Tödi (Piz Russein) 3614m - Ostwand


Publiziert von BeggBasel , 6. September 2015 um 18:20.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:31 Juli 2015
Hochtouren Schwierigkeit: S
Klettern Schwierigkeit: V- (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Tödigruppe   CH-GR   Bifertengruppe 
Zeitbedarf: 1 Tage 12:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 2200 m

Tödi Ostwand: Eine abwechslungsreiche empfehlenswerte schöne Aufstiegsvariante.

Noch ein bisschen Müde vom anstrengenden Vortag (http://www.hikr.org/tour/post98216.html) sind wir um 03:30h von der Fridolinshütte Richtung Grünhornhütte aufgebrochen. Kurz nach der dritten Bachüberquerung verliessen wir den Wanderweg und stiegen bei 2240m rechts auf der Moränenkrete Richtung Hinter Rötifirn. Leider waren nur noch spärliche Firn und Schneereste vorhanden sodass wir mühsam den stets steiler werdenden Hang auf losem Schutt erkämpfen mussten. Zuletzt in einer steilen Rinne und über Felsbänder gelangten wir in die Scharte zwischen Grünhorngipfel und Tödi-Ostwand. Der Einstieg in die Wand liegt rechts davon. Nach ca. 5m leichteren Aufstieg (III) gibt es eine ca. 10m hohe Wandstufe (Schlüsselstelle) mit abwärts geschichteten Platten und wenig Griffe (IV+). Zum Sichern sind 3 Bohrhaken im Abstand von ca. 6-7m vorhanden. Nach Bewältigung dieses Teilstücks sind die Felsen gut gestuft und leicht zu erklettern. Dann traversierten wir nach links über Felsbänder in eine schneebedeckte Mulde. Hier ist auf der Karte noch das Ende der Gletscherzunge vom Glarner Tödi eingezeichnet. Doch vor uns befindet sich nochmals eine Wandstufe, welche durch den Gletschschwund nun auch zu erklettern ist.
Doch dieser Fels ist gut gestuft griffig und dank neu angebrachten Bohrhaken auch sicher zu ersteigen. Danach betraten wir die durchgehende bis zum Gipfel führende Gletscherzunge. Dank den nur wenigen Spalten und trotz der erheblichen Steilheit war der Aufstieg bei perfekten Bedingungen ein Genuss. Vom Glarner Tödi zum Piz Russein benutzten wir den herrlichen, sehr schönen und einfachen Verbindungsgrat.

Der Abstieg zurück in die Surselva nach Alp Schlans erfolgte über die Porta da Gliems. Kurz vor dieser Passhöhe begaben wir uns, hinter einer Altschneewechte, links an die Felswand, um an windgeschützter Stelle die mögliche Routenvariante über Porphyr - Piz Urlaun - Punteglias zu prüfen. Dort sahen wir im Schnee liegend ein Mountainbike, das Vorderrad aus der Vordergabel entfernt und mittels einem Kettenschloss mit dem Rahmen verschlossen. Wie kommt dieses Bike dort hin? Vielleicht beim Transport mit einem Helikopter verloren gegangen?
Die Variante Porphyr - Piz Urlaun war uns dann doch ein zu zeitraubender Umweg, sodass wir den Normalabstieg zur Puntegliashütte und weiter zur Alp Schlans wählten.

Fazit: Der Aufstieg zum Tödi über die Ostwand ist sehr Interessant, Abwechslungsreich und wird doch sehr selten begangen. Die Schwierigkeitsstufe (S) bezieht sich nur auf eine ca. 10m hohe Felsstufe, der Rest ist mit (ZS) zu bewerten.


Tourengänger: BeggBasel


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Kommentare (1)


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Clariden Pro hat gesagt:
Gesendet am 6. September 2015 um 21:15
Herzlichen Glückwunsch, Tödi von seiner (optisch) schönsten Seite bestiegen.


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