auf der äusserst anregenden Brennaroute - zum Schiberg


Publiziert von Felix Pro , 13. Juli 2015 um 20:51. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:11 Juli 2015
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Oberseegruppe 
Aufstieg: 1215 m
Abstieg: 1215 m
Strecke:(Rüti) - P. 921 - Fällätschen - P. 1120 - Schwarzenegg - Bockmattlihütte - Brennaroute - P. 1865 - P. 1948 - Schiberg, Nordgipfel - Schiberg, Südgipfel - Furgge - Schneeschmelzi-Pfad - Bockmattlipass - Chälen - Bockmattlihütte; identisch zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Huttwil, Zell, Autobahn Sursee - Lachen, Siebnen und Vorderthal nach Innerthal, (Rüti)
Kartennummer:1153

Zusammen mit zwei Huttwiler SAC-Kameraden dürfen wir uns von Ursula ins vielgelobte „Land“ der Brennaroute einführen lassen - letztlich wird’s wetter- und vor allem bergmässig zu einem bergsteigerischen Höhepunkt!

 

Noch im Schatten starten wir nahe von (Rütli), weil bei P. 921 bereits alle Parkplätze besetzt sind, und nehmen dort den wrw Weg unter die Füsse, welcher uns über Fällätschen - bereits hier ein schöner Blick zum Wägitalersee und dem Fluebrig gewinnend - recht zügig zur Alp Schwarzenegg hochleitet. Wenig danach führt der wohl neu angelegte Panoramaweg auf schön verlegten Steinen hoch zur (noch) geschlossenen Bockmattlihütte.

 

Nach einer kurzen Stärkungspause geht’s nun währschaft zur Sache: wenige Meter oberhalb der neuen Hütte wartet der erste entscheidende Routenabschnitt - auf Grund meiner etwas grösseren Vertrautheit mit steileren Felsabschnitten, entscheide ich mich schnell dafür, das mitgeführte Seil nicht zu benutzen ;-)

Diese rassige Einstiegspassage stimmt sogleich ein in den Charakter der Route: steile Felspartien, hier nur von wenig Gras durchsetzt, geben einen sehr guten Vorgeschmack der heutigen Unternehmung. Wenn dann kurz auch wieder schrofigere Abschnitte etwas die Anspannung reduzieren, hübsche Felsabschnitte zum genussvollen Aufsteigen animieren, so sind später die luftigen Abschnitte zur Seeseite wieder anspruchsvoller. Immer wieder auftretende Steilpassagen im Fels, teils in engeren Kaminen, mit der Suche nach guten Tritten und Griffen verbunden, „bereichern“ den Charakter der klassischen Route; ausnehmend schön und reizvoll sind die Passagen direkt am gut zu erkraxelnden Fels mit Tiefblick auf den See - wo zur andern Seite hin doch „beruhigenderes“ Gelände vorhanden ist.

Derart, zusätzlich auch einzelne Bäume (mehrere Äste sind auf der durchgehend mit blauen Markierungen und Pfeilen versehenen Route vorbildlich abgeschnitten) als Griffe benutzend, erreichen wir stets mehr an Höhe - die Tiefblicke werden zunehmend beachtlicher. In der sanfteren Mulde auf ca. 1760 m Höhe machen wir nach einer guten Stunde eine Pause, bevor wir, den blauen Zeichen folgend, über ein schräges Band, steil im Fels weiter aufsteigen. Dabei wendet sich der „Weg“ allmählich von der abschüssigen Westflanke ab, und leitet, nach wie vor im teils steilen Fels, etwas weniger abschüssig weiter hoch - bis wir an die knapp senkrechte, ostnordostseitige Abbruchkante (gegen die Chälen hin) gelangen. Alsbald gelangen wir zum breiten Felszahn bei P. 1865, wo nun die bekannte Abseilstelle auf uns wartet.

 

Während Thömu als Erster, ich, und danach Ursula, seilgesichert sich um einen etwas abdrängenden Felsen herumhangeln, steigt anschliessend Florian „frei“ ab - zur „Belohnung“ erfreuen uns auf der Grasfläche unterhalb einige Alpen-Astern sowie erfreulicherweise auch erste Edelweisse.

Die grösseren Schwierigkeiten liegen nun hinter uns, noch müssen unsere zwei Begleiter einen direkten, kurzen Aufstieg zur nun folgenden Grasflanke einlegen , wo,, wo bereits der Ausläufer des Schiberg, Nordgipfels, und später dessen Steinmann, zu erkennen ist. Leichter erklimmen wir ab P. 1948 die noch folgenden Höhenmeter, vielfach im grasdurchsetzten Gelände, und ist noch eine schöne Gratpassage hinter uns zu bringen, bevor wir uns hinunterbegeben in die mir vor Jahren „gfürchig“ erschienene Abstiegspassage zur Scharte beim höchsten Punkt des Nordgipfels.

 

Nur leicht abschüssig, doch die letzte Stufe genussvoll (an guten Griffen und auf Reibung) abkletternd, finden wir auf den Grund der Scharte - und wählen dieses Mal eine andere Route zum Wiederaufstieg; auch dies stellt eine bekömmliches II dar. Nun sind nur noch einige, teils scharfkantige Felspartien im leichten Auf und Ab hinter uns zu legen, bevor wir mit feiner Aussicht zu weiteren Wägitaler Bergen, und auf angenehmem Gratweg zum kunstvollen metallenen Gipfelkreuz des Schiberg, Südgipfel, gelangen.

 

Lange verweilen wir hier, unseren Aufstiegsgenuss nachwirken lassend sowie die Aussicht geniessend, bevor wir uns auf den wrw markierten, teilweise etwas ruppigen Bergweg machen, welcher uns an weiteren Edelweiss’ vorbei zu Furgge bringt.

 

Wie bereits auf dem Gipfel, stellt der Plattenberg vis-à-vis eine ausnehmend imposante Erscheinung dar; während der Aufstiegsweg noch „nachvollziehbar" ist, wirken dessen immensen Nordabbrüche furchterregend.

Den Übergang erreicht habend, weist der wbw Wegweiser deutlich darauf hin, dass der Schneeschmelzi-Pfad bei Schnee nicht zu begehen sei - unsere „Reise“ durch die teilweise sehr abschüssigen, felsdurchsetzten Grasflanken lassen daran keine Zweifel offen …

Heute jedoch sind die Verhältnisse bestens geeignet für die Traverse unter den steilen, beinahe senkrechten, Ostwänden des Schiberges hindurch: ein trockenes Weglein ist zwar mit Vorsicht, doch einfach zu begehen. So erreichen wir den Bockmattlisattel mühelos; angereichert mit einigen zusätzlichen Bergblumenschönheiten - herausragend die Türkenbunde …

 

Ab hier heisst es, den steilen Serpentinenweg in den Chälen anzutreten und - mit Blick auf einige sehr anspruchsvolle Bockmattli-Kletterrouten die Bockmattlihütte anzusteuern; sie ist nun erfreulicherweise geöffnet, so dass wir vor dem letzten, nun einfachen Abstieg, hier uns mit Einsiedler Bier erfrischen können …

 

Auf dem nachfolgenden Panoramaweg, teilweise neu eingerichtet mit feiner Steinunterlage, wandern wir zurück zur Schwarzenegg; von hier erreichen wir via Fällätschen wieder P. 921 und auf der kurzen Strassenstrecke den Parkplatz bei (Rüti).

 

Auf der Terrasse des grossen Gasthofes in Innerthal am See feiern wir unsere erfolgreiche Tour - und denken bereits an nächste …

 

ñ       1 h 10 min bis Bockmattlihütte

 

ñ     1 h bis Mulde auf ca. 1760 m, vor Anstieg zur Abseilstelle

 

ñ      1 ½ h bis Schiberg, Südgipfel

 

ò      1h 10 min bis Bockmattlihütte

 

unterwegs mit Florian und Thömu 


Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (2)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 15. Juli 2015 um 14:03
hey, toller Bericht, tolle Fotos und tolle Route !

liebe Grüsse

Primi

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. Juli 2015 um 16:46
Danke Primi

wir genossen es echt:-)

lg Felix


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