dem 1141m hohen Brocken der höchste Berg von Sachsen-Anhalt, dem Harz und ganz Norddeutschland auf dem Programm. Seine für den Harz enorme Höhe verdankt er dem extrem harten "Brockengranit", einer äußerst widerstandfähigen und den Kräften der Erosion trotzenden Granitintrusion, wodurch sich der Berg deutlich von seinen zumeist aus Sandschiefern bestehenden Nachbarn abhebt. Bis 1989 war der Gipfel militärisches Sperrgebiet und Wanderern nicht zugänglich. Heute ist der Berg durch zahlreiche Wege erschlossen wobei die Hauptrouten von Torfhaus (Goetheweg) und Schierke die meisten Wanderer anlocken. Wer's sportlich mag kann auf dem Heinrich-Heine-Weg gut 900Hm zurücklegen und damit wahrscheinlich den größten Höhenunterschied Norddeutschlands begehen.

Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der schmucke Harzrandort Ilsenburg. Im Ilsetal hat es einen Wanderparkplatz an einem Bergsportausrüster. Von hier aus ist der Brocken über den Heinrich-Heine-Weg mit knapp 11km angeschlagen. Parallel zur Fahrstraße folge ich dem Wanderweg immer am Fluss entlang bergan. Durch schönen Laubwald ein netter Auftakt. Hin und wieder erinnern Schilder an den Namensgeber dieses Weges, der übrigens seinerzeit vom Brocken nach Ilsenburg abgestiegen ist, und nicht umgekehrt. Nach den ersten Wanderkilometern zweigt der Weg links in ein Tälchen ab und kurze Zeit später sind die Ilsefälle erreicht (45Min). 

Bald öffnet sich der Wald und der Blick auf den Brocken wird frei. Wenn keine Wolken da wären würde er zumindest frei, doch noch liegt der Berg im Nebel, wie wohl an 300 Tagen im Jahr. Wieder taucht der kleine Pfad in dichten Fichtenbewuchs ein und wird erst an der Stempelsbuche wieder breiter. Rechtshaltend weist das Schild zu den Herrmannsklippen (Herrmannschaussee, 1h).

Ab hier wird der Weg unangenehm. Breite Betonplatten vom Typ "Kolonnenweg" sind nicht nur unschön zum Wandern sondern bieten mit den Löchern auch beste Gelegenheit um seine Wanderstöcke dauerhaft zu ruinieren. Da wünscht man sich eine andere Lösung. Dafür gewinnt man hier zügig an Höhe und auch die Sicht wird immer besser. Spätestens vom Kleinen Brocken, kein Gipfel sondern nur eine flache Schulter, wird der Blick ins Norddeutsche Tiefland frei. Durch die letzten Wolkenschleier kann ich bereits die Gebäude auf dem Brocken sehen und kurze Zeit später ist das Ziel erreicht, Brocken, 1141m, höchster Berg von Sachsen-Anhalt (45Min). Eiskalter Wind begrüßt mich hier, für den Brocken wahrscheinlich nur ein laues Lüftchen. Pünktlich dazu verziehen sich die Wolken. Für einen Mittelgebirgsgipfel besitzt der Brocken ob seiner isolierten Lage natürlich eine herausragende Aussicht. Heine hatte damals wohl weniger Glück. Zitat: "Müde Beine, viele Steine, Aussicht keine, Heinrich Heine". Ehe ich mich an den Abstieg mache, wärme ich mich im Brockenhaus mit einem Kaffee zu wahren Apothekenpreisen auf. Sitzplätze allesamt besetzt! Ich will gar nicht wissen wie es hier am Wochenende bei wirklich schönem Wetter zugeht.

Für den Abstieg wähle ich die Runde durch das Tal der Ecker. Dafür müssen zunächst einige hundert Meter Fahrstraße in Kauf genommen werden, ehe Goetheweg und Harzer Hexenstieg an den Gleisen nach rechts abknicken. Entlang der Gleise der Brockenbahn kann man die Züge im Viertelstundentakt anschauen. Mit ihrem dampfenden Getute ein schönes Stück Industriegschichte hier oben am Berg. Vom Haltepunkt Goetheweg führt die Route wieder üben ungeliebten Kolonnenweg steil hinab zum Eckersprung (45Min).

12,5km bis Ilsenburg, noch ein gutes Stück Arbeit für heute. Am Eckersprung ändert sich das Ambiente völlig. Musste ich die Wege vor wenigen Minuten noch mit Heerscharen von Wanderern teilen bin ich nun völlig allein. Vor allem der obere Teil des Tals ist landschaftlich sehr ursprünglich. Mit dem "Natur Natur sein lassen" nimmt man's im Nationalpark übrigens sehr genau. V.a. auf diesem Weg scheint man dabei ein Herz für umgestürzte Bäume zu haben. Die bleiben nämlich unangetastet. Die Wanderer suchen sich natürlich neue Wege und links und rechts entstehen neue Pfade. Flach geht es schließlich hinab zur Rangerstation am Rasthaus "Scharfer Stein". Die letzten 7km Forststraße laden schließlich zu zügigem Tempo ein, ehe der Kurztrip in den Harz in Ilsenburg endet (1:45h).

Fazit: Abwechslungsreiche Wanderung auf einen aussichtsreichen, bekannten und dementsprechend völlig überlaufenen Gipfel. Abseits der Hauptwege oft entspannte Ruhe.

Tourengänger: frmat


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