Wurmtaler Kopf - Taschachhaus - Offenbacher Höhenweg 1. Teilstück


Publiziert von Jackthepot , 15. September 2015 um 15:27.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum: 9 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7:00
Strecke:Riffelsee - Riffeltal via Offenbacher Höhenweg - Riffelferner zum Wurmtaler Joch - Wurmtaler Kopf - Taschachhaus
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Inntal Autobahn A12 - Ausfahrt Imst/Pitztal - Pitztal - Mandarfen Parkplatz Gletscherbahn
Unterkunftmöglichkeiten:diverse im hinteren Pitztal (Plangeross, Mandarfen, (Mittelberg)) Riffelsee Hütte Taschachhaus
Kartennummer:Kompass Nr. 43 Ötztaler Alpen

Nach dem frühen Neuschnee, war das Wetter war eigentlich "heiter/sonnig - wolkig' angesagt. Grund genug die Zeit zu nutzen, noch ein paar Touren in höhere Regionen zu wagen, bevor der Winter dort oben endgültig seinen Einzug hält. Ich hatte mehrere mögliche Ziele zumindest mal angedacht und anrecherchiert - genauere Internetrecherche und Telefonate mit den Hütten(wirten) ließ am Ende nur ein Tourenprogramm bestehen: Pitztal - Wurmtaler Kopf über den Offenbacher Höhenweg zum Taschachhaus, von dort auf die Hintere Ölgrubenspitze. Um mir 2 Übernachtungen zu sparen, wählte ich die Variante: Anreise morgens, mit dem Lift zum Rifflsee und Start der Tour von dort.

Der Rifflsee (2234 m) liegt herrlich inmitten von wuchtigen Dreitausendern rundrum - einziger Makel: es ist halt auch ein Skigebiet. Die Tour beginnt an der Bergstation Sunna Alm schnurstraks geraderunter zum See. An dessen Südufer gehts zügig auf dem Panorama(rund)weg in westliche Richtung und am Fuße des Grubenkopfes, zweigt der Steig in das Riffeltal rechts ab, der See-Rundweg links. Es geht in das weitläufige und durchwegs sanfte Hochtal hinein und anfangs mit nur wenig Höhengewinn bergan. man gelangt nach 1h auf eine höhere Geländestufe "Die Locher". Nach dem nächsten, aber ersten, steileren Anstieg versperrt ein riesiger Damm aus Geröll die gesamte Breite des Tales. Auf diesen Schutthafen hinauf und das Umfeld ändert sich total. Verschwunden sind die hügeligen Wiesen, man betritt das schier endlose und weitläufige Gletschervorfeld. Hier zeigt sich, in welchem Ausmaß sich die Gletscher in den letzten 100-150 Jahren zurückgezogen haben. Markierungen und Steinmänner leiten den langen Anstieg zum nördlichen und etwas weniger steilen Teil des kümmerlichen Rests des Riffel-Ferners. Man steigt auf das Eis bei ziemlich genau 3000m. Der Gletscher ist von gut verfestigtem, tw. gefrorenen Neuschnee der Vorwoche bedeckt (10-20cm). Es wäre auch 'ohne' gegangen ... zur Sicherheit ziehe ich dennoch meine klassischen 4-zacker GrödeIn an. Es geht geradewegs hinauf zu den Geröllfeldern unter den Felsen. An bzw. in deren unteren Rändern quert man dann zumeist oberhalb der erkennbaren (kleinen) Randspalte knapp 700m weit, leicht ansteigend zum Wurmtaler Joch hinüber.

ACHTUNG: Aufgrund des eine Woche alten und gut verfestigten 'Neu'schnees, hätte man den Gletscher auch ohne Steighilfen begehen können. Ich hatte klassische Grödel an den Füßen, die dennoch gute Arbeit geleistet haben. Sollte der Gletscher komplett aper sein, ist der ziemlich steile Anstieg ohne (Grödel), Leichtsteigeisen, Spikes (z.B von Snowline) kaum bzw. nicht zu schaffen.

Vom Wurmtaler Joch führte der alte, wegen Steinschlags nicht mehr vom DAV gepflegte Offenbacher Höhenweg  zum Gepatschhaus im Kaunertal hinunter. Die neue Route führt über den  Wurmtaler Kopf zum Taschachhaus und von dort über das Ölgrubenjoch.
Von Wurmtaler Joch quert man hinüber zu den Schotterbuckeln (Stangen) und dann zum markanten Gratrücken des Wurmtaler Kogels.  Hat man den Gratrücken erreicht, verläßt man auch den Gletscher. Steil und etwas ausgesetzt leiten (ganz oben)  Holzstangen hinauf zum Gipfel. Zuerst auf sichtbaren Steigspuren flach, dann weglos auf losem Blöcken wird der Grat immer steiler und fast senkrecht.
Ich bin dann nach rechts unterhalb einer fast senkrechten Felswand ausgewichen zu einer breitern Schuttspur (siehe Foto: mit den geschlängelten Schneespuren). Auf feinem rutschigen Kies, aber deutlich einfacher nach oben, bis in die braune Schotterzone hinein (Foto: Schneefleck mit 'Loch'). Dort links auf Band wieder zum Grat /sichtbarer Felsklotz (+Stange). Dann am Grat, jetzt wieder mit deutlichen Wegspuren nach oben zum Gipfel.

Die Aussicht auf die Gletscherwelt rund um die Wildspitze ist grandios und bietet durchaus fast Westalpencharakter. Ein plötzliches Sonnenfenster im zunehmenden Wolkendunkel erlaubte eine gut 50minütige Gipfelrast bei angenehm warmen Temperaturen.

Vom Gipfel folgt man dem anfangs steileren Grat in östliche Richtung, der aber schon bald in einen breiter ausladenden Rücken übergeht. Der Steig führt uns anfangs über steilere Hänge in zahlreichen Kehren talwärts in den Kessel des "Eiskastens" - so nennt sich die steinige Moränenlandschaft zwischen Eiskastenspitze und Wurmtaler Kopf. Vorbei an einem wunderschönen hochalpinen See, folgen nun immer wieder kurze Anstiege. Wer sich noch einen kleinen Abschluss-Gipfel/Hügel gönnen will, macht eine kurze 5minütige Exkursion zum Vorderen Köpfle. Wer das nicht braucht, zweigt vor dem Anstieg den Wegmarkierungen folgend, links ab. Nun steuert man in direkter Linie das Taschachhaus an, das auch alsbald erstmalig sichtbar wird. Man trifft auf den Steig Nr. 926 (Fuldaer Höhenweg), dieser führt in südlicher Richtung ein Stück in das Sexegertental, bevor er in einem Bogen und den Sexegertenbach querend zum Taschachhaus leitet. Nach gut 6,5 Stunden hatte ich das schön gelegene Taschachhaus erreicht.

Tourengänger: Jackthepot


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