Spitzmeilen (2501m) und Wissmilen (2483m)


Publiziert von Schneemann , 26. Juli 2015 um 18:59.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:26 Juli 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:ca. 16km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto von Flums Richtung Flumserberg. Dort beim Wegweiser ins Schilstal (Richtung Restaurant Spitzmeilenblick) nach links. Dann solange ins Schilstal fahren bis zum grossen Parkplatz, wo es nicht mehr weiter geht (Steinbrugg). Dabei muss man an einer Abzweigung nochmal nach links über eine Brücke fahren.

Der Spitzmeilen - ein kecker Felsspitz auf der Grenze zwischen St. Gallen und dem Glarnerland. Die aussergewöhnliche Form (=Zuckerhut von Flums) wird noch hervorgehoben, dadurch dass er über einer sehr flachen und grünen Hochebene herausragt. Er erinnert auch ein wenig an die "Western-Berge" im Monument Valley. Er liegt im beliebten Wandergebiet der Flumser Berge, das mir seltsamerweise noch fast komplett unbekannt ist. Häufig wird der Anstieg mit den Bergbahnen von Flums abgekürzt - mit dem Auto kann man aber auch weit ins Schilstal hineinfahren und so die Länge der Tour erheblich verkürzen (von Flums aus wärs ein Gewaltmarsch).

Tour:
Hat man ein Auto zur Verfügung kann man von Flumser Berg ins Schilstal abbiegen (Wegweiser Restaurant "Spitzmeilenblick"). Dem engen Strässchen folgt man weit ins Tal hinein, bis man einen grossen Parkplatz Steinbrugg (1163m) erreicht. Ab hier besteht Fahrverbot, bzw. man müsste irgendwo eine Maut bezahlen. Mit dem Velo könnte man noch gut weiterfahrn, tatsächlich gibts Feldwege fast bis zur Spitzmeilenhütte hoch (scheint auch eine beliebte Tour für Biker zu sein).

Zu Beginn läuft der Weg eher langweilig durch den Wald und entlang von Alpwiesen - eigentlich ists nur eine Abkürzung für die Zick-Zack verlaufende Alpstrasse. Man quert dabei unzählige Weide-Gatter. Spätestens nachdem man 2335 mal ein Gatter auf und zu machen musste, nervt das unendlich. Würde mich nicht wundern wenn ich morgen Muskelkater im Arm habe, von dem ständigen Auf-und-Zu.

Abwechslung gabs heute vor allem durch die Fauna - eine Murmeli-Grossfamilie hat sichs unweit vom Weg gemütlich eingerichtet. Die süssen Köpfchen haben mich dabei ständig verfolgt. Besonders ängstlich wirkten die schon ziemlich fetten Pelzknäule aber nicht. Nichtmal einen einzigen Pfiff war meine harmlose Gestalt wert! Weiter oben geriet ich dann in eine gigantische Geissen-Herde. Die sind normalerweise ja äusserst lieb, aber wenns dann soviele werden und die auch noch laut rumschreien (Geissen können so menschliche Schreie ausstossen!), dann wirds mir doch zuviel.

Sobald man das Mad-Plateau und die SAC Spitzmeilenhütte (2087m) erreicht, öffnet sich endlich das aussergewöhnliche Panorama zu den Churfirsten. Sicherlich ein guter Rastplatz, wobei mir deutlich zuviel Rummel war hier oben. Daher ging ich in Richtung Wissmilen weiter und machte Rast beim herrlichen Madseeli (2188m) - der ist extrem hübsch, aber wohl zu flach und schlammig zum Baden (habs aber nicht getestet).

Schliesslich folge ich dem völlig unproblematischen Weg bis zum Wissmilenpass (2415m). Hier gehts dann nach links in einer anregenden Gratwanderung auf den Wissmilen (2483m) Gipfel mit wunderschöner Aussicht ins Glarnerland. Vor allem der Blick zum aufrageden Tödi ist bestechend - den sieht man von kaum irgendwo so prachtvoll. Weiter folgt man dem Gratweg bis zum Gipfelaufbau des Spitzmeilen. Das weisse Gestein des Wissmilen (vermutlich Gips) wechselt dann schnell wieder in dunkles Gestein. Die Geologie ist überhaupt sehr spannend dort oben, immerhin handelt es sich auch um den Rand des UNESCO Weltkulturerbe "Tektonikarena Sardona"...

Schliesslich erreicht man den Aufstieg auf den Spitzmeilen. Die letzten 30m sind die einzig schwierige Stelle an der ganzen Tour (die ansonsten eher T3 ist). Der Gipfelanstieg hat dabei ein ein paar recht steile und enge Abschnitte bei denen man durchaus mal Tritte suchen muss (I - II). Leider staute es sich hier erheblich, da es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt. Wirklich schwierig wirds aber nirgends, dank einem angebrachten Stahlseil. Der Gipfel ist sehr eng und abschüssig, bietet aber doch ein ziemlich cooles Panorama!

Abstieg zur Spitzmeilenhütte und dann auf dem Aufstiegsweg wieder zurück.

Fazit:
Der Spitzmeilen ist ein Klassiker, dank seiner beeindruckenden Form. Ausserdem ist der Blick ins Glarnerland auch ziemlich cool. Murmelis gabs auch ohne Ende auf dieser Tour, irgendwann hab ich aufgehört meinen Foto ständig damit zu nerven. Die Tour selbst ist zu Beginn etwas langweilig, auf breiten Feldwegen oder Teerstrassen. Auf dem Plateau ists zwar sehr grün und idyllisch, aber auch ziemlich flach. Man legt also recht viel Meter zurück - aber nicht unbedingt Höhenmeter. Dennoch wars insgesamt sehr lohnend. Deswegen ist der Berg wohl auch so sehr beliebt und wird auch im Winter oft als Skitour begangen.

PS: Die 5h sind sehr knapp und waren eher an meiner Leistungsgrenze mit längeren "Lauf"-Abschnitten.


Tourengänger: Schneemann


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