Über den Riedkopf


Publiziert von Curi , 22. September 2015 um 15:58.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Wetterstein-Gebirge
Tour Datum:13 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:14 km zu Fuß + 11 km mit dem Rad

Von Mittenwald folge ich zunächst der Leutascher Ache bis zu ihrem Austritt aus der Klamm und überquere sie Richtung Gasthaus Gletscherschliff. Noch unterhalb desselben zweigt links der Wanderpfad zur Großen Arnspitze ab und steigt durch schönen, wenn auch etwas "unaufgeräumten" Wald bis knapp über die Riedbergscharte. Bei einer kleinen Jagdhütte geht es dann wieder ein paar Meter abwärts zu dieser.

Nach der Scharte wird das Gelände steiler, offener und felsiger. Zwischen Latschen geht es hinauf, dann folgt eine wunderschöne Aussichtsterrasse mit Bänken, und wenig später stehe ich am Riedkopf auf dem Grat und habe erstmals freie Sicht auf die Große Arnspitze, die sich von ihrer Nordseite als scheinbar unbezwingbare Felspyramide zeigt.

Der Weg weicht nun in die Ostflanke der Achterköpfe aus und leitet in eine Querung, wo es vorwiegend nur schmale, teils mit Schotter belegte Tritte gibt. An einigen Stellen sind zwar nagelneue Ösen angebracht, und ein blitzblankes Stahlseil liegt auch aufgerollt herum, aber so bin ich hier ausschließlich auf die eigene Trittsicherheit angewiesen. Um den grasigen Hang unter der Arnspitzhütte zu erreichen, muss ich schließlich noch mit einem kleinen Sprung über eine sehr feinbröselige Rinne setzen, in der sonst absolut kein Halt zu finden wäre.

Diese Passage hat viel Konzentration und damit auch Kondition gekostet, und so entschließe ich mich bei dem kleinen Holzkreuz über der Arnspitzhütte, auf die Eingebung zu hören, die ich zwar zunächst für meinen inneren Schweinehund halte, die aber wohl doch die Stimme der Vernunft war, und auf den letzten Gipfelaufstieg zu verzichten. Ohnehin weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der allerhaarigste Abschnitt gerade vor mir liegt.

Die ganze Südostflanke ist nämlich auf den oberen 300 Höhenmetern eine einzige Schotterwüste. Die roten Markierungen zeigen lediglich, wo man noch am besten weiterkommt. Wer ihnen nicht folgt, gehört sowieso der Katz, aber auch so gibt es da nirgends eine verfestigte Trittspur, vielmehr rollt einem ständig alles unter den Füßen weg. Zwar überholen mich hier zwei andere Wanderer mit etwa dem vierfachen Tempo, aber deren strammen Schenkeln ist auch anzusehen, dass die garantiert noch nie im Leben schlackrige Knie hatten!

Irgendwann ist aber auch das geschafft, und auf einem wunderbaren, leider viel zu kurzen Waldweg gelange ich zum Hohen Sattel. Von da hatsche ich noch vier Kilometer auf relativ steiler Forststraße hinunter ins Leutaschtal, wo an der Brücke bei Ahrn schon seit dem Morgen mein Fahrrad darauf wartet, mich höchst genussvoll, da mit stetigem leichtem Gefälle nach Mittenwald zurückzubringen.

Fazit: Bis zu den Achterköpfen eine wunderschöne Tour! Von der Fortsetzung möchte ich mäßig sportlichen Schotterschissern eher dringend abraten. Beim nächsten Mal versuche ich lieber den Aufstieg von Scharnitz aus.

Tourengänger: Curi


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