Hinterer Tajakopf (2408m)


Publiziert von Tef Pro , 17. November 2008 um 21:34.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette
Tour Datum:15 November 2008
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:Ehrwald (Parkplatz Hoher Gang)- Hoher Gang- Seebensee - Coburger Hütte - Hinterer Tajakopf- Brendlkar- Immensteig - Ehrwald
Zufahrt zum Ausgangspunkt:in Ehrwald richtung Ehrwalder Almbahn. Unmittelbar bei einer kleinen Kapelle rechts auf den Parkplatz Hoher Gang
Kartennummer:Kompass Nr. 4

Die Mieminger Berge liegen, von Bayern aus gesehen, etwas versteckt hinter dem mächtigen Zugspitzmassiv, verdienen jedoch durchaus Beachtung, da man eine Menge tolle Touren unternehmen kann.
Von Ehrwald aus erreicht man das wunderschöne Gebiet rund um die Coburger Hütte mit dem malerischen Seebensee (mit der berühmten Zugspitz-Spiegelung).
Einer unserer schönsten Touren überhaupt haben wir hier letzten Herbst gemacht: die Überschreitung Süd-Nord der Ehrwalder Sonnenspitze (T5,II), eine Genußtour der Extraklasse mit phänomenalem Ausblick, wirklich jedem zu empfehlen, der in dieser Gegend weilt.

Heute hatten wir jedoch ein anderes Ziel: den Hinteren Tajakopf.
Es wurde unsere erste Wintertour in diesem Jahr und wir durften eine herrliche, verschneite Landschaft erleben, bis zu 30cm feinsten Pulver, eine fast schon unheimliche Stille im nun vom Menschen verlassenen Teil des Gebirges.
Die Südabstürze des Zugspitzmassives reflektierten das Sonnenlicht so stark auf unsere Seite, so daß die Umgebung und der Schnee bei unserem oft schattigem Aufstieg in fast magischem Blau leuchtete. Höhepunkt neben der einsamen, tiefwinterlichen Landschaft ist natürlich die Zugspitzspiegelung im Seebensee (was jedoch bald vorbei sein wird, da der See zufriert).
Etwas unterschätzt (oder wieder vergessen) hatten wir die längeren Aufstiegszeiten, wenn man spuren muß, so daß uns zum Schluß das Tageslicht fast ausging und wir quasi im Dunkeln am Parkplatz ankamen.
Noch kurz zu den Schwierigkeiten:
ohne Schnee ist der Gipfel als T3 einzustufen, auch mit Schnee ist es bis zum Hinteren Taja-Törl nicht schwieriger.
Erst der Gipfelgrat erfordert bei Schnee etwas Vorsicht, da der Pfad des öfteren in die bei Schnee heikle Flanke ausweicht. So blieben wir manchmal lieber direkt am Grat mit zwei kurzen IIer Stellen.
Der Hohe Gang (unser Aufstiegsweg) ist technisch etwas schwerer und auch länger als der Immensteig, beide sind jedoch versichert, was bei Schnee durchaus angenehm sein kann.

Vom Parkplatz folgten wir dem Forstweg einige Meter flußaufwärts, ehe nach rechts (Süden) ein Pfad in den Wald abbiegt. Dieser schlängelt sich gleichmäßig ansteigend dahin und nähert einer Felsstufe im Süden. Dieser näheren wir uns zuletzt in steilen Seprentinen auf Schotter, ehe uns der "Hohe Gang" recht einfach über diese abweisend aussehende Felsstufe hinaufbringt. Hauptschwierigkeit sind hierbei die vom Schnee gebeugten, tief in den Weg hängenden Latschenäste, welche uns immer wieder erfrischende Schneeduschen bereiten.
Nach der Felsstufe wird es flacher und die Sonne scheint uns plötzlich ins Gesicht. Vor uns tut sich ein weites Kar auf, dahinter steigen die Felsmauern des Mieminger Hauptkamm an und von hinten strahlt die Südwand des Zugspitzmassivs.
Durch sehr lichten Wald geht es wieder leicht abwärts zum wunderschön gelegenen Seebensee. Rechts darüber thronnt majestätisch die Ehrwalder Sonnenspitze. Wir umrunden den See auf nun breitem Fahrweg (der kommt von der Ehrwalder Alm herüber) auf der linken (Ost) Seite. Zum Glück ist er noch nicht ganz zugefroren, so daß wir die Spiegelung der Zugspitze im See bei einer kleinen Pause gut betrachten können.
Danach kommt eine nächste Steilstufe (circa 250 Hm) hinauf zur Coburger Hütte, die schön oberhalb des schon komplett zugeforenen Drachensees liegt. Wir steigen zu dessen nordseitigen Ufer ab.
Auf der anderen Seite geht es wieder steil hinauf (hier gerieten wir zu weit nach links und mußten dies später mit einer kurzen Querung durch Latschen wieder ausgleichen).
Nach der Steilstufe flacht das Kar wieder etwas ab. Sollte man im Schnee die Spur verlieren, ist dies nun nicht mehr so schlimm, da das Gelände nun sehr übersichtlich ist. Generell bewegt man sich Richtung Südosten auf einer schwach ausgeprägten Schwelle auf einen quer zum Hang liegenden Schotterhaufen zu.
Rechts führt ein Pfad zur Grünsteinscharte, wir wenden uns jedoch nach Nordwesten und steigen nicht zum Hinteren Taja-Törl empor, sondern zur Scharte, die sich zwischen dem Gipfel im Norden und einem Felsklotz rechts daneben befindet.
Von hier ist es nicht mehr weit zum Gipfel, aber es ist bei Schnee das anspruchvollste Stück. Wir folgtem im Großen und Ganzen der Pfadspur, die oftmals in die rechts Flanke ausweicht. Wurde es uns zu heikel, kehrten wir auf den felsigen Grat zurück und stiegen dort direkt auf.
Am höchsten Punkt befindet sich nur ein kleines Minniholzkreuz, da sich das richtige Kreuz dort befindet, wo es von unten besser zu sehen ist.
Da es bereits 15 Uhr war, fiel die Pause nur kurz aus und wir machten uns bald wieder an den Abstieg. Von der Scharte querten wir rechts an dem Felsklotz Richtung Süden zum Hinteren Taja-Törl, von wo der lange Abstieg durchs urtümliche Brendlkar beginnt. Durch feinsten Pulver staubten wir nach unten, noch vor dem tiefsten Punkt schwenkt der Weg von Osten nach Norden. Wir passierten den kleinen, bereits total eingeschneiten Brendlsee.
Kurz danach verlassen wir das Hochkar und auf dem Ganghofersteig geht es nun in Serpentinen abwärts, dabei haben wir die ganze Zeit die im Abendlicht nun orange leuchtende Wand des Zugspitzmassivs vor Augen.
Wenn der Pfad auf einen Querweg trifft, behält man am besten die Richtung bei und steigt weglos durch den Wald ab, ehe ein zweiter, breiterer Fahrweg auftaucht. Diesem folgt man nun nach links (Westen), bis nach kurzer Zeit rechter Hand ein (Unterstands-)Pavillon auftaucht. Hier beginnt nun der Immensteig. Zuerst geht es recht flach durch den Wald und man muß aufpassen, den Weg nicht zu verlieren, doch bald wird es steiler und die Wegführung ist wieder eindeutig. Eine Steilstufe wird mit ein paar versicherten Passagen überwunden.
Später wird es flacher und der Pfad führt durch dichten Wald nordwestwärts leicht bergab ( die beginnende Dunkelheit machte sich speziell hier bemerkbar). Doch schließlich verläßt man den Wald und erreicht die Talstation der Ehrwalder Alm.
Wir mußten jedoch noch ein Stück weiter und passierten das Gebäude auf der linken Seite, um dem Alten Mühlenweg talabwärts zu folgen. Nach 15 Minuten erreichten wir dann bei allerletztem Tageslicht das Auto.

Tourengänger: Tef

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