Pik Altai


Publiziert von Delta Pro , 14. September 2015 um 21:48.

Region: Welt » Kirgisistan
Tour Datum:27 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 9:30
Aufstieg: 1500 m

Lange Skitour durch die Akkumulationsbecken des Abramov Gletscher und ein hoher Gipfel im Schneesturm

Nach dem veränderlichen und stürmischen Wetter der Tage zuvor hofften wir auf einen endlich stabilen Tag am Gletscher, um die Messungen durchzuführen, welche weite Wege verlangten. Der Morgen zeigte sich vielversprechend, kaum Wolken am Himmel und nur wenig Wind. Wir fassten das „Aletschhorn“ (es sieht dem Schweizer Vorbild zum Verwechseln ähnlich) ins Auge, den schönsten und höchsten Gipfel im Einzugsgebiet des Abramov Gletschers (da sich dort oben offenbar gar ein Vermessungspunkt der Sowjets befand, wäre die Besteigung arbeitshalber zu rechtfertigen). Also ziehen wir zeitig los und wandern zügig über das Eis gegen den westlichen Arm des Gletschers. Dass Petrus an diesem Tag keine Gnade walten lassen würde, erfahren wir bald: Ein Gewitter entlädt sich, der Schnee fällt dicht und unsere Skis an den Rucksäcken surren verdächtig, so dass wir uns vorsichtshalber kurz von ihnen trennen. Zum Glück dauert der Spuk nur rund eine halbe Stunde, und plötzlich lächelt die Sonne wieder auf die frisch verschneite Gletscheroberfläche.

Wir seilen an und steigen mit den Fellen an den Kurz-Ski zügig weiter bergauf, wie immer messend. Allmählich braut sich die nächste Schneefront zusammen, die Sicht ist aber nach wie vor passabel und wir finden den Weg, der teils via Schneebrücken über ziemlich massive Spalten führt, ohne Probleme. Schliesslich erreichen wir den Pass am Ende des Gletscherarms, den Col Nadejda, auf rund 4600 m.ü.M. bei starkem Wind und dichtem Schneetreiben. An eine Besteigung des „Aletschhorns“ ist nicht zu denken. Mit den Ski gleiten wir effizient den Gletscher hinunter und mit etwas Konzentration klappen sogar einige nette Schwünge, auch wenn dies mit den weichen Schuhen (und noch vielmehr für meinen instabilen Fuss) recht schwierig ist.

Auf etwa 4100 m.ü.M. müssen wir uns entscheiden: Ab nach Hause, oder auf den markanten Gipfel mit Messpunkt, welchen die Sowjets als „Altai“ bezeichneten? Während das Wetter vorher wieder kurz aufgeklart hatte, hat nun starker Schneefall eingesetzt. Nach einigem Hin und Her entschliessen wir den Gipfel zu versuchen, obwohl es bislang noch nie so grau war. Die Hoffnung, dass der Schneefall in einer halben Stunde nachlässt, zerschlägt sich leider… Mit leichtem Gepäck wandern wir über Schneefelder ein Seitental hinauf und verlassen dieses schliesslich über steile Geröllhänge, die mit einer zusehends tiefer werdenden Neuschneeschicht bedeckt sind. Obwohl wir gut akklimatisiert und bestens in Form sind, ist der Aufstieg anstrengend und aufgrund der geringen Sicht nicht sehr motivierend. Immerhin sieht es doch ab und zu so aus, als könnte es aufreissen. Da wir nicht wussten wie hoch der angestrebte Gipfel ist, dauert unser Weg deutlich länger als erwartet. Wir sind auf 4600 m.ü.M. als wir schliesslich eine Schneekuppe erreichen. Von dieser führen ein kurzer Abstieg und ein Sprung über eine Wächte an den Fuss des markanten Felszahns, welcher das ganze Tal des Abramov Gletschers beherrscht. Dieser lässt sich in brüchigem Gestein einfach besteigen. Neben der Messung dort oben lädt das Wetter (nach wie vor dichtes Schneetreiben) nicht zu langem Verweilen ein und wir sausen über schneebedeckte Geröllhänge schnell nach unten zum Materialdepot. Nun montieren wir wieder die Kurz-Ski und gleiten über das mittlerweile komplett eingeschneite Ablationsgebiet bis zum Gletscherende. Während des Gegen-Aufstiegs zum Camp intensiviert sich der Schneefall sogar noch und wir werden mit schweren Flocken eingedeckt – was für ein Sauwetter!

Tourengänger: Delta

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