Rundtour um die Lobhörner


Publiziert von Bergamotte Pro , 25. August 2015 um 21:59.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum:28 Juli 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1430 m
Abstieg: 1860 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Isenfluh, Dorf od. kostenpflichtige PP, dann LSB Isenfluh-Sulwald (www.isenfluh.ch)

Mit ihren charakteristischen Zacken erinnern die Lobhörner eher an Dolomiten- denn an Voralpengipfel. Tatsächlich bleibt mit Ausnahme vom Kleinen Lobhorn der Alpinwanderer für einmal aussen vor und muss sich mit dem (äusserst lohnenden) Blick auf die Felsenzähne begnügen. Aufgrund dichter Wolken hat es heute selbst dazu leider nicht gereicht.

Bei schönem Wetter verkommt die Strecke ab Sulwald zur Alp Suls (1900m) hoch zur regelrechten Wanderautobahn. Ziel sind meist das malerische Sulsseewli und/oder die Lobhornhütte. Doch an diesem nebligen Dienstagmorgen herrscht relative Ruhe im Gebiet. Meteo hatte mit einer zügigen Auflockerung der Wolken gerechnet; tatsächlich wird es immer schlimmer, je höher ich steige. Irgendwann - kurz vor der Sousegg (2149m) - stecke ich mitten drin in der Suppe, Sicht vielleicht 20 Meter. Trotzdem statte ich dem nahen Gälbe Schopf (2286m) einen Besuch ab, Umweg keine Viertelstunde. Normalerweise geniesst man von der unauffälligen Kuppe einen schönen Tiefblick aufs Lauterbrunnertal.

So verweile ich nicht und folge weiter dem Wanderweg Richtung Lobhörner, welche ich wenig später erreiche. Eine Gruppe Kletterer macht sich zum Einstieg bereit, ein Aufstieg ins Ungewisse sozusagen. Ich begnüge mich (gezwungermassen) mit dem Klein Lobhorn (2519m) auf der Westseite. Und hier passiert's: Kurz öffnet sich der Blick aufs Gross Lobhorn, welch erhabener Moment. Die Idee "Schwalmere" hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits verworfen. Stattdessen ziehe ich über den harmlosen Grasgrat der Sulegg nordwärts. Der Weg ist nicht markiert, aber relativ gut ausgetreten und führt direkt über die Nideri Sulegg (2345m) und die Höji Sulegg (2413m). Aus dem Nebel höre ich Kuhglocken.

Im Abstieg gegen Osten Richtung Schärihubel (2124m) verläuft sich der Pfad vorübergehend, macht aber nichts im harmlosen Weidegelände. Ich bin früher dran als geplant und hänge deshalb den Abstecher auf den Ballehöchst (2095m) an. Hierzu quert man auf markiertem Pfad den eindrücklichen Kessel des Sylertals, um anschliessend nochmals wenige Höhenmeter aufzusteigen. Die markante Graskuppe gäbe übrigens einen prima Biwakplatz ab. Ich bin nun wieder unter der Wolkendecke und erhasche einen Blick auf die Alp Innerschneit, wo wir uns eine Woche in einer Alphütte einquartiert haben.

Auf dem gleichen Weg zurück in den Übergang beim Schärihubel und runter Richtung Sulsseewli. Vorher zweige ich links ab und steige nochmals 50Hm zur Lobhornhütte (1955m) auf. Mit einer klassischen SAC-Hütte hat diese Unterkunft wenig zu tun, sie erinnert mich eher an ein Berggasthaus. Ob deshalb Chili con Carne und Aprikosenwähe so gut munden? Auf jeden Fall lässt es sich auf der grossen Terrasse ausgezeichnet entspannen (dick eingepackt) und Eiger, Mönch und Jungfrau scheinen zum Greifen nah. Auf dem abschliessenden Abstiefg nach Isenfluh (1081m) schenk ich mir das Bähnlein, denn überanstrengt hab ich mich heute wirklich nicht.
 

Tourengänger: Bergamotte


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