Sustenhorn Ostgrat - ein langjähriger Traum


Publiziert von ThomasH , 8. Dezember 2008 um 09:37.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 1 August 2004
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-UR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Strecke:Voralphütte - Sustenhorn - Chelenalphütte - Göscheneralpsee

31.07. - 01.08.04   Nach vielen Jahren des vergeblichen Wartens auf wasauchimmer, war die Zeit reif, den Traum nun endlich einmal anzugehen - bzw. wenigstens anzusehen.

So zog ich aus - huch hört sich das heroisch an :-)

Wenig spektakulär, aber unheimlich schön, ist der Zustieg zur Vorlaphütte. Je nachdem wie lange man sich in den Blaubeeren festnascht, steigt man immer weiter ins Hochgebirge hinein. Sicherlich auch sehr schön für Kinder.

Auf der Hütte angekommen, hieß es die Schlüsselstelle der gesamten Tour zu meistern. Der Hüttenwirt versucht mich mit Händen und Füssen davon zu überzeugen, dass der Ostgrat auf das Sustenhorn nichts für mich als Alleingänger sei. Ich schaffte es zwar nicht ihn zu überzeugen - sehe hier auch nicht meine Aufgabe - sondern schaffte es lediglich, dass er mich am nächsten Morgen in Ruhe ziehen ließ. Ich verstehe sein Anliegen schon, aber nur weil ich nicht einer der weltberühmten Alleingänger bin, darf ich doch sicherlich noch eigenverantwortlich meiner Passion nachgehen. Über die namhaften Alpinisten hätte sich der Wirt sicherlich gefreut - und nach einem Autogramm gefragt :-))

Nichts für ungut stieg ich über den aperen Gletscher gen Grat und folgte diesem in hochalpinem Gelände. Wie zu erwarten war, ist nicht alles bombenfester Fels, aber es war dennoch ein genüßliches Höhersteigen, bei ansprechendem Wetter.

Ich kam relativ schnell durch, so dass ich am Gipfel noch auf die letzten Bergsteiger traf, die über den Normalweg aufgestiegen waren. Diesen folgte ich nun bis in die Sustenlimi, wo ich nach links abbog. Hier definitiv der sinnvollere Weg für einen Alleingänger. Die Splatenzone auf dem Weg zur Tierberglihütte gefiel mir überhaupt nicht. Der Abstieg über die wundervolle Chelenalphütte, den Göscheneralpsee hinab zum Parkplatz rundete die Tour sprichwörtlich ab.

Die Tour ist für den wahren Alpinisten insgesamt absolut empfehlenswert. Sicherlich kann man am Grat sehr viel Zeit verbrauchen, wenn jeder Meter fein säuberlich gesichert wird.

Tourengänger: ThomasH

Galerie


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Kommentare (3)


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danueggel hat gesagt: Super Sache
Gesendet am 8. Dezember 2008 um 17:03
Hallo Thomas

Wahrlich eine Traumtour. Da ich auch des öfteren auf Solotouren unterwegs bin, hat mich dein Alleingang natürlich besonders angesprochen. Besonders, weil ich vor solchen Projekten im Alleingang noch gewaltigen Respekt habe. Deshalb würde mich schon noch interessieren:

-Bist du alles frei geklettert?
-Wenn du dich gesichert hast, wie?

Wünsch dir weitere solche "Abenteuer", in der Hoffnung, dass dich die Hüttenwarte auch in Zukunft die Türe öffnen, wenn du mal wieder alleine losziehen willst.

Gruss
Danueggel



Sputnik Pro hat gesagt: Genial !!!
Gesendet am 8. Dezember 2008 um 17:57
Gratuliere Dir zum Ostgrat im Alleingang. IV-Kletterstellen solo sind zwar für mich nichts, aber mässig schwierigere Touren im Alleingang machen schon Spass! Leider gibt's an hohen Bergen öfters Gletscher mit Falltüren so dass Sologänge meist nur im Frühjahr möglich sind.

Gruss und weiter so!

Sputnik

PS: Du kannst für die Hochtourenschwierigkeit für Deiner Tour ruhig mit "ZS" bewerten :-)

Bombo hat gesagt: Respekt
Gesendet am 8. Dezember 2008 um 21:25
Ich war ja selbst dieses Jahr zusammen mit Ironknee am Ostgrad und muss schon sagen, Respekt vor Deiner Leistung. Gerade die erste Wand auf den Grat rauf, unmittelbar nach der Gletscherbegehung, hat's auf jeden Fall in sich und auch später folgen noch 2 oder 3 Hindernisse, welche ich nicht ungesichtert hätte meistern wollen. Bravo! Und ja, Sputnik hat Recht, die Tour ist auf alle Fälle ein "ZS" - ein "L" würde hier klar einen falschen Eindruck hinterlassen.

Gruss
Bombo


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