WEISSMIES Nordgrat (4017m)


Publiziert von danueggel , 2. August 2015 um 17:04.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:26 Juli 2015
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 900 m
Strecke:Weissmieshütte - Lagginjoch - Weissmies - Hohsaas
Unterkunftmöglichkeiten:Weissmieshütte und Restaurant Hohsaas

Nun stehe ich also doch auf das Weissmies. Noch muss sich mein Sprachgefühl an die Neutrum-Form gewöhnen. Gewöhnen musste ich mich auch wieder an die Höhe, war ich doch seit einigen Jahren nicht mehr über der 4000er-Grenze.

Trotz langer 4000er-Abstinenz kannte ich mich gut genug um zu wissen, dass mich die Besteigung des tourismusgezähmten "weisses Moos" (so die Übersetzung) über den Normalweg langweilen würde.

Glücklicherweise hat auch das Weissmies seine wilden Seiten, die es durch seinen Nordgrat auszudrücken pflegt. Dieser knapp 2km lange Felsgrat, der dann für den Gipfelsturm abrupt in einen Firngrat übergeht, wird nicht umsonst als eine ideale Vorbereitung für die "richtig" grossen Grattouren angepriesen: Lange, ausgesetzt, in der Höhe und v.a. nur an wenigen Stellen (Schlüsselstelle und Ross) mit Bohrhaken versehen.

Die bisherigen Tourenberichte und Fotos dienen bereits hervorragend als Grundlage für die Begehung. Deshalb beschränke ich mich auf einige subjektive Ergänzungen:
 

  • Das Topo vom Autor mit dem schönen Vornahmen (Daniel Silbernagel) kann entbehrt werden; vereinfacht gesagt gilt: Im ersten Gratteil bis P. 3722 grundsätzlich rechts (westlich) halten, im zweiten Teil wird dann manchmal auch nach links (östlich) ausgewichen, einfach die Augen offen halten
  • Es lohnt sich, wann immer möglich auf der Gratschneide zu bleiben; das "Abseilen" (2-3m)  von den Türmen im zweiten Teil braucht kaum Zeit. Sich für diese wenigen Minuten Zeitgewinn mit einem Ausweichmänöver um einige schöne Klettermeter zu bringen, wäre schade
  • Wer am Vorabend Zeit erübrigen kann darf sich bei der Bergstation "Hohsaas" den reizvollen Pfad gönnen, auf dem er alle 18 Viertausender des Saastaales kennen lernt. Die Berge sind in Marschrichtung von der Signalkuppe in Richtung Dürrenhorn angeordnet, so dass man sich einen Spass machen kann zu erraten, welcher Berg am nächsten Steinturm hängen müsste. Hätte das Latein-Vokabeln-Pauken doch damals nur auch so viel Spass gemacht!
  • Es gibt genügend feste Risse für Friends (Gr. 1-3) und Zacken für Schlingen auf dem Grat
  • Aufgrund der Höhe und des plattigen Felses ist die Kletterei in Bergschuhen nicht immer ganz trivial, v.a. die Schlüsselstelle ist m. E. leicht mehr als IV

Besten Dank an meinen kompetenten Tourenpartner, der sich für dieses Projekt begeistern liess; gerne wieder!

Tourengänger: danueggel


Galerie


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