Sustenhorn 3502m


Publiziert von Robertb , 13. September 2015 um 22:45.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:11 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettersteig Schwierigkeit: K2 (WS)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-UR 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Sustenpass, Steingletscher, Parkplatz Umpol (Fr. 5.-- / jeder Folgetag Fr. 1.--)
Unterkunftmöglichkeiten:Steingletscher

Meine Tochter Debora hat den Wunsch geäussert einmal eine Gletschtour gespickt mit Felskraxelei und einer Übernachtung in einer SAC Hütte zu unternehmen. Zudem sollte es nicht zu weit sein, keine allzu grosse Höhendifferenz aufweisen, landschaftlich einmalig sein und tolles Wetter vorherrschen. Kann ich dies überhaupt alles erfüllen? Spontan kam mir da die Besteigung des Sustenhorns inkl. Klettersteig Tierbergli in den Sinn. Ich weiss zwar nicht wie oft ich bereits auf dem Sustenhorn gestanden habe. Fünfmal? Zehnmal? Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Doch dieses Erlebnis mochte ich ihr gönnen.

Freitag, 11.9.2015
Im Laufe des Vormittags/Mittags machte wir uns auf Richtung Sustenpass und Parkplatz Umpol (Nähe P2111) wo wir unser Auto parkierten.Mein Blick schweifte hinauf zur Tierbergli-Hütte, ziemlich verschneit sieht die ganze Sache aus. Nichts desto trotz, hier packten wir unsere sieben Sachen zusammen, Gstältli, Helm, Klettersteig-Set etc. zogen wir bereits an. Voller Elan gingen wir zum Einstieg. Einklinken, zuerst den flachen Bändern folgend, doch dann rasch steiler hinauf. Die eine oder andere Steilstufe verlangt doch etwas ‚Mukis‘ in den Oberarmen. Durch das Schmelzwasser präsentierten sich die Felsen, Eisenbügel, Stifte und Griffe recht rutschig. Die eine oder andere Kalt-Schmelzwasserdusche liess auch nicht lange auf sich warten.

Nach der ersten Hälfte entschieden wir uns dann aufgrund des ca 10cm tiefen Neuschnee’s es mit dem 2.Teil des Klettersteigs sein zu lassen und folgten dem normalen Hüttenweg hinauf zur Tierberglihütte P2795. Auch hier war der Weg recht rutschig. Auf der Tierberglihütte wurden wir wie in allen SAC-Hütten ganz herzlich begrüsst. Noch kurz die feuchten Kleider zum Trocknen aufhängen und bereits begrüsste der Hüttenwart alle Gäste mit einer netten Anekdote und einem Willkommens-Trunk.

Samstag, 12.9.2015
Das Morgenessen ist auf 5:30 oder 7:00 angesetzt. Wir entschieden uns fürs erstere, denn schlafen ist kaum mehr möglich, wenn einigen Hüttengäste in ihren Rucksäcken ‚rumnuschen‘. In der Nacht war es draussen sternenklar und windstill, aufgrund des Wetterberichts soll jedoch der Föhn einsetzen, dies tat er auch und dazu noch mit seiner vollen Stärke. Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns dann bereit das Sustenhorn zu erklimmen. Aufgrund des Starkwindes packten wir uns dick ein.

Trotz einer morgendlichen Sonnenbrille-Suchaktion von Debora waren wir die ersten welche die Hütte in Richtung Sustenhorn verliessen. Der Gletscher präsentiert sich dieses Jahr offen und sehr spaltenreich. Tag’s zuvor war noch Neuschnee gefallen, eine Spur war nur noch im Ansatz erkennbar. Wieder einmal hat’s mich erwischt mit der (un)beliebten Spurarbeit (zum Glück nur bis auf eine Höhe von ca 3100m). Ich kenne die Umgebung und den Gletscher ja bereits aus meinen zahlreichen Sustenhornbesteigungen, so ist der Routenverlauf kein Problem. Verschiedene Spaltenzonen galt es zu überwinden, zum Teil auf dünnen Spaltenrücken, Schneebrücken – dann auch mal links, rechts ausweichend. Aber so machen Gletschertouren zu einem tollen Erlebnis. Was gibt’s schöneres als bei ausgezeichnetem Wetter hochzusteigen. Wir legten auf einer Höhe von ca 3100m nochmals eine Pause ein und nahmen eine Stärkung zu uns bevor den steileren Schlussaufstieg Richtung Gipfel in Angriff nahmen.  Die Luft wird dünner, das Seil spannt sich zusehends auch die Schritte von Debora werden langsamer. Aber was soll’s, das Erlebnis steht im Vordergrund. ‚Lueg mal‘ siehst du das Gipfelkreuz? Es ist bereits zum Anfassen nah.
Die letzten Meter schafften wir ohne Probleme und bereits stiegen wir über die Steine beim Gipfelkreuz des Sustenhorn P3502 (ist dieser Gipfel 1m geschrumpft?). Super - gratuliere - tolle Leistung!

Leider war südseitig das Panorama durch dicke Wolken verhüllt. Was solls, auch so genossen wir die Aussicht. Wie auch in den Vorjahren war es hier nicht gemütlich, ein starker Wind bläst, es ist kalt, so beschlossen wir einige Meter abzusteigen und dort eine Pause einzulegen.

Der weitere Abstieg war neblig (auf dem Plateau von ca 3100m) unterhalb klarte die Sicht wieder auf und herrlicher Sonnenschein begleitete uns. Eine mächtige Föhnwalze schwappte westlich und östlich des Gwächtenhorns von Süden herüber. Ein einmaliges Erlebnis ein solches Schauspiel von nahem sehen zu können. Zurück bei der Tierberglihütte füllten wir unsere Flüssigkeitsspeicher auf und genossen das imposante Panorama bei herrlichem Sonnenschein bevor wir uns auf dem Hüttenweg zurück zum Parkplatz Umpol machten.

Fazit: Eine einfache Gletscher-Hochtour, für Einsteiger bestens geeignet. Landschaftlich eindrucksvoll, befindet sich die Tierberglihütte direkt beim Steingletscher. Trotzdem ist dieses Jahr Vorsicht geboten, es gilt die eine oder andere Spalte zu übersteigen, zu umgehen. Auf eine adäquate Ausrüstung kann meiner Meinung nach nicht verzichtet werden, da haben wir tatsächlich Tourengänger ohne Steigeisen angetroffen.

Tourengänger: Robertb


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