Piz Medel: Traversata Ticinese


Publiziert von Zaza , 30. August 2015 um 10:32.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:29 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   Gruppo Piz Medel   Gruppo Pizzo Corói 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Kartennummer:1233

Der Piz Medel ist ein begehrtes Gipfelziel. Gemäss den Einträgen im Gipfelbuch wird er in der Regel von der Bündner Seite aus bestiegen, oft nach einer Übernachtung in der Medelserhütte, die einen guten Ruf geniesst. Doch für einen der höchsten Tessiner Gipfel gibt es natürlich auch den Zugang von der südlichen Seite. Hier lässt die Busverbindung von Olivone nach Pian Geirett sogar die Möglichkeit zu, in einem Tag eine schöne Rundtour über den Piz Medel zu kombinieren. Der Fahrplan lässt dazu ein Zeitfenster von genau 7 Stunden. 

Von Pian Geirett kann man zunächst der markierten Route Richtung Pass d'Uffiern folgen, um den Grenzgrat GR/TI weiter südlich zu erreichen. Ich entscheide mich für die direkte, unmarkierte Route und folge kurz der Piste, die von Pian Geirett Richtung Westen weg zieht. Nachdem der Hauptbach überquert ist, steige ich stets in seiner Nähe genau Richtung Westen auf. Das Gelände ist zunächst grasig und wird weiter oben schuttig. So erreiche ich den Grat bei P. 2794 und steige dann zur Cima di Camadra auf. Der Aufstieg verläuft in der rechten Seite der Flanke und ist mit einigen Steinmännern markiert (man kann aber auch links halten und über den Grat aufsteigen, der von der Fuorcla Su kommt). Beachtlich ist der Weitblick über den Glatscher da Medel, während das Gipfelbuch leider durchnässt und nicht mehr zu gebrauchen ist. 

Von der Cima di Camadra geht es kurz nach Norden runter bis zu den ersten Zungen des kleinen Vadrecc di Camadra. Hier montiere ich die Steigeisen und quere den aperen Gletscher in seinem oberen Teil - ohne Steigeisen wäre das derzeit ziemlich heikel. Sobald der Südgrat erreicht ist, bin ich in Kürze auf dem Piz Medel. Die Spuren zeigen, dass diese Route doch regelmässig begangen wird. 

Nach der Gipfelrast bei Kaiserwetter steige ich über den langen Ostgrat ab, der erstaunlicherweise durchgehend eine etwas verblasste Markierung aufweist (weiss-blau), später auch einige Steinmänner. Der Grat lässt sich vollständig begehen und weist nur wenige Kletterstellen auf (namentlich kurz nach dem Gipfel), die sich teilweise auch umgehen lassen. Wenn der Zeitplan knapp ist, kann man auch von unterwegs an verschiedenen Stellen durch die Südflanke nach Pian Geirett absteigen, so etwa von einem Punkt westlich von P.2728. Wenn man hingegen bis zur Fuorcla Sura da Lavaz geht, ist noch einmal ein letzter Aufstieg nötig zu P. 2759. 

Die blau-weiss markierte Route führt durch steiniges, wenig bequemes Gelände hinunter zum Piano della Greina. Dies ist ein sehr schöner Ort für eine Pause, der auch abseits des viel begangenen Passweges liegt. Hier mache ich noch einen Abstecher zum Arco della Greina und steige dann auf dem blau markierten Pfad zur Scalettahütte ab. Dieser Pfad entlang dem Brenno della Greina ist stellenweise recht abschüssig und sollte bei Nässe vermieden werden. Von Scaletta steige ich dann schliesslich auf dem direkten Weg (eigentlich gesperrt) nach Pian Geirett ab. Dieser Pfad führt durch jähes Gelände - auch wenn er in gutem Zustand ist, sollte er bei Nässe ebenfalls nicht begangen werden. 

Tourengänger: Zaza


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Kommentare (2)


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jimmy Pro hat gesagt: Auguri!
Gesendet am 30. August 2015 um 11:41
Herrliche Rundtour mit grandiosen Ausblicken. Super Fotos und wie gewohnt sehr brauchbare Routenbeschreibung! Schade, dass ich passen musste.
Gruss
Andreas

Runner hat gesagt:
Gesendet am 30. August 2015 um 14:00
super Fotos ! So gemein, ich muss (darf!) arbeiten bei diesem Wetter :-(


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