Hörnli West - keine tragische Liebesgeschichte...


Publiziert von Djenoun , 6. September 2015 um 21:02.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum: 6 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-ZH 
Aufstieg: 433 m
Abstieg: 433 m
Kartennummer:1093 Hörnli

... wie der Name "West Side Story", den Ossi seiner neuesten Route durch die Hörnli Westwand verliehen hat, vermuten lässt. Im Gegenteil - eine durchaus spassige, heute sogar feuchtfröhliche Linie erwartet den Begeher.

Vom Parkplatz am Bahnhof Steg via Länzen und Ober Ror zum Beginn des Bärtobels. Dem von Bäumen fast verbarrikadierten Bachlauf entlang ist der Einstieg, die Bachverzweigung, schnell erreicht.

Nun in diesem Bericht die ganze, gewohnt gute Beschreibung des Erstbegehers widerzukauen macht wenig Sinn, hier kann sie nachgelesen werden: http://www.hikr.org/tour/post98764.html
Ich beschränke mich auf die Passagen, in denen ich von der Originalroute leicht abgewichen bin.

Auf heute etwas schmierigen Untergrund geht es in gewohnter Tössbergland-Manier bis zum dritten Giessen. Auch ich steige an dessen linken Seite hoch, aber nur bis ich einen kaum zu verfehlenden Wildwechsel treffe. Diesem folge ich nach rechts, recht abschüssig und rutschig quert er oberhalb der Felsen auf einem Grasband wieder zum Bach hinüber.
Nun stehe ich vor einem weiteren, kleineren Giessen den ich links auf wenig bedeckter Nagelfluh und Gras umgehe und im Hang wieder auf die Originalroute treffe. Nach rechts geht es, wie beschrieben, wieder ins Bachbett zurück.
Nun kommt die Stelle, wo Ossi nach links steil zum Westsporn aufgestiegen ist. Ich entschliesse mich - war ja fast schon ein Auftrag - im, gerade abwesenden, Bach durch die ausgewaschene Nagelfluhrinne zu steigen, um dann gerade hoch durch den steilen Hang den Sporn zu erreichen. Auch diese Variante ist nicht ohne, die Stufe in der Rinne ohne Eisgerät eher schwierig, ausser man ist 2.50 m gross.

Kurz darauf erreiche ich auf den Hörnligubelweg und weiss, dass jetzt nichts mehr schief gehen kann, denn ich habe Ossis handgezeichnete Routenskizze aufs Handy geladen. Nach zwei Mal nachlesen in der Beschreibung, ein Mal sogar inklusive mitdenken, ist sogar mir klar, dass ich zum Einstieg zuerst nach links dem Weg folgen muss.

Der Einstieg ist, dank der Zeichnung, gut zu finden, ich folge dem Sporn ca. bis zur Mitte. Dann verlasse ich ihn und quere nach rechts zu einem umgestürzten Baum. In der nach oben aufsteilenden, grasigen Rinne steige ich hoch, bis ich unterhalb von Felsen nach rechts auf einen weiteren steilen und schmalen Sporn gelange. Rechts von mir die Gipfelwand, klettere ich ihn hinauf. Wenig Gras und morsche, rutschige Nagelfluh prägen den oberen Teil, ein kurzes Züri-Oberland-T6.

Nach dieser Passage stehe ich fast zu plötzlich auf dem Wanderweg und habe eine weitere tolle Tösstalerroute geschafft, die durchaus Lust auf mehr Hörnli-West macht.

Tourengänger: Djenoun


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Kommentare (2)


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ossi hat gesagt: Zuwanderung
Gesendet am 13. September 2015 um 11:54
Das war zu befürchten: Nun ist der "Gemeine Nagelfuhossi" nicht mehr alleine in seinem Revier! Jetzt muss ich wohl häufiger meine Duftmarken setzen...

Djenoun hat gesagt: RE:Der Tag wird kommen...
Gesendet am 13. September 2015 um 15:03
...an dem wir irgendwo in einem düsteren Tobel bei der Umgehung eines Giessens einander gewahr werden. Der eine wird sich hinter einen bemoosten Nagelfluhblock ducken, der andere drückt verzweifelt sein Gesicht ins hohe Gras.
Ein Mensch? Hier? Kann nicht sein!!
Doch, es kann, und so werden wir uns leise knurrend mit gestellten Nackenhaaren zweimal umkreisen, das Eisgerät in des anderen Hand fest im Blick, bevor wir in entgegengesetzter Richtung im Unterholz verschwinden....

In diesem Sinn - bis bald ;-)


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