Wildstrubel, ganz winterlich


Publiziert von amphibol Pro , 26. September 2015 um 12:24.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Simmental
Tour Datum:20 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 2100 m
Strecke:Iffigenalp- Geissräbel - Blattihütte-Blattihubel-Rawilseeleni-Rothore-Wildstrubelhütte SAC-Wisshorelücke-Pointe de la Plaine Morte-Plaine Morte- Wildstrubel (Lenkerstrubel) -Wildstrubel Mittelgipfel - Rottäli - Flueseeli-Flüehschafberg-Bi de Sibe Brünne-Rezlibergli-Lenk Simmenfälle
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Lenk, Iffigenalp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Lenk, Simmenfälle
Unterkunftmöglichkeiten:Wildstrubelhütte SAC, Wildhornhütte SAC, einige in Lenk. Möglichkeit auch in der Lämmerenhütte (Abstieg über spaltenreichen Gletscher)
Kartennummer:Lenk: 1:25'000 1266 / Gemmi 1:25'000 1267

Wildstrubel - bereits vor Mitte September winterlich


[19.09.2015] Unsere Idee war es, den Wildstrubel über das Schneehorn zu erreichen. Wir machten uns dafür einen Tag vorher auf den Weg von der Iffigenalp hoch über die schönen Wege direkt in der Nordwand des Mittaghore. Entlang schöner, filigraner Kalkschiefer in Richtung zu den Rawilseeleni. Weil das Wetter, jedenfalls gegen Nachmittag, eher schlechter gemeldet war, liessen wir offen, eben noch auf das Mittaghore oder auf das Laufbodehore in östlicher Richtung zu stiegen. Kurz vor den Rawilseeleni machten wir eine längere Pause bei sich verschlechterndem Wetter. 

Auf Grund dieser nebligen Beobachtungen, zogen wir dann direkt hoch zu den Wildstrubelhütten. Oben angekommen, begann es zu unserer Überraschung an intensiv zu schneien. Wir genossen daher ein geselliger Hüttenabend mit Spiel und Spass. Bei anhaltender Beobachtung der Wetterentwicklung überraschte uns der viele Schnee, der sich auf den Terrassenboden legte. Ein vorausgehender Abbruch des Schneefalls war nicht zu erwarten. 

[20.09.2015] Auf Grund des späten Sonnenaufgangs um erst etwas nach 07:15 Uhr entschieden wir uns für einen gemässigten Startzeitpunkt. Etwas nach 06:30 Uhr zogen wir bei anhaltendem aber leichterem Schneefall durch teilweise tiefen Schnee los zur Wisshorelücke. Oben angekommen, zogen die schweren Schneewolken dicht über unseren Köpfen weg und der Tag brachte sein seichtes Licht mit. Die teilweise Sicht auf die Plaine Morte in Abwechslung mit dichtem Nebel feuerte uns an, die Pointe de la Plaine Morte baldig zu erreichen um den hinter dem Wolkenschleier sich bereits abspielenden Sonnenaufgang weit über dem Walliser Nebelmeer zu geniessen. So zogen wir in überaus winterlichen, teils knietiefen Schritte, westlich der Pointe de Vatseret hoch auf die Pointe de la Plaine Morte. Die Walliser Eisriesen waren bereits hell erleuchtet und das gesamte Wallis war unter einer erheblichen Wolkendecke verborgen.

Wir genossen die eisige Sicht in alle Himmelsrichtungen, auch auf die Plaine Morte wo der Nebel sich ins Nichts auflöste. Danach bogen wir östlich unterhalb der Pointe de la Plaine Morte runter zum Gletscher, der tief eingeschneit war. Wir seilten an, nicht weil die Plaine Morte viele Spalten aufweisen würde. Die Plaine Morte führt einige grössere aber auch kleinere Abwasserlöcher auf, die bei gegebenen Schneebedingungen relativ gefährlich sein können. Schon nur deswegen ist ein Anseilen sehr angemessen.

Die Plaine Morte unterschätzt man, sofern man sie durchquert, denn die Ausdehnung und damit die Überschreitung dauert ziemlich. Die Diagonale misst fast 4Km und durch das nicht schnurgerade Gehen, kann man sich in etwa vorstellen, dass die Distanz dadurch noch anwächst. Mit einer guten Stunde bis zum Fuss des Lenker Strubels ist dadurch zu rechnen. Wir entschieden uns auf Grund des Schnees gegen den Übergang über das Schneehorn und stiegen in einer weiteren Stunde auf den Lenker Strubel. 

Oben freuten wir uns auf das Erreichen des Wildstrubel an diesem "Wintertag" noch früh im Jahr. Der Lenker Strubel ist ein richtiger Windgipfel und so zogen wir direkt über Fels und Eis leicht auf den Mittelgipfel und wieder zurück. Wir genossen es, alleine unterwegs zu sein und den tiefen Schnee auf dem Gletscher zu spuren. 

Zurück stand uns ein 2100Hm langer Abstieg zum wunderschönen Fluehseeli und weiter zu den Simmenfällen in Lenk bevor. Der Abstieg bis etwas oberhalb des Fluehseeli war durch mehr oder minder schmierigen Schnee geprägt, was doch ziemlich zusetzte. Danach, der Bergweg über die Sibe Brünne ist bei nassen Bedingungen nicht ganz ohne, erreichten wir das Retzlibergli und nach einer Kiesstrasse doch etwas erschöpft die Simmenfälle. Ein sehr gelungener Wochenendtrip auf unseren Hausberg den Wildstrubel. Wir kommen wieder. 

Zeit (mit Pausen):
Iffigenalp - Wildstrubelhütten: 4h
Wildstrubelhütten - Pointe de la Plaine Morte: 1.5h (mit Schnee)
Pointe de la Plaine Morte - Lenker Strubel: 3h (mit Schnee)
Lenker Strubel - Mittelgipfel retour (1.5h) (Achtung Spalten)
Abstieg bis zu den Simmenfällen (4h)

Tour mit Vroni & Frank - war wunderbar!

Tourengänger: amphibol, berggiis


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Kommentare (6)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 28. September 2015 um 12:34
echt stimmungsvoll!

amphibol Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. Oktober 2015 um 11:57
Danke Felix! Es zeigt, die Region ist eigentlich immer einen Besuch wert. Egal in welcher Jahreszeit und zu welchem Wetter, solange annehmbar!
LG raphael

Runner Pro hat gesagt:
Gesendet am 28. September 2015 um 21:25
schöne Tour (gratuliere!) - starke Bilder !!

amphibol Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. Oktober 2015 um 11:57
Vielen Dank Runner! :-)

MicheleK hat gesagt:
Gesendet am 29. September 2015 um 10:38
very nice! gratulation zur schoenen Tour.

amphibol Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. Oktober 2015 um 11:57
Danke, wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein... :-)


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