Brienzer Rothorn - eine Gratwanderung


Publiziert von Mo6451 Pro , 12. August 2015 um 19:51.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum:12 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Brienzergrat   CH-BE   CH-LU   CH-OW 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 291 m
Abstieg: 1241 m
Strecke:9,26 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:bls Luzern - Schüpfheim; Postbus Schüpfheim - Rothornbahn Talstation; LSB Talstation - Brienzer Rothorn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Brienzer Rothornbahn Planalp - Brienz; ZB Brienz - Luzern
Kartennummer:map.wanderland.ch

Das Gewitterrisiko in den Bergen ist unkalkulierbar. Scheint unten die Sonne, brauen sich oben schon dicke Wolken zusammen. Das beeinträchtigte auch heute meine Tour über den Brienzer Rothorngrat. Uursprünglich wollte ich den gesamten Grat begehen, aber schon auf dem Briefenhörnli zogen dicke Wolken auf. Am Wannepass gibt es die letzte Möglichkeit abzusteigen, danach muss man mindestens bis zur Allgäuwlicka gehen um eine nächste Möglichkeit des Abstiegs zu finden. Da war mir das Risiko zu groß, deshalb war heute am Wannepass Schluss.

Mit der frühen Seilbahn um 9 Uhr bin ich am Morgen auf das Brienzer Rothorn gefahren. Nach einem kurzen Besuch auf dem Gipfel des Rothorns zurück zur Station und weiter Richtung Bahnhof der Rothornbahn. Bis dahin ganz normaler Wanderweg T1.

Der Wanderwegweiser Richtung Chruterepass weist schon auf den steilen Abstieg im Lattgässli hin. Aber auch bis dahin tut man gut daran immer auf den Weg zu achten. Recht schmal geht es voran. Vor mir nutzte ein Steinbock den Wanderweg. Ist ja auch einfacher, als durch's Gelände zu stapfen. Irgenwann verschwand er aber doch.

Den Schöngütsch habe ich diesmal rechts liegenlassen, obwohl ein einfacher, nicht markierter Pfad auf seinen Gipfel führt. 

Die erste Herausforderung kommt dann am Lattgässli. Zwar führt eine seilgesicherte Betontreppe nach unten, aber im letzten Stück geht es durch Schotter abwärts. Die Herausforderung besteht in den dort ansässigen Steinböcken. Sie schicken auf ihrem Weg allerlei Steine nach unten, dabei queren sie auch den Wanderweg. Da muss man schon achten um nicht getroffen zu werden.

Nachdem man den tiefsten Punkt erreicht hat, geht es wieder aufwärts zum Chruterepass. Hier endet auch der offizielle Wanderweg. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich weiter auf den Grat sollte. Also bin ich erst auf den Wanderweg nach Brienz abgebogen, eine ganze Weile und einige Gedanken später doch wieder aufgestiegen und nun weglos hinauf zum Briefengrat.

Jetzt wird es spannend. Der Grat ist recht schmal und an beiden Seiten geht es abwärts. Fehltritte sind hier nicht mehr erlaubt. Bis zum Briefenhörnli steigt der Weg kontinuierlich an, dazwischen liegen mehrere Aufschwünge.

Auf dem Briefenhörnli war es Zeit für eine Mittagspause. Während ich da saß kam ein weiterer Wanderer, der sich zu mir gesellte. Peter war schon zwei Stunden länger unterwegs, er war zum Rothorn aufgestiegen. Peter wollte nicht weiter über das Tannhorn, sondern am Wannepass absteigen. Der Blick zum Himmel schien seinen Entschluss zu bestätigen. Es zogen dunkle Wolken auf, das Blau verschwand mehr und mehr und das Tannhorn noch in weiter Ferne. Die Unsicherheiten Wetters beinflussten auch meine Entscheidung, mit Peter am Wannepass abzusteigen. Ein Gewitter auf dem exponierten Grat ist bestimmt nicht lustig. 

Vom Briefenhörnli geht es noch weiter auf und ab bis der Wannepass erreicht ist. Hier gibt es eine Kuriosität. Auf dem Wannepass steht ein Wanderwegweiser und signalisiert wbw einen Abstieg nach Kemmeribodenbad (3 Stunden). Zugehörige Wegmarkierungen sind aber auf der anderen Seite - unsere Abstiegsseite - nicht zu finden. Wir steigen also unmarkiert auf dem sichtbaren Pfad ab und treffen unterwegs auf einmal vereinzelt auf wrw Markierungen. Unten angekommen ist der Wannepass auch wieder ausgeschildert, aber wieder wbw. Als Auf- oder Abstieg ist dieser Weg eindeutig ein T4 und recht steil. Schotter wechselt sich mit Gras ab, teilweise durch Nässe recht schlüpfrig. Auf recht kurzem Weg sind ca 400 Hm zu vernichten.

Bei Läger erreichen wir wieder den Wanderweg, der uns zur Station Planalp der Brienzer Rothornbahn bringt. Dieser Weg ist recht öde, mehr eine Fahrstrasse, teilweise betoniert, produziert er nur wehe Füsse. So war der Entschluss schnell getroffen, ab Planalp knieschonend mit der Bahn nach Brienz zu fahren. Die war natürlich gut gefüllt, so dass schon zwei Züge hintereinander fuhren.

In Brienz gönnten wir uns erst einmal ein kaltes Getränk, bevor uns der Zug Richtung Heimat fuhr. Hier unten war der Himmel blau, oben über den Gipfeln wurde es zunehmend dunkler.
Danke an Peter für die nette Begleitung den Wannepass hinunter. Nun bleibt der Brienzer Rothorngrat weiter auf der to do-Liste, das nächste Mal allerdings mit Übernachtung oben, damit man morgens früher losgehen kann.

Tour im Alleingang

Tourengänger: Mo6451


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