Überschreitung der Lobhörner: Gelobt seien sie, diese Hörner!


Publiziert von Alpin_Rise , 10. September 2015 um 14:14.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum: 6 Juni 2015
Klettern Schwierigkeit: V- (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 2 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Sulwald
Unterkunftmöglichkeiten:Lobhornhütte SAC

Als Neuzugang in der Region Bern musste ich naturgemäss möglichst schnell die gelobten, klassischen Klettertouren des Oberlandes erkunden. Zum Glück kam dann der Sommer 2015 spichwörtlich in Hoch-Form ; das heisse Wetter trieb uns regelmässig in die Höhe, u.a. um die klassische Berner Oberländer Hörner-Trilogie klettern.
Der Auftakt zu dieser Serie war im Juni die Traverse der Lobhörner. Die Kalkfinger über sanftem Weideland sind eine unwiderstehliche Einladung zum Klettern, vom grandiosen Panorama ganz zu schweigen. Auf hikr ist die Tour ein halbes Dutzend mal beschrieben, darum verweise ich für die Details gerne auf Lulubusi oder danueggel - in diesem Bericht fotografische Impressionen, einige Hinweise und persönliche Einschätzungen.


Löbliche Panorama-Überschreitung ebensolcher Hörner

- Das ÖV-Zeitfenster Sulwald retour ist mit 9 Stunden (bzw. 10 an Wochentagen) nicht gerade üppig - wir entscheiden uns darum für eine Übernachtung vor Ort, zumal es die erste Alpine Klettertour für meine Begleitung werden sollte.

- Ein Problem kann an Wochenenden der Grossandrang darstellen: Hat man das Pech, nach einer SAC-Gruppe einzusteigen, dauert die Tour unter Umständen viel länger als geplant. In unserem Fall waren drei Seilschaften unterwegs, wobei die Führerseilschaft etwa drei Stunden für die Überschreitung benötigte, das andere Team um sieben, wir inkl. Pausen um fünf Stunden - Ortskenntnis und effiziente Seilhandhabung ist hier Trumpf.

- Orientierung: Die Route ist an sich nicht schwierig zu finden, einzig die absteigende Querung zum Gross Lobhorn hinüber ist nicht ganz offensichtlich. Hier müssen sich inhomogene Seilschaften entscheiden, ob erst die/der Schwächere von oben gesichert absteigt oder wie gehabt im Nachstieg abklettert. Die IIer Stelle auf dem Band sieht herb aus, löst sich dann aber gut auf. Das gute, gratis verfügbare Filidor-Topo bei Vertical Sport

- Als Variante kann von der Zipfelmütze nach Norden abgeseilt werden, nach 30m ist man auf einem bequemen Band, das in die nächste Lücke führt. Man spart sich so ein Abseilmanöver

- Felsqualität: ich erwartete ob den Beschreibungen schlimmeres. Der Fels ist auf der Route durchgehend genusvoll, gut abgeklettert bzw. leicht abgespeckt und darum fest. In den leichten Stecken liegt teilweise Geröll.

- Die Schwierigkeitsbewertung ist fair, entspricht aber alpinen Normen: in den ersten drei Seillängen dürfte die Bewertung durchaus einen halben Grad höher liegen. Die Schlüsselstelle ist plattig, etwas athletisch und dürfte Grossgewachsenen leichter fallen, glatt V wäre hier auch ok. Die Gehpassagen zwischen den Seillängen sind etwa T5 und zuweilen exponiert!

- Absicherung: gut, wir brauchten ausser einigen Schlingen kein zusätzliches Material. Die Stände und Zwischenhaken sind von guter Qualität.

- Material: ind. 50m Einfachseil, Helm, 8 Express, Schlingen, evtl. kleine Friends/Keile. Kletterschuhe in den schwierigen Stellen angenehm, in den vielen grasigen Abschnitten weniger... Ein Depot kann am Einstieg gemacht werden, zurück auf dem Wanderweg am Südfuss.

Zeitbedarf: Sulwald - Einstieg: 1:30 - 2:30h / Kletterei 3-6h / Abstieg 1:30-2 // Total 6h - 10:30

Tourengänger: Alpin_Rise


Galerie


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