Salbit Südgrat


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 11. September 2015 um 17:30.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 6 August 2015
Klettern Schwierigkeit: 6a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 15:30
Aufstieg: 1701 m
Abstieg: 1701 m

Der Salbit-Südgrat ist neben dem Westgrat der große Klassiker der Region. Während der Westgrat nur Experten vorbehalten bleibt, so ist der Südgrat auch für Normalalpinisten machbar. Der luftige Südgrat mit seinen zahllosen Türmchen und Aufschwüngen ist wunderschön und überraschend homogen zu klettern. Die Absicherung ist recht gut, Standplätze sind meist gebohrt und auch dazwischen gibt es einige Bohrhaken, Friends und Köpflschlingen müssen aber häufig gelegt werden. Dazu kommt auch noch die nicht immer ganz einfache Wegführung, ein gewisses Maß an alpinem Spürsinn ist also erforderlich! Und nicht zu vergessen ist auch, dass die Bewertung im Salbit teilweise recht eigenwillig ist, heute wird die Tour in freier Kletterei mit 6a bewertet.
In Verbindung mit dem Takala-Einstieg ergibt sich eine großartige Linie in landschaftlich traumhafter Umgebung.
Das Highlight schlechthin ist und bleibt aber die Gipfelnadel, ein etwa 10m hoher Granitmonolith, welcher (abgesehen vom Stand) mit nur einer Sicherung gleich am Beginn erklettert wird (5a).
Wer die Tour wie wir als Tagestour macht, braucht zudem einiges an Kondition, immerhin müssen 1700Hm bewältigt werden. Die Kletterei überzeugt mit schönen Kletterstellen und tollen Tiefblicken.
Ein großer Klassiker der Westalpen, eigentlich ein Muss für Alpinkletterer!

ZUSTIEG: Vom P im Göschenertal folgt man dem steilen Wanderweg in vielen, vielen Kehren zum Regliberg, dann weiter zur Salbithütte. Hinter der Hütte entlang des Höhenweges Richtung Voralphütte, nach etwa einer Stunde erreicht man einen großen Felsblock, hier verlässt man nun den Wanderweg und folgt einem gerade aufwärts führenden Pfad. Vom Wandfuß rechtshaltend zum markanten Einstiegscoloir (Klemmblock) des Südgrates. Zur Takala quert man unter der Rinne durch nach rechts und steigt wenige Meter hinauf zu Einstieg (angeschrieben). (3h30min)

ROUTE: Über Platten und entlang des Verschneidungssystems erreicht man entlang der BH in 4 SL die erste Terasse. Hier geht man nun zu Fuß leicht rechtshaltend hinauf und steigt bei einem weißen Punkt wieder ein. Nach einer kurzen, leichten Länge folgt man dem rechten Rand eines Verschneidungssystems in 3 SL auf den Salbitzahn.
Von hier seilt man nun 20m in die Zahnscharte ab, aus dieser nun in einer leichten Seillänge zum Elefantenbauch. Über diesen, sehr steil, hinauf und in zwei leichteren Seillängen direkt am Grat zum Steilaufschwung. Nun entlang der Kante hinaufpiazen (5a A0 oder frei 6a) und so über die Schlüsselstelle der Tour. In zwei weiteren leichten Seillängen an der Nadel vorbei (und nicht drüber) auf den sehr ausgesetzten Plattenturm. Hier wiederum 15m abseilen und in einer langen Seillänge auf den Zwillingsturm. Hier nun 2x25m oder 1x50m abseilen und einige Meter unter die Gipfelwand gehen. Hier nun wieder über schöne, aber ziemlich schwere Platten in 3 SL zum Ausstieg. Von diesem einige Meter über Blöcke hinab zum markierten Weg, auf diesem nach links und zuletzt durch ein Loch zur Gipfelnadel. Entlang der etwa 10m langen Kante nun zum höchsten Punkt, es gibt nach wenigen Metern einen Normalhaken, danach ist keine (Vorstiegs-)Sicherung mehr möglich. (ca. 8h)

ABSTIEG: Von der Gipfelnadel folgt man dem markierten Steig kurz hinab, dann über einen Zackengrat (Stahlseil, sehr exponiert). In Kehren, teils gehend, teils leicht abkletternd, hinab zum Schneefeld. Vorsicht auf Steinschlag in diesem Bereich! Nun bei ausreichender Schneelage mit entsprechender Ausrüstung durch die steile Scheerinne oder im Sommer und Herbst rechts der Rinne über einen steilen Geröllsteig hinab und bald zur Hütte. Weiter wie Aufstieg. (2h bis zur Hütte, weitere 2h ins Tal)

SCHWIERIGKEIT: 6a (5a obl.) neuer (aus meiner Sicht passender) Bewertungsvorschlag, früher mit 5a 1p.a. (5c+) bewertet

ABSICHERUNG: ++/++++, an Ständen immer 2 BH oder ein Ring, dazwischen stecken einzelne BH (oft auch zur Orientierung) und einige alte Normalhaken

WETTER: Sonnig, sehr warm

MIT WAR: Tanja

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz

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Geodaten
 27040.gpx Track der Tour

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