Hogleifa


Publiziert von Domino , 10. Oktober 2015 um 12:36. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 8 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 10:15
Aufstieg: 2145 m
Abstieg: 1958 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Goppenstein
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Kippel

Schon länger stand dieser nicht so oft besuchte Berg im nahen Lötschental auf unserer Projektliste.

Links, ein paar Meter vom Restaurant Felsenheim entfernt beginnt der steile Aufstieg über ein paar Eisenbügel. Der meist gut sichtbare, schmale Pfad ist ab und an mit Markierungen versehen und führt steil den Hang hoch, vorbei an Lawinenverbauungen. Bei ca. 1610 m.ü.M. kommen wir zu einer Verzweigung. Rechts geht es zu den ehemaligen Bleiminen, wir aber gehen links weiter. Die Lichtung bei Rote Bärg bietet eine schöne Aussicht auf die andere Talseite.

Nach der Überquerung des Schrejende Bach erreichen wir erneut eine Abzweigung. Es ist der Weg, dem wir im Abstieg nach Kippel folgen werden, der hier links abzweigt. wir wandern weiter bergwärts und treffen wieder auf den Schrejende Bach, der bei ca. 2310 m.ü.M. aus dem Boden sprudelt.

Immer noch finden sich alte ausgeblichene Markierungen, die uns links durch den Geröllhang auf den felsigen Grat führen. Vorerst folgen wir diesem t.w. leicht in die rechte Flanke ausweichend. Um auf den eigentlichen NW-Grat der Hogleifa zu gelangen, holen wir links etwas in die Chlee Alpa aus.

Nun folgt eine recht lange Fleissaufgabe. Es ist steil und geröllig, gut gestuft aber irgendwie ist alles im Begriff zu Tale zu rutschen. Der über uns thronende Vor-Vor-Vor-Gipfel kommt nur schleichend näher und der Aufstieg gestaltet sich eher mühsam. Schliesslich steigen wir durch ein immer steiler werdendes Couloir. Da auch hier alles in Bewegung ist, steigen wir links aus auf den Grat und schaffen so den Rest schon fast angenehm.

Vor uns liegt ein Schneefeld in der Senke, dahinter der erste Vorgipfel. Wir deponieren unsere Rucksäcke um den Rest light zu bestreiten.

Über grobes Geröll erreichen wir schnell den ersten Vorgipfel und dann kraxelnderweise weiter den Zweiten und anschliessend den eigentlichen Gipfel der Hogleifa. Die Aussicht ist überwältigend, aber mittlerweile hat sich ein Gewitter genähert und droht mit einem Wolkenbruch. Nach ein paar Fotos treten wir den Rückweg an. Die Luft um uns beginnt zu flirren und knistern, dass einem die Häärchen an den Armen zu Berge stehen. Wir beeilen uns, vom Grat wegzukommen.

Es ist nur ein "Streifschuss" und den kurzen Regenguss sitzen wir aus. Der Abstieg erfolgt zunächst identisch mit dem Aufstieg. Nach dem steilen Couloir, das im Abstieg eher angenehmer ist, geht es nach Gutdünken zurück zur Quelle des Schrejende Bach, wo wir unsere Wasserflaschen auffüllen und die Abstiegskampfspuren von den Beinen abwaschen.

Bei der Verzweigung halten wir nun rechts und steigen nach Kippel ab. Zunächst geht es über einen schmalen Wiesenpfad, ab Pt. 1927 dann auf einem breiten, markierten Weg.

Nach 10 Stunden, inkl. aller Pausen erreichen wir die Postautostation in Kippel.

Eine interessante und lange Tour, die mir Einiges abverlangte.

Tourengänger: Aemmitauer, Domino

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Kommentare (2)


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akka hat gesagt:
Gesendet am 12. Oktober 2015 um 23:13
Gratuliere zu diesem fabelhaftem Erlebnis und der respektablen Leistung. Wahrlich ein stolzer Berg.
Erst am Samstag studierte ich wehmütig und sehnsüchtig
diese reizvolle Flanke im Profil. Hab es leider leider nie gewagt. So schade. Zumindest auf den kleinen Nachbarn Blattjigrat und Wilerhorn durfte ich dereinst stehen.

Gruss
akka

Domino hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. Oktober 2015 um 12:53
Hallo akka

Vielen Dank.
Scheinbar ist die Hogleifa etwas ein Schreckgespenst, anziehend und abstossend zugleich.
Für uns war das ganze lockere Gestein und die Länge der Tour die Herausforderung, wobei bestimmt mancheiner weniger lange braucht, als wir.
Ansonsten nahmen wir diese Tour ganz nach dem Motto der Walliser "emal lüagä" in Angriff und sie ist geglückt.

Gruss
Domino


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