Chlyne Lohner - grosser Gischterhüüfen


Publiziert von Maisander , 9. September 2015 um 15:39.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum: 8 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV & Velo
Kartennummer:1247

Über die Lohnergruppe vernimmt man grundsätzlich wenig Erbauendes: von schlechter bis miserabler Gesteinsqualität ist die Rede, und im Gipfelbuch des Chlyne Lohner liest man etwa: „Gott lobe auch diese Bruchhalde“. Nichts desto trotz lohnt es sich, einmal einen Fuss auf diesen einsamen und verlassenen Gipfel zu setzen.
 
Die Tour auf den Gischterhüüfen par excellence beginne ich früh morgens in Kandersteg. Via Klettersteig gelange ich zur Allmenalp und weiter auf den Alpschelegrat. Von hier präsentiert sich die bröckelige Aufstiegsflanke in ihrer ganzen Pracht; mitten drin der charakteristische Grasfleck quasi als rettende Insel. Zuerst aber leitet ein überaus brüchiger Grat zum Einstieg in die Ostflanke. Diesen Grat könnte man linkerhand umgehen - spannender, aber auch heikler ist es, ihn auf seiner ganzen Länge zu überschreiten (T6, II).
 
Anschliessend steuert man den Grasklecks leicht links haltend an und verlässt ihn dort, wo er am höchsten hinauf reicht. Eine Rinne führt nun nach rechts hinauf und entlässt einen in den kurzen, steilen Schlusshang. Nach Erreichen des Grates – dieser ist übrigens angenehm zu begehen - sind es nur wenige Schritte nordwärts bis zur höchsten Erhebung (P. 2587m) oder südwärts zum Mittelgipfel (P. 2583.8m). Letzterer trägt ein ebenfalls dem Zerfall preisgegebenes Gipfelbuch: Der erste, kaum mehr lesbare Eintrag datiert aus dem Jahre 1971, der letzte stammt vom Sommer 2011! Höchste Zeit also, dass dieser Berg wieder einmal Besuch erfährt...
 
Trotz grosser Vorsicht trete ich im Abstieg wiederholt Steine los. Ist man alleine unterwegs, ist dies nicht weiter problematisch, und die grossen Massen hat man am Chlyne Lohner ja nicht zu befürchten. Trotzdem gilt es, hie und da einen Blick auf den unterhalb verlaufenden Wanderweg zu werfen. Übermotivierte Geröll-Surf-Einlagen (zumindest etwas, wofür sich die Lohner lohnen!) führen nämlich schnell zu Unbehagen sich in der Schusslinie befindlicher Wanderer.
 
Auch der übrige Abstieg erfolgt durch und durch gelenkschonend: Auf ca. 2300m am Alpschelegrat kann ich mit dem Gleitschirm starten. Das Gelände zwar im idealen Aufwind, jedoch verhaken sich unzählige standhafte Blüemli in den Leinen, was das Aufziehen erschwert. Danach ruppige Thermik bis eingangs Üschenetäli, ab hier wieder ruhig; Landung auf dem offiziellen Platz neben der Talstation der Allmenalpbahn.
 
Also: trotz des über vierzig jährigen Bestehens des Chly-Lohner-Gipfelbuchs: es gibt noch genügend Platz darin und wartet sehnlichst auf neue Einträge...!
 
 

Tourengänger: Maisander


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