Schiberg 2043m (via Brennaroute)


Publiziert von Bombo , 3. September 2015 um 20:41.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:29 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Oberseegruppe 
Aufstieg: 1370 m
Abstieg: 1370 m
Strecke:siehe GPS-Datei
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW bis zum P. 921, wenige kostenlose Parkplätze vorhanden
Kartennummer:LK 1:25'000, Bl 1133 "Linthebene" und Bl 1153 "Klöntal"

Schiberg via Brennaroute – ein T6-Klassiker im Wägital
 
 
Auch dieses Projekt geisterte schon lange auf meiner To-Do-Liste herum und ich gebe zu, so richtig entspannt war ich nie, wenn ich mich jeweils mit diesem Projekt befasst habe. Immer wieder liest man in Berichten von einer typischen T6 Tour, welche mit Kletterstellen im III. Grad aufwartet. Im weiteren sei die Tour anspruchsvoller als die Überschreitung Haggenspitz – Chli Mythen, Grund genug also, sich durchaus die Frage zu stellen, ob man psychisch und physisch für diese Tour bereit ist. Nachdem wir diese Fragen klar mit "ja" beantworten konnten und wir nun die Route begangen haben, muss ich sagen: „alles halb so wild“ – wobei ich damit nicht meine, dass obige Beschreibung nicht zutrifft, aber wer sich im Gelände wie z.B. am Haggenspitz wohl fühlt, der wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch keine Probleme auf der Brennaroute haben.
 
Gestartet sind wir bei P. 921 am Ostufer des Wägitalersees, das Auto konnten wir auf einem der letzten Plätze unterhalb des Rüti-Hof parkieren. Via Alp Fällätschen 1029m und P. 1120 erreichen wir die Schwarzenegg 1324m und wenig später die Schwarzenegghöchi 1379m wo wir nicht lange stehen bleiben und via Panoramaweg zur Bockmattlihütte 1501m wandern. Unsere erste Verschnauf- und Verpflegungspause gönnen wir uns wenig oberhalb dieser Hütte, gerade noch in sicherer Distanz zu den Kletterrouten auf der westlichen Seite der Chälen. 

Ab hier verweise ich gerne auf den perfekt geschriebenen Bericht von Daenu, welchen ich gerne mehrmals zur Hand nahm, obwohl die Route ausreichend und logisch markiert ist. Einzig bei der Stelle, wo im Bericht die Tanne erwähnt ist, da bin ich mir nicht so sicher, ob Daenu richtig (bzw. den Markierungen entlang) aufgestiegen ist. Fakt ist, dass an dieser Stelle bzw. beim Einstieg in diese Steilstufe gute und kaum unübersehbare Markierungen vorhanden sind, sodass man nicht zur Tanne rüber (bzw. auf's Grasband runter), sondern mehr oder weniger den Markierungen entlang eher direkt rauf muss. Doch eben, einfach den Markierungen nach und dann kommt's schon gut. 

Bei der Stelle, wo man abklettern oder abseilen muss, haben wir uns für das Seil entschieden - diese Stelle dann aber dafür für Übungszwecke gleich zwei Mal gemacht (mit Seil runter, ohne Seil hoch). Hier reicht übrigens eine 10m Reepschnur, denn man muss lediglich in Abstiegsrichtung nach links ausweichen und dies sind vielleicht 3 bis 5 Meter. Wir hatten ein 20m Seil dabei, welches klar viel zu lange war (immer noch besser als zu kurz...). Wer übrigens vorher noch keine Edelweiss gesichtet hat, der wird spätestens hier nach der Abseilstelle fündig.

Bald und, weil die Route unglaublich schön ist, viel zu schnell erreichen wir den Schiberg Nordgipfel 2044m, später dann den Schiberg Südgipfel 2043m. Zeit für eine ausgiebige Rast, hier oben lässt es sich aber auch wirklich gut verweilen (vor allem bei solch Traumwetter wie an unserem Begehungstag). 

Wir entscheiden uns anschliessend noch via Furgge 1927m den Plattenberg 2082m zu besuchen und von diesem dann hart dem Grat entlang richtung Mürli abzusteigen. Mehr oder weniger in einer Diretissima und auf jeden Fall weglos steigen wir dann bereits vorher ab und peilen als nächste Station die Alp Hohfläschenmatt 1688m an, wo wenige Meter unterhalb der Alp ein Brunnen mit frischem Quellwasser auf uns wartet. 

Bei der Alp Hohfläschen 1475m fragen wir, ob man auch hier bereits einkehren kann, was dann auch freundlich willkommen heissend bestätigt wurde. Ein ganz schöner Ort hier oben - hier ist die Welt noch in Ordnung. Und das kühle Citro schmeckt hier übrigens noch viel besser als sonst wo! Selbstverständlich kann man auch rund 100m weiter unten in die "offizielle" Beiz, die Hohfläschenhütte 1368m, einkehren - man wird wohl bei beiden Lokalitäten nicht enttäuscht sein.

Via Aberli 1085m steigen wir hinunter zu P. 932 und laufen anschliessend der Strasse entlang via Oberhof 932m (hier befindet sich ebenfalls ein Restaurant) zurück zu unserem Auto kurz vor P. 921


Fazit: 

Mag sein, dass wir beide zusammen einen (psychisch und physich) guten Tag erwischt haben, dennoch erlebten wir trotz Schwierigkeitskala T6 III Genuss und vorallem auch Spass pur. Die Brennaroute gefällt mir persönlich noch besser als z.B. Haggenspitz oder Chli Mythen, vermutlich weil mehr Fels- und weniger Gras- oder Wurzelgriffe zur Hilfe genommen werden müssen.

Wenn ich anfangs geschrieben habe "alles halb so wild", dann sicher auch deshalb, weil die Orte mit wirklich viel Luft unter dem Allerwertesten sich noch in Grenzen halten. Dort wo es wirklich luftig ist, hat es meist sehr gute Tritte, Trittspuren oder zusätzlich auch noch Griffe. Für uns ganz klar eine Route mit Wiederholungs-Charakter.

Optimieren lässt sich die Variante noch mit dem Bike, wenn man von P. 906 via Gwürzwald hoch zur Schwarzenegg 1324m fährt, zu Fuss weiter via Brennaroute zum Schiberg, retour via Bärenpfad und runter dann mit dem Bike via P. 1120 und Fällätschen 1029m zur Strasse. So kann man den eher langweiligen und wenig interessanten Aufstiegsweg zur Schwarzenegg umgehen (wobei zum Beispiel die Sicht auf den Fluebrig einmalig schön ist!).



Material: 

10 bis 20m Seil oder Reepschnur
Helm
Pickel nicht notwendig


Tour mit Schusli

Tourengänger: Bombo, Schusli


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Kommentare (2)


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carpintero Pro hat gesagt:
Gesendet am 3. September 2015 um 22:08
Gratuliere zur Brennaroute auf den Schiberg! In der Tat eine sehr lohnende Route mit Wiederholungscharakter!

Bombo hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. September 2015 um 10:41
Danke Dir. Und ja, wir freuen uns auch bereits heute schon auf eine Wiederholung im nächsten Jahr dann.


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