Von der Hocheisspitze (2523m) zum Kammerlinghorn (2484m) - Bäriger Grat


Publiziert von Chiemgauer , 7. August 2015 um 22:45.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum: 6 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   D 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1790 m
Abstieg: 1790 m
Strecke:29,6 km (16km und 320 Hm mit Rad)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über B305 zum Hintersee. Dort kostenlose Parkmöglichkeiten an der Straße am nördlichen Seeende im Wald.
Kartennummer:Kompass Nr. 14

Der Versuch (war mir nicht sicher, ob ich das auch packe) des Grats zwischen Hocheisspitze und Kammerlinghorn stand schon lange auf meiner Liste, aber zu diesem Zeitpunkt war er dann doch mehr wie spontan, hat sich doch eine Hochtour in den Zillertalern „zerschlagen“. Also am Vorabend noch schnell eine Tour mit möglichst lange Schatten und der Option auf Nervenkitzel gesucht. Da der Aufstieg zur Hocheisspitze z. B. [http://www.hikr.org/tour/post41983.html hier] schon mehr wie ausgiebig beschrieben ist, beschränke ich mich auf den Grat, der von RossiS [http://www.hikr.org/tour/post68312.html hier] auch schon in einem Bericht beschrieben wird.

 

Mit den Rad bis zur Bindalm und von dort über Mittereisalm und Hocheisalm zur Hocheisspitze, wo es erst mal eine Stunde Pause gab, bevor der ernste Teil der Tour begann. Dafür zurück in die Scharte auf dem Normalweg und direkt am Grat weiter, bis man schon vor der (für mich) klettertechnischen Schlüsselstelle steht. Eine kurze ziemlich glatte III geht es nach oben, die mit Seil entschärft ist. Mit Bergschuhen und noch nicht warm geklettert wäre ich ohne dieses nicht rauf gekommen. Gleich danach kommt dann die Schlüsselstelle aus meiner Sicht, denn es geht eine sehr exponierten IIer nach unten, bei dem ich länger mit mir ringen musste, bevor ich es versucht habe. Damit wäre der erste Turm gemeistert, was für mich das schwierigste am Grat war (kann aber auch damit zusammenhängen, dass ich hier noch nicht richtig „warm“ war). Denke wer es hierher schafft, den wird der Rest auch nicht mehr vor unlösbare Probleme stellen.

Danach geht es weiter in die erste Scharte (II) runter und etwas gemütlicher weiter, bevor es eine Platte (II) in die nächste Scharte geht, wo die zweite III wartet. Auch hier hängt ein Seil (sowohl das alte, wie auch ein gutes neues), was aber nicht nötig ist. Fast senkrecht, aber mit zahlreichen Bierhenkelgriffen sind die wenigen Züge kein Problem. Im folgenden wird der Grat etwas schmäler und es geht zum Aufschwung des Hochkammerlinghorn, das durch eine Rinne erreicht wird. Von hier über eine Platte nach unten und am äußerst schmalen Grat zu einem nächsten Buckel, bei dem es ca. 5 bis 7m in die Flanke geht (die zweite Schlüsselstelle für mich, die aber nicht ganz so heikel wie der erste Turm ist), bevor ein die letzte Scharte vor dem Kammerlinghorn gequert werden kann. Ab nun Wandergelände zum Gipfel, sowie der komplette Abstieg.

 

Absolute 5*-Runde, die aber schon stark an meinem aktuellen Limit war. Wegfindung dabei kein Problem (gelegentlich auch Steinmänner), denn man bleibt eigentlich immer am Grat und nur wenn es da nicht mehr weiter geht, muss man links oder rechts schauen wo eine II zu finden ist. Nur beim Abstieg vom Hochkammerlinghorn wird weiter in die Flanke ausgewichen. Auch der Schotter hält sich in Grenzen (fand den Grat vom Normalweg zur Hocheisspitze diesbezüglich fast am schlimmsten) und der Fels ist überwiegend fest (nur im Bereich des Hochkammerlinghorns ist etwas Vorsicht geboten). Habe ziemlich genau 2 Stunden für den Grat benötigt und das bei wirklich äußerster Vorsicht.

 

Richtung für Überschreitung dürfte Geschmacksache sein. Wählt man sie wie ich, dann kommt die Schlüsselstelle (für mich) gleich zu Beginn und man hat die beiden IIIer im Aufstieg (ansonsten kaum Schwierigkeiten im Aufstieg), allerdings alle Exponierten IIer im Abstieg. Denke in die andere Richtung ist mit erreichen des Hochkammerlinghorn ein Erfolg der Überschreitung ebenfalls so gut wie sicher.


Tourengänger: Chiemgauer

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Geodaten
 26484.gpx Radhinfahrt
 26485.gpx Aufstieg Hocheisspitze
 26486.gpx Grat
 26487.gpx Abstieg Kammerlinghorn
 26488.gpx Radrückfahrt

Galerie


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Kommentare (4)


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kardirk hat gesagt:
Gesendet am 7. August 2015 um 23:05
Gratuliere,
Klasse Tour, die Überschreitung steht auch noch auf meiner Wunschliste, vom Hochkämmerlinghorn kenn ich ja die Route schon, die Hauptschwierigkeiten liegen aber wohl zur Hocheisspitze hin.

Viele Grüße aus München, Dirk

Chiemgauer hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. August 2015 um 12:47
Danke Dirk!
Für mich war das schwierigste der Abstieg vom ersten Turm, gefolgt vom Abstieg vom Hochkammerlinghorn. Dazwischen hat es viel Gelände zum Durchschnaufen unterbrochen immer mit kurzen Nervenkitzel (aber immer leichter wie die beiden genannten Stellen). Würde mich wundern, wenn du dem Grat nicht gewachsen bist!
Gruß
Hans

Vielhygler Pro hat gesagt:
Gesendet am 10. August 2015 um 00:57
Tolle Tour und schöne Fotos!
..ich war auf einfacheren Wegen am selben Tag gegenüber am Birnhorn..usw unterwegs, da hatte ich das Hochkaltergebirge andauernd im Blick!


Chiemgauer hat gesagt: RE:
Gesendet am 10. August 2015 um 18:50
Dank dir!
Ja Birnhorn, sicher einer der fünf besten Aussichtsgipfeln die ich kenne. Immer einen Besuche wert!!!


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