Deltas Sesvennarunde für Normalsterbliche


Publiziert von Becks , 31. August 2015 um 14:57.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:29 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Lischana Gruppe   Sesvenna-Gruppe   I 
Zeitbedarf: 18:00
Aufstieg: 4100 m
Abstieg: 4100 m
Strecke:42 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Per Bus nach S-Charl
Unterkunftmöglichkeiten:Biwak, Cap. Lischana

Einleitung:
Vorlage für die Tour war Deltas Tagesgewaltmarsch der exakt ein Jahr vorher stattfand. Da mir bereits beim Durchlesen des Berichts klar war dass ich diese niemals exakt auf diese Weise nachwandern konnte, mir jedoch dank gutem Wetter zwei Tage zur Verfügung standen beschloss ich, mit Biwakausrüstung den gleichen Weg zu gehen.


Routenbeschreibung:
Hier verweise ich auf Deltas Bericht. Er ist meiner Meinung nach in Punkto Schwierigkeitseinstufung und auch hinsichtlich Routenfindung richtig und benötigt keine Ergänzung.
Ich würde rückblickend lediglich anstelle von 1.5L Wasser weitere 1.5L zusätzlich einpacken da der Grat sich in die Länge zieht und man unterwegs schlichtweg nichts findet. 
Um das Gewicht beim Aufstieg etwas zu reduzieren lohnt es sich die Trinkflaschen im leeren Zustand mitzunehmen, beim Aufstieg zum Mot da l'Hom dem im SAC Führer beschriebenen Weg und nicht Deltas Abkürzung zu folgen und die Flaschen auf etwa 2500m am Bach bei Blaisch dal Manaders aufzufüllen. Ansonsten bleibt nur ein Abstecher bei der Fuorcla Sevenna zum See nordöstlich davon (etwa 50 Hm zusätzlich).


Samstag 29.8.
Start am Samstag um 9:20 Uhr in S-Charl, zur Alpe Sesvenna hoch und weiter ins Val Sesvenna. Kurz nach einer kleinen Verengung bei P2337 über eine kleine Brücke über den Bach, anschliessend dem breiten Rücken hoch bis kurz unter den Mot da l'Hom. Von hier Querung durch die Flanke und hoch zum Gipfel.
Ab Mot da l'Hom dem Grat folgend (einzelne verstreute einsame Steinmännchen) über Piz Blaser und Sesvenna zur daruf folgenden Scharte. Von hier einige Meter zum Steilaufschwung am Foratrida hinauf, dann links (westseitig) eine Schuttrinne querend bis zur westlichen Kante und über gutgriffigen Fels (II) zu Gipfel. Von hier dann zum Muntpitschen, dort wie in einem älteren Beitrag gewünscht das Gipfelbuch ersetzt und dann weiter.
Der Abstieg vom Muntpitschen verläuft (wie erwähnt) zunächst durch die Westflanke zu einer Schulter im Grat, kurz vor deren Ende dann in Schutt und losem Gestein solange abwärts bis der steile Gratbereich zu Ende ist. Dann zurück auf den Grat und die lange Wanderstrecke über die folgenden Gipfel bis zum Lajet da Lischana wobei ich am Furcla Sevenna einen Tankstop am dortigen See eingelegt habe.

Nachdem am See so langsam der Tag zu Ende ging beschloss ich kurz vor P2946 (Einstieg zum Grat  Piz San Jon Dadaint) an einem eingezeichneten See zu biwakieren. Der See war ausgetrocknet aber zum Glück habe ich an der letzten Stelle noch einmal die Wasserflasche gefüllt, so dass sich der Mangel in Grenzen hielt. In den Grat einsteigen wollte ich dann aber kurz vor 21 Uhr dann doch nicht mehr.

Sonntag, 30.8.
Beim ersten Licht um 6:30 Uhr los, den Grat (der leichter ist als er aussieht) folgend und nur wenig in die Flanken ausweichend bis zum Piz San Jon Dadaint hoch. Dann dem Gratverlauf folgend zum Immez und auch hier nur in Ausnahmefällen in die Westflanke hinunter, was den Grat schwerer (diverse Stellen II) und zeitlich aufwendiger (etwa 1 Stunde von Dadaint bis Immez) machte, sich aber meiner Meinung nach lohnt. Der Abstieg in die Scharte entpuppte sich als splittrige Schuttkante. Vom Gipfel aus bin ich hier bis an die Abbruchkante zur Scharte, dort etwa 10-15Hm in südwestliche Richtung die Südflanke hinunter, zuerst die Westflanke weiter hinab in Nähe der nördlichen Kante, etwas ausgesetzt zwei Meter durch einen Bereich mit minderwertiger Qualität und wenigen Griffen (T6) und abschliessend die Kante hinunter. Letzter Knackpunkt war eine kurze Steilstufe mit Griffen und Tritten mit zweifelhafter Qualität (T6?).
Beim Aufstieg zum Piz San Jon Dadont erwischte ich eventuell einen Zacken zu früh im Grat und landete dann, von einer tiefen Scharte getrennt auf einem Punkt, der vielleicht 1-2m tiefer war als ein weiter nördlich liegender (mit Stange gekennzeichnet). Zum Ausgleich hatte ich auf den letzten Metern wieder Kraxelgelände (II entlang der Kante).
Die Abfahrt in der Schuttrinne zur Cap. Lischana ist rasant und man wird ständig von einigen Kubikmetern Schutt begleitet, die man uneigerlich mitreisst. K.A. wer sich so etwas im Aufsteog antun will.

Ab der Cap. Lischana dann wich mein Weg von Deltas Flug ab. Anstelle nach Scuoal abzusteigen folgte ich dem Normalweg bis zum Piz Lischana (T3), verzichtete dann im Abstieg auf einen Abstecher auf den Piz Triazza und genoss statt dessen den gemütliche Rückweg ohne Zeitdruck zum Lajet da Lischana und den weiteren Abstieg über Alpe Sesvenna nach S-Charl.


Abschliessende Kommentare:
Auch wenn ich nicht mit der Geschwindigkeit von Delta unterwegs war und durchaus die eine oder andere Pause auf den Gipfeln eingelegt habe sollte man den Zeitbedarf und die Länge nicht unterschätzen.
Wer auf der Hütte übernachten möchte muss schnell genu sein, um vor dem Einbruch der Dunkelheit den Grat zum San Jon Dadora hinter sich gebracht zu haben. Biwakieren am Grat ist eher ungemütlich, ich habe keine wirklich passende Stelle für eine Übernachtung gefunden.

Wer wie ich biwakiert kann die Einteilung erster/zweiter Tag etwas entzerren indem am Lajet da Lischana übernachtet wird und am zweiten Tag dann eben eine etwas längere Strecke ansteht.

Tourengänger: Becks


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (2)


Kommentar hinzufügen

alwaysweekend hat gesagt:
Gesendet am 31. August 2015 um 18:24
Ha! Dachte ich mir das hier ein Bericht von dir erscheint.
Hab Deltas Tour am Sonntag wiederholt und deine Gipfelbuch Einträge gesehen. Danke fürs neue Gipfelbuch auf dem Muntpitschen.
Danke auch an Delta ich hatte sein Bericht offline dabei und mich ziemlich daran gehalten.

Delta Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. September 2015 um 21:40
Mit etwas Verspätung herzliche Gratulation zu dieser sehr schönen Runde, die ich auch in bester Erinnerung habe.
Besonders den zweiten Teil konntest Du wohl mehr geniessen als ich, da ich dort doch ziemlich unter Zeitdruck war.
Gruss Delta


Kommentar hinzufügen»