Wurmtaler Kopf 3228m


Publiziert von tyrkir4 , 21. September 2015 um 15:31.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum:19 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:ca. 15km

Der Wetterbericht war eher bescheiden, aber wir wollten wohl letzte mögliche Hochtourenwochenende für dieses Jahr nicht ungenutzt verstreichen lassen und so war schnell klar, dass wir den Wurmtaler Kopf angehen würden.
Um 4 Uhr ging es in Stuttgart los in Richtung Süden und wir erreichten die Talstation der Riffelseebahn pünktlich zur ersten Gondel um 8:30 Uhr.
Von der Talstation läuft man rechts am Riffelsee vorbei in das schöne Wurmtal. Das Wetter war wie angekündigt zwar trocken, aber eine dichte Wolkendecke ab ca. 2500m machte wenig Hoffnung auf einen aussichtsreichen Gipfel. Das war zwar weniger gut, aber wahrscheinlich trug das dazu bei, dass alle anderen offenbar lieber zu Hause blieben und so kam es, dass wir den gesamten Tag über völlig alleine unterwegs waren.
Der Weg ist neu markiert und leicht zu verfolgen. Es geht über seichte Stufen gemächlich höher, bis man das Geröllfeld der ehemaligen Gletscherzunge erreicht. Hier hatten wir Glück, denn die Wolken begannen aufzureißen und gaben den Blick auf das Tagesziel und seine Trabanten frei. Der Riffelferner bietet dann das letzte "Hindernis" auf dem Weg zum Gipfel. Wir fanden den Gletscher völlig aper vor, was prima ist, weil man die Spalten sieht und blöd, weil's für die Füße anstrengend zu gehen ist. Ohne Steigeisen wäre es bei diesen Verhältnissen sicher schwer geworden das Joch zu erreichen, da es auch steilere Passagen zu gehen gilt. Wir waren voll ausgerüstet, da wir sowieso am folgenden Tag noch ein wenig zum Eisklettern an den Taschachferner wollten und so war der Gletscheraufstieg kein Problem. Da uns der Normalweg über den Westgrat etwas bröselig schien, wählten wir den Aufstieg bis zum Joch zwischen dem Hauptgipfel und P. 3199, den wir bis fast oben über den Gletscher gehen konnten. Von dort ist man in wenigen Minuten am Gipfel. Inzwischen war es wieder zugezogen und wir machten nur eine relativ kurze Pause am Gipfel. Der Abstieg über den Offenbacher Höhenweg folgt zunächst dem Grat bis kurz vor P. 3120 und führt dann in das Kar der Eiskastenspitze abwärts. Hier begann es zu graupeln und später zu regnen, es war neblig, so dass unser weiterer Abstieg zum Taschchhaus weniger amüsant war.
Am nächsten Morgen hatte es 5-10cm Neuschnee und die Hütte war vom Nebel eingehüllt. Nichts desto trotz liefen wir noch zum Taschchferner. Nachdem wir zwei Stunden am Gletscherrand geklettert waren verzog sich der Nebel plötzlich und wir konnten doch noch das tolle Panorama genießen und den folgen Abstieg nach Mandarfen in bestem Wetter zurücklegen.

Fazit:
Schöne Tour in toller Landschaft. Die Wegfindung ist immer einfach. Der Gletscher ist nicht völlig spaltenfrei und später im Jahr sind Steigeisen anzuraten. Mit Foto-, Ess- und Pipipausen kann man schon 8-9 Stunden auf der Tour bis zum Taschachhaus verbringen.
Unsere Variante am Gipfel kommt ohne Klettern UIAA I aus, dafür hat man u. U. Eis bis 30°.

Tourengänger: tyrkir4


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