Tösstaler Tobel Trophy


Publiziert von Djenoun , 17. September 2015 um 15:06.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:16 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-ZH   Zürcher Oberland   CH-SG 
Aufstieg: 830 m
Abstieg: 830 m
Kartennummer:1113 Ricken, 1093 Hörnli

Diese Tour geisterte schon eine Weile in meinem Kopf herum. Es wurde ein Multipack an ZO-alpinen Herausforderungen in urwüchsiger Landschaft, überraschend anstrengend und nicht immer im moderaten Blutdruckbereich. T5 ist als Grundanforderung zu verstehen, es gibt aber auch T6-Stellen. Das Eisgerät ist unverzichtbar und eine kompl. Abseilausrüstung (min. 50m-Seil) ermöglicht im Abstieg einige zeitraubende Umgehungen zu vermeiden.

Ab der Wolfsgrueb ist die Bachscheidi, via Pt. 866 und Tössscheidi, schnell erreicht. Dort beginnt das Abenteuer.

Schwämmibach (Bachscheidi - Neurüti)
Bereits nach ca. 250 m gilt es, einen Giessen links (in Gehrichtung) zu umsteigen. Die naheliegendste Möglichkeit ist zwar heikel, aber bei Trockenheit machbar. Meinen Versuch breche ich wegen Nässe ab und suche eine Möglichkeit, indem ich talauswärts unter den Felsen quere. Ich finde eine steile, grasige Schwachstelle (T5+) in der untersten Stufe und gelange auf ein Band, auf dem ich wieder ins Tal hinein quere.
Weiter folge ich dem Bachlauf, einige kleinere Stufen umgeht man im T5-Bereich, dazwischen durchwandere ich malerische Flachstellen im Tobel. Im hinteren Teil gilt es nochmals zwei grössere Giessen zu knacken. Den einen umsteigt man rechts an Wurzeln über ein kleines Wändchen und eine schmierige Querung (T5+ - T6), beim zweiten steigt man linksseitig einen kurzen Rücken hoch und quert dann oberhalb der Felsen abschüssig zum Bach zurück (T6).
Bei der letzten Bachverzweigung steigt man am besten den Sporn zwischen den beiden Bächen hinauf bis man oben ein paar Meter nördl. Pt. 1034 den Forstweg erreicht. Ab hier steige ich mehr oder weniger direkt den steilen Wald hoch bis zum Stall bei der Neurüti.

Tobel Hintere Töss (Neurüti - Pt. 857)
Ca. 90 m nach dem Stall führt der Wanderweg Richtung Alp Schindelberg unter einigen Bäumen hindurch. Genau hier steche ich nach rechts hinunter ins Tobel der Hinteren Töss. Über die Ausstiegsrisse http://www.hikr.org/gallery/photo1453961.html?post_id=81365#1 seile ich ab und folge anschliessend dem Bacheinschnitt steil hinunter in die Tiefe des Tobels. Einmal mehr staune ich ob der grandiosen Szenerie in dieser wilden, einsamen Ecke - eigentlich fehlt nur noch der Wolf, der unter den grossen Nagelfluhdächern haust.
Beim grossen Giessen quere ich rechts talauswärts und seile sobald wie möglich nach links über die Felswand zum Bach ab. Auf dem weiteren Abschnitt bis Pt. 923 umgehe ich kleinere Stufen, die eingeschnittenen Rinnen durchquere ich über festgeklemmtes Schwemmholz. (bis hier T5)
Im nun eher flachen Bachbett erreiche ich schnell Pt. 904. Im letzten Drittel bis Pt. 857 wird es nochmals teilweise schmal und kleinere Giessen müssen umgangen werden (max. T5).

Auf dem Forstweg gelange ich talauswärts in ein paar Minuten zum Einstieg ins

Schwammwald-Couloir (T5, Stellen T6)
Routenbeschreibung: http://www.hikr.org/tour/post96402.html
Ergänzung Einstieg über Sporn: http://www.hikr.org/tour/post97708.html
Vor allem für den Einstieg über den heute nassen und heiklen Sporn, das Couloir und den steilen Ausstieg ist nochmals Konzentration gefordert. Nach dem Aufstieg merke ich aber langsam die bereits hinter mir liegenden Teilstücke, setze mich auf einen der Baumstümpfe und mache schnell Pause.
Anschliessend folge ich dem Wanderweg Richtung Undere Boalp bis er auf ca. 1120 m Höhe die Vordere Töss erreicht.

Tobel Vordere Töss (Weg auf 1120 m - Pt. 866)
Auch auf diesem Abstieg müssen einige Giessen umgangen werden. Leider wird das Fortkommen an den Hängen sehr oft von unglaublich dicht  wuchernden Brombeeren erschwert, zwei grosse Giessen entschädigen aber die Mühen. Die Schwierigkeiten halten sich in Grenzen (max. T4), bei einigen Stellen muss man aber trotzdem vorsichtig sein. Langsam müde erreiche ich den Weg bei Pt. 866, hole tief Luft und bringe noch den Schlussaufstieg zur Wolfsgrueb hinter mich.



Tourengänger: Djenoun


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