Birkkarspitze (2749m) - der lange und steinige Weg von Süden


Publiziert von felixbavaria , 13. September 2015 um 17:49.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:12 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: L
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-T 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1950 m
Abstieg: 1950 m
Kartennummer:Kompass 26

Wie allgemein bekannt ist die Birkkarspitze der höchste Gipfel im Karwendel, zudem einer der 44 "Ultras" der Alpen (Gipfel mit > 1500m Prominenz). Somit ist die Fernsicht an einem schönen Herbsttag einfach gigantisch. Das macht den Gipfel natürlich recht beliebt, doch da der Gipfel meist vom Karwendelhaus bestiegen wird, ist die lange Südroute durchs Birkkar noch recht ruhig geblieben, sie wird meist im Zuge des (langen) Übergangs zum Hallerangerhaus gemacht.

Geschenkt ist der Gipfel gewiss nicht - zwar ist der Aufstieg weitgehend unschwierig, doch für eine markierte Route geht es hier ungewöhnlich rustikal zur Sache, mit Gegensteigungen kommen zudem fast 2000 Hm Auf- und Abstieg vom Parkplatz zusammen.

Vom kostenfreien P nördlich von Scharnitz geht es mit dem Radl ins Isartal (Hinterautal) bis kurz vor die Kastenalm (kaum steile Passagen). An einem Schilderbaum kurz hinter einer breiten Schotterreiße zweigt man, nun zu Fuß, links Richtung Birkkar ab.

Man ersteigt eine Steilstufe im Wald, danach geht es erst einmal länger im Auf und Ab durch Latschengelände. Einige Runsen werden überquert (teils neu versichert), dann geht es über steiles, bröseliges Gelände eine weitere Stufe empor, bis der Birkkarbach überquert werden kann. Weiter mühsam über Schotter in Kehren in karstiges, begrüntes Gelände.

Wer nun denkt, es sei erstmal vorbei mit dem Schotter, der wird enttäuscht: Zunächst geht es direkt und weglos auf feinsplittrigem Schotter ins westliche Birkkar. Von dort über Blockgelände bis zu einem markanten Geröllfeld. Dieses schaut nicht nur anstrengend aus, es ist es auch, zudem völlig weglos. Die Wegbauer waren wohl humoristisch veranlagt, einfach auf ein paar Blöcke im Geröll rote Punkte zu malen.

Schließlich erreicht man wieder festen Fels, über eine schotterbedeckte Rippe erreicht man den Schlauchkarsattel, diese Passage ist auch zu einer Mini-Ferrata ausgebaut, wobei die Seilsicherung für Geübte nicht nötig ist. Eher könnte evtl. ein Helm sinnvoll sein.

Vom Schlauchkarsattel dann über eine ganz kurze Felsstufe (I+, Seilsicherung) in die Südflanke der Birkkarspitze und auf Trittspuren (Steinmänner) zum Gipfel. Einige ausgesetzte Passagen mahnen zur Vorsicht, aber der Weg ist unschwierig, gerade so T4 (stellenweise Versicherungen).

Am Gipfel gigantische Fernsicht an einem Föhntag, dabei nicht zu stürmisch, perfekt. Viele Leute waren auch nicht am Gipfel und gejodelt (wie in diesem Bericht) hat auch keiner.

Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg, wobei sich der letzte Abschnitt entlang des Birkkarbaches zieht wie Gummi (zahlreiche kleine Gegenanstiege). Danach läuft's mit dem Radl in Schussfahrt aus dem Hinterautal raus, leider unterbrochen durch einen kurzen Anstieg zur Gleirschhöhe.

Tourengänger: felixbavaria


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Kommentare (2)


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Luidger hat gesagt: Schöne Tour
Gesendet am 14. September 2015 um 08:21
Hallo Felixbavaria,

ich habe den Aufstieg von Süden auch schon mal gemacht, allerdings nicht an einem Tag hoch und runter, sondern nach Übernachtung im Biwakhüttl mit Abstieg über das Marxenkar nach Norden ins Karwendeltal. Nachteil natürlich, dass man kein Radl für dei Talhatscher benutzen kann. Ansonsten, wie du auch schreibst, ist es recht ruhig.

Gruß Luidger

felixbavaria hat gesagt: RE:Schöne Tour
Gesendet am 14. September 2015 um 15:43
Danke Luidger, ich werde mir im (nächsten) Sommer den Nordanstieg über das Marxenkar sicher auch noch mal ansehen, als Tagestour mit dem Radl von Scharnitz, schaut recht attraktiv aus.

Gruß
Felix


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