Wüstentrekking - Djebel Saghro N-S mit Djebel Kouaouch (2592 m)


Publiziert von ju_wi , 30. November 2008 um 23:27.

Region: Welt » Marokko » Djebel Saghro
Tour Datum:22 Dezember 2003
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: MA 
Zeitbedarf: 5 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1500 m
Unterkunftmöglichkeiten:Zelt

Der Djebel Saghro (oder Djebel Sahrho) ist als Gebirgskette des Atlasgebirges im Südosten Marokkos deren trockenster Ausläufer. Eingegrenzt durch das Dades-Tal im Norden und das Drâa-Tal im Süden ist die gut 400 km lange Kette mit Gipfeln bis knapp 2800 m ein recht abgelegenes und spektakuläres Trekkinggebiet mit vielfältigen bizarren Felstürmen, Tafelbergen und Schluchten. Karge Höhenzüge und fruchtbare Oasen prägen hier die einsame Landschaft.

Wir durchqueren in einer 5-tägigen Trekkingtour den Djebel Saghro von N nach S. Dabei beginnen wir in dem Örtchen Tagadilt (1600 m) und kehren bei Handour (1100 m) nahe Nekob zurück in die Zivilisation.

Unsere gut 2-wöchige Marokko-Reise beginnt in Marrakesch - einer sehr sehenswerten Stadt. Am ersten Abend erkunden wir in der Stadt die Koutoubia-Moschee und den Platz Jamal Fnaa, der berühmt für seine Gaukler, Wasserverkäufer und Garküchen ist. Hier kann man von Kobrabeschwörern über Feuerschlucker bis Clowns alles sehen. Am nächsten Morgen besuchen wir in Marrakesch die berühmten Gärten der Jardin Majorelle. Als Museum mit Kakteengarten ist dieser Besuch sehr lohnend. Anschließend spazieren wir in die Medina, die Altstadt von Marrakesch und besuchen die berühmten Souks - die Bazare in denen das Leben pulsiert.

Nachmittags verlassen wir Marrakesch und fahren mit dem Jeep Richtung Jebel Saghro. Um in diesen abgelegenen Teil des Atlasgebirges zu kommen, gilt es zunächst den Hohen Atlas zu durchqueren. Auf der Passstrasse Tizi'n Tichka (knapp 2500 m) klettern wir in Serpentinen in das Massiv hinauf und geniessen das erste Mal die malerischen Lehmdörfer, die sich sehr harmonisch in die Landschaft einschmiegen.

Hinter dem Pass machen wir eine Essensrast und fahren dann weiter  hinab nach Ouazarzate - einer Wüstenstadt im Dadestal. Hier besuchen wir am nächsten Morgen die Kasbah von Taourirt. eine "Kasbah" ist eine Wohnfestung eines Paschas - hier Berberfürsten. Nachdem wir in einer Führung sehr viel über die 600 Jahre alte Anlage erfahren haben - nehmen wir die Straße der 1000 Kasbahs und folgen dem Dadestal stromaufwärts. Beim nächsten Stop bummeln wir zur Kasbah Amerhidil inmitten einer Palmenoase.

Weiter führt die Straße durch Rosenplantagen und nach einem Mittagsstopp biegen wir in der Nähe von Boumaine du Dades auf eine Sandpiste nach S ab, die uns schnell bergan nach Tagadilt (1600 m) führt. Hier quartieren wir uns in eine aus Lehmbauten bestehende Gîte ein.

Am nächsten Morgen beginnt der 5-tägige Trek in den Jebel Saghro: Wir wandern in das Gebirge, während der Großteil unseres Gepäcks auf Maultieren von Berberhirten transportiert wird. Durch Kies- und Schotterfelder geht es zuletzt in steilen Serpentinen zum Pass Tizi'n Tazoughat (2200 m) und dann weiter zum höchsten Pass der Tour, dem Tizi'n Iferd (2500 m). Vom Pass steigen wir wieder hinab zum Zeltplatz Almoun'n Ouarg auf 2200m. Abends nehmen wir an der urtümlichen Berberfeier mit lauter Musik und Tanz teil.

Nachts wird es sehr kalt (ca. -5 Grad). Entsprechend durchfroren brechen wir am nächsten Morgen auf zur Besteigung des Jebel Kouaouch (2592 m). Hierzu geht es 400 Hm durch steile Steinwüste, bis wir einen Rundumblick über das weite Land genießen können. Weiter führt der Pfad in das Plateau von Tassigdelt (2100 m), hinter dem eine sehr beeindruckende Tafelberg-Landschaft beginnt. Zwischen großen Tafelbergen hindurch steigen wir wieder 500 Hm ab und schlagen unsere Zelte das 2. Mal bei der Oase Igli (1700 m) auf.

Am nächsten Tag steigen wr zunächst wieder etwas an und stossen bald auf eine hohe Felskante, unter der ein grünes Flußband sich hinzieht. Nach einem längeren Stück an der Kante geht es schließlich steil und steinig hinab in das Grün, das von spärlichen Feldern gespickt ist. Nach kurzer Zeit sind wir am Eingang der Afourar-Schlucht. Zwischen sehr hohen Wänden und in einem Wasserbecken sogar etwas über Felsen kletternd, folgen wir der Schlucht. Mehrmals müssen wir das Flussbett queren, bevor wir den nächsten Lagerplatz erreichen. Es ist noch früh (24.12.) - und wir unternehmen einen Spaziergang in eine Schlucht, bevor wir abends im Zelt ein wenig Weihnachten feiern...

Am nächsten Morgen steigen wir sehr steinig und im Wüstensand durch das Ali-Baba Tor, das von sehr markanten Tafelberg-Resten gebildet wird (Monument Valley Charakter). Wir folgen dem trockenen Flussbett des Asif Amguis bis zum gleichnamigen Berber-Dorf . Auch im weiteren Verlauf bleibt der Weg im Tal auf Höhen um die 1300 m und wir schlagen unser letztes Zeltlager des Trekking auf beim Dorf Tifdassine (1250 m).

Der letzte Trekkingtag führt uns durch wesentlich grünere Landschaften, da wir dem Oasental durch Datteln-, Henna- und Olivenhaine folgen. Nach einer Vielzahl von kleinparzelligen Feldern erreichen wir das Dorf Handour (1190 m) oberhalb des Oasenflusses gelegen. Es ist per Jeep vom südlichen Drâa-Tal erreichbar. Wir besteigen den Jeep, die Maultiere werden neu beschlagen und die Berberhirten verabschieden sich mit ihnen von uns. Weiter geht es nun für uns per Jeep in den südlichsten Teil Marokkos in die Sahara.

Tourengänger: ju_wi

Galerie


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