Hörnli West - gesuchte Wege besucht


Publiziert von Djenoun , 12. September 2015 um 22:47.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:12 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-ZH 
Aufstieg: 433 m
Abstieg: 433 m
Kartennummer:1093 Hörnli

Binnen einer Woche eine weitere knackige Route in der Hörnli Westflanke - mir gefällt diese wilde Züri-Oberland-Wand, durchzogen von charakteristischen Spornen, deren Begehung zumindest abschnittweise nach neuen Batterien im Schrittmacher verlangt.

Grundlage der Route "Gesuchte Wege" ist die gewohnt perfekte Beschreibung von Ossi.
Erstbeschreibung: http://www.hikr.org/tour/post3416.html
Wiederholung: http://www.hikr.org/tour/post55763.html
Danke dafür und - mit oder ohne Bescheidenheit, es ist eine T6!

Wie letzte Woche starte ich in Steg und wandere via Nideltobel ins Bärtobel bis zur Bachverzweigung am Fuss des klassischen Westwandsporns.
Ab da folge ich dem linken Bach, erreiche bald den ersten Giessen, den ich links umsteige und steige weiter tief hinein in diese dunkle Welt aus Nagelfluh, um- und abgestürzten Bäumen, steilen Grashängen und schmierigen Lehmflanken. Immer wieder faszinierend!
Getreu der Beschreibung umsteige ich in steilem Gras einen zweiten grossen Giessen und erspähe oberhalb, hinter dem erwähnten kleinen Giessen, bereits die Schlüsselpassage. Kurz darauf stehe ich dann vor dem Knackpunkt, dem Einstieg in das kleine, steile und höher gelegene Tälchen. Mit Daumen und Zeigefinger greife ich nach dem Bonsaitännchen, das sich, genauso verzweifelt wie ich, versucht in der morschen Nagelfuh festzukrallen. Ich mache mich, nicht nur ihm zuliebe, ganz leicht und platziere meine Schuhe auf dem schmalen, fast inexistenten, Band. Weiter balanciere ich, immer gefasst, abzuspringen, was hier noch ginge, nach rechts in die Nagelfluhrinne.
Nun steige ich direkt nach rechts in die Runse, die ich auf ca. halber Höhe nach links auf einen Rücken verlasse. Auf dessen abgewandten Seite steige ich noch ein Stück hinauf bis ich unter einer Felswand mit Fenster nach rechts zum eigentlichen Sporn quere. Auf ihm erreiche ich über steile, kurze T5+ Passagen den Hörnligubelweg.
Ich folge dem Weg nordwärts bis zum Bach, dann steige ich nach rechts den Hang hoch zum beschriebenen nächsten Sporn. Ich folge ihm im steilen Gras und bald wird mir klar, dass ich letzte Woche weiter oben auf diesen Sporn gequert habe und über ihn ausgestiegen bin.
Gemäss der Beschreibung verlasse ich ihn aber heute nach rechts, zwei Runsen und einen Rücken querend erreiche ich die Rippe, der ich nach links hinauf folgen muss.
Sehr steil, mit wenigen schlauen Griffen und teilweise recht schmal und ausgesetzt, ich bin der Meinung, dass das ein T6 ist, führt sie bis unter die eindrückliche Gipfelwand.
Eine weitere Querung nach links weit oben in der Flanke sorgt für die Aufrechterhaltung des Adrenalipegels. Anschliessend steige ich nach rechts in die finale Runse ein.
Lockerer Untergrund und eine grosse umgestürzte Buche, die drohend im Couloir hängt, lassen mich konzentriert und zügig zu den Luftwurzeln bei der letzten Stufe, in Sichtweite des Wanderweges, aufsteigen.
Ich ducke mich und lasse eine Gruppe Wanderer auf dem Weg vorbeiziehen, dann ziehe ich mich über den letzten Absatz hoch und habe das Ziel erreicht.

"Gesuchte Wege" ist eine abenteuerliche, anspruchsvolle Route in steilem, wildromantischem Gelände, die fordert und Spass macht.

Tourengänger: Djenoun


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Kommentare (2)


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ossi hat gesagt: Herzliche...
Gesendet am 13. September 2015 um 11:49
Gratulation zu dieser wunderbaren Tour!

Djenoun hat gesagt: RE:Ich danke dir...
Gesendet am 13. September 2015 um 15:06
für die spannende Linie und die perfekte Beschreibung!


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