Wilde Kreuzspitze (3132 m) über Wilder See


Publiziert von Max Pro , 23. September 2015 um 22:25.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:12 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 1580 m
Abstieg: 1580 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Mühlbach nach Vals und weiter zur Fanealm, Zufahrt im Sommer nur bis 9.00h, Genaueres erfährt man auf der Homepage der Gattererhütte, www.gattererhuette.it/anreise-p63.html
Kartennummer:Kompass 699

Schöne Tour, die abseits des Mainstreams Einsamkeit und Natur pur bietet. Von dem Augenblick an, wo wir Richtung Osten den Steig Richtung Aschilaalm unter die Sohlen nehmen, ist der Trubel um die Fanealm passé. Kein Mensch begegnet uns, wir folgen brav dem Steiglein, überqueren eine Forststrasse, halten uns dann rechts und steigen auf den Rücken unterhalb der Aschilaalm. Der Weg führt fast direkt auf demselben zum Almgebäude Richtung Osten.

Auch der weitere Verlauf ist nun einfach zu finden, es geht zum Marblsee, wo wir eine kleine Rast einlegen. Ausser ein paar Schafen leistet uns niemand Gesellschaft. Das Wetter ist zwar nicht so gut wie versprochen, dennoch sind die Landschaftseindrücke außergewöhnlich.

Der nächste Spot auf unserer Tour ist der Wilde See, auch der Steig dorthin ist beschildert, markiert und nicht zu verfehlen. Wie es der Zufall will, beschreibt das SZ-Magazin am Vortag Bergseen, darunter auch den Wilden See. Es handelt sich um einen sogenannten "brüllenden See", bei Wetterumschwüngen sei ein Rumoren zu hören und das kommt daher:

"...im Fall des Wilden Sees stecken dahinter die Schreie dreier Franzosen, die ein Bauer aus dem Pustertal während der französischen Besatzung Südtirols durch Napoleon 1809 erschossen haben soll. Später gestand der Bauer dem Pfarrer die Tat und der verbannte die Soldatenseelen in den Wilden See - wo sie angeblich bis heute grummeln..."

Bei uns grummelt nicht der See aber die Wolken, vielleicht hat das ja was zu bedeuten. Wir steigen zum Rauhtaljoch hoch und links weiter zum Gipfel der Wilden Kreuzspitze, der erste Schnee grüßt und außerdem grüßen wir bonjour am Gipfel ein französisches Paar. Zufälle gibt's...

Kalt, windig und vor allem wolkig präsentiert sich der Gipfel, das war eigentlich anders gedacht. Dennoch wollen wir Richtung Südwesten zum Karjöchl absteigen. Zuvor wechselt der Steig auf die Nordseite, dort liegt viel Schnee, Markierungen sind keine zu sehen. Das heisst, eigentlich ist gar nichts mehr zu sehen, denn ständiger Wolkennachschub verschluckt jegliche Sicht. In diesem Bereich erhöht sich das Niveau auf T3.

Meine Begleitung rät zur Umkehr, die Machtverhältnisse in französischen Ehen scheinen ähnlich gelagert, wir steigen also retour und alle miteinander am Ostgrat ab. Während unsere neuen Freunde wieder zum Rauhtaljoch absteigen, wollen wir aber nicht auf dem gleichen Weg zurück sondern versuchen es eine Etage tiefer Richtung Westen, treffen auf den Pfunderer Höhenweg und steigen dann weglos unterhalb der Schwarzen Lacke zum Nordufer des Wilden Sees ab.

Mittlerweile ist niemand mehr unterwegs, wir haben den ganzen See für uns allein. Nicht nur das, auch auf unserem Rückweg über den Marblsee und Aschilaalm begleiten uns nur ein paar Murmeltiere, bevor wir an der Fanealm wieder im Getümmel landen.

 Tef hat die Tour bei schönem Wetter gemacht, hier sein Bericht.


Tourengänger: Max


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